AMSTERDAM, Keizersgracht 333: Wenn diese Steine reden könnten …

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In dem Haus Keizersgracht 333 war von 1933 bis 1950 der Querido Verlag N.V. – ein deutschsprachiger Exilverlag – untergebracht. Von einem kleinen Büro aus leitete Fritz Landshoff – ehemaliger Verlagsleiter des Kiepenheuer Verlages – den Exilverlag und ermöglichte es, dass die Bücher sehr bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller erscheinen konnten: So die Werke von Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Heinrich und Klaus Mann, Joseph Roth, Irmgard Keun, Anna Seghers und Arnold Zweig, Ernst Toller und Bruno Frank, Emil Ludwig, Vicki Baum und vielen anderen.

Von September 1933 bis August 1935 konnte Klaus Mann seine literarische Monatsschrift „Die Sammlung“ im Querido Verlag herausgeben. Hier erschien u.a. auch 1936 die Erstausgabe seines berühmten Romans „Mephisto“.

Die Verlagsarbeit fand mit der deutschen Besetzung der Niederlande im Mai 1940 ein barbarisches Ende: Die Gestapo beschlagnahmte und zerstörte den Verlag, der Verlagsleiter Emanuel Querido fiel 1943 durch Verrat in die Hände der deutschen Geheimpolizei. Zusammen mit seiner Frau Jane Querido-Kozijn wurde er am 23. Juli 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Nur durch einen Zufall entging Fritz Landshoff diesem Schicksal: Er hielt sich in London auf und konnte sich 1943 nach New York absetzen.

Die Arbeit des Verlages wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fortgesetzt. Das ultimativ letzte Buch des Exilverlags Querido war die Anthologie „Klaus Mann zum Gedächtnis“ im Jahre 1950. Neben Beiträgen von Giuseppe Antonio Borgese, Lion Feuchtwanger, Hans Keilson, William L. Shirer, Upton Sinclair und vielen anderen gab es auch zwei in anderer Hinsicht überaus bemerkenswerte Artikel: Das Vorwort seines Vaters Thomas Mann geriet zur Laudatio auf seinen Sohn Klaus. Und dass Erika Mann – die stille Herausgeberin des Bandes – die als unversöhnliche Kritikerin aller im „III. Reich“ Angepassten galt, einen Beitrag von Gottfried Benn in die Sammlung aufgenommen hat, gilt bis heute als Sensation. Benn war zu Beginn der NS-Herrschaft Mitläufer der Bewegung und wurde dafür von Klaus Mann heftig kritisiert. Im Verlaufe der NS-Diktatur wandte sich Benn jedoch davon ab und bescheinigte Klaus Mann später politische Hellsicht.

Die Klaus Mann Initiative Berlin e.V. wird im Frühjahr 2019 diesen Vorkämpfern für die Freiheit des Geistes die Ehre erweisen!

Margreet den Buurman – unsere Lobbyistin in Amsterdam

MdB und Kroll Babelsberg 21.11.2016

Auch wir kommen nicht ohne Lobbyisten aus! Unsere Lobbyistin in Amsterdam ist Margreet den Buurman. Die niederländische Expertin für alles, was mit der Familie Mann zu tun hat, ist seit 2016 Mitglied der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. und bereitet uns eine Bühne an der Amstel. Margreet brennt für die Sache und wir sind ihr unendlich dankbar für ihr Engagement!🔥

Wir sehen uns am 16. April 2019 in Amsterdam bei „Überfällige Worte“! Siehe unten!

Bild: Mit Fredric Kroll, dem Klaus-Mann-Experten Nummer Eins. Aufgenommen am 21.03.2016 in Potsdam-Babelsberg (Foto: Frank Träger)

Überfällige Worte: Fiktives Gespräch Klaus vs. Thomas Mann

Zum 70. Todestag von Klaus Mann und zum Gedenken an den Exilverlag Querido, Amsterdam

Finaler Flyer ÜBERFÄLLIGE WORTE 70. TT KM

Dienstag, 16.04.2019, Goethe-Institut Amsterdam, Herengracht 470, Amsterdam

Am 21. Mai 1949 starb Klaus Mann „von eigener Hand“ in Cannes. Eine vielschichtige Gemengelage aus persönlichen und gesellschaftlichen Gründen hatte zu dieser verhängnisvollen Entwicklung geführt. Schon seit mindestens fünfzehn Jahren plagten Klaus Mann Stimmungsschwankungen. Das Experimentieren mit Drogen – nachhaltig beschrieben in seinem Roman „Treffpunkt im Unendlichen“ – führte zu Abhängigkeit und Sucht. Die Jahre der Emigration waren von rastloser Arbeit geprägt: Kraftquell in diesen Jahren waren sein Wirken als verantwortungsvoller Intellektueller und die unstillbare Hoffnung, mit der „Macht des Wortes“ etwas bewegen zu können. Misserfolge bei der Sammlung antifaschistischer Kräfte nährten Zweifel und verschärften seine Depressionen. Als Konsequenz schloss sich der einstige Dandy der US-Army an und wurde Teil einer militärischen Maschinerie. Der bittere „Lohn“ nach der Niederringung des NS-Regimes war der Kalte Krieg, der alle Hoffnungen Klaus Manns auf einen Neuanfang in Deutschland, Europa und der Welt zerstörte. Das „Prinzip Hoffnung“ hatte für ihn ausgedient.

Thomas Mann beantwortete den Freitod seines Sohnes in Cannes zunächst mit anklagenden Worten und sah keinen Anlass, seine Vortragsreise durch Schweden für dessen Beerdigung zu unterbrechen. Diese Tatsachen führten zu offensichtlichen Trugschlüssen über das Verhältnis zwischen Vater und Sohn: Nur kurze Zeit später schrieb Thomas Mann eine Art Nachruf auf seinen Klaus, der von tiefem Respekt, Empathie und Trauer durchdrungen war. Das Resümee des Vaters: „Er starb gewiss auf eigene Hand und nicht, um als Opfer der Zeit zu posieren. Aber er war es in hohem Grade.“ Dieser „Nachruf“ war das Vorwort des Bandes „Klaus Mann zum Gedenken“, den Erika Mann ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders auf den Weg brachte. Es war zugleich die letzte Veröffentlichung des Querido Exilverlages, Amsterdam.

Das von Mitgliedern der Klaus Mann Initiative Berlin erarbeitete fiktive Gespräch zwischen Vater und Sohn orientiert sich an literarischen Werken beider Autoren und am aktuellen Stand der Forschung. Auf spekulative Elemente wurde bewusst verzichtet. „Fiktiv“ ist, dass der Sohn, der Anfang 1949 die Absicht geäußert hatte, dieses Jahr nicht überleben zu wollen, vor seinem Freitod das Gespräch mit dem Vater sucht. Zu ihm hatte Klaus ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits stand er von Anfang an im Licht des Literatur-Nobelpreisträgers, andererseits grämte er sich in dessen Schatten und schöpfte seine Identität aus dem Status, ein Gegenentwurf zum berühmten Vater zu sein. Und so wurde eine Gemeinsamkeit zu einem Konfliktfeld: Vater und Sohn gingen höchst unterschiedlich mit ihrer Homosexualität um. Es ist kein Austausch zwischen Vater und Sohn in dieser Frage nachweisbar. Das fiktive Gespräch konfrontiert diesbezügliche Zitate aus Leben und Werk Thomas und Klaus Manns ohne der Versuchung zu erliegen, beide auf das Thema „Homosexualität“ zu reduzieren.

Frank Träger und Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin e.V.

PROGRAMM:

• 19:30 Uhr: Empfang

• 20:00 Uhr: Begrüßung durch Margreet-den Buurman, niederländische Mann-Expertin, Autorin und Herausgeberin von Mann-Studien

• 20:15 Uhr: Frank Träger & Konstantin Rau:
Überfällige Worte – Fiktives Gespräch zwischen Klaus und Thomas Mann

• 21:00 Uhr: Interview über den Text und die Produktion

• 21:30 Uhr: Follow-up- und Publikumsfragen mit den Akteuren und Cees Steeman

• 22:00 Uhr: Schlusswort

► Veranstaltungssprache: Deutsch / Niederländisch
► Eintritt: € 7,50 / mit Ermäßigung: € 5,00
► Information auf Deutsch: https://www.goethe.de/ins/nl/de/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21510945
► Information auf Niederländisch: https://www.goethe.de/ins/nl/nl/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21510945

HP GI AMS Ausschnitt, Rohling

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

Wir danken Frau Helga Marx, Mitarbeiterin am Goethe-Institut Amsterdam, für ihre Unterstützung!

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. wählte einen neuen Vorstand

     Our youngsters: Madeleine Kneissig, Karl Kelschebach, Konstantin Rau

Am 07.12.2018 fand im Dichterviertel Berlin-Friedenau, genauer im Restaurant Medusa, die Mitgliederversammlung unserer Initiative statt. Zur Tagesordnung gehörte auch die von der Satzung vorgegebene turnusmäßige Vorstandswahl.

Die Gründer Frank Träger (Vorsitz) und Konstantin Rau (Vize) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neu im Vorstand sind der Student Karl Kelschebach (Vize, Freie Universität Berlin) und die Studentin Madeleine Kneissig (Beisitzer, Humboldt Universität zu Berlin).

Karl Kelschebach ist einer der Hauptakteure unseres erfolgreichen Isherwood-Projektes. Der Student hat bewiesen, dass er konzeptionell und effizient arbeiten kann und zudem sehr gut vernetzt ist. Von seinem Praktikumsort auf Madagaskar aus verhandelt Karl mit dem Buddenbrook-Haus über eine Veranstaltung der Initiative am 70. Todestag von Klaus Mann am 21. Mai 2019 in Lübeck. Das Buddenbrook-Haus hatte eine entsprechende Anfrage an den Vorsitzenden Frank Träger gerichtet. Der Ausgang der Verhandlungen ist noch offen. Sollte es dazu kommen, würde dies die Initiative vor große Herausforderungen stellen, da am selben Tag eine Großveranstaltung aus gleichem Anlass in der Friedenauer Buchhandlung „Der Zauberberg“ stattfinden wird. Wir informieren rechtzeitig.

Ebenso hocherfreut ist die Initiative über die Bereitschaft der Literatur-Studentin Madeleine Kneissig (Humboldt-Universität Berlin), im Vorstand mitzuarbeiten. Die junge Luxemburgerin hat schon viele Ideen für die weitere Gestaltung der Arbeit der Initiative.

Übrigens gab es auch etwas zu feiern: 6 Jahre Klaus Mann Initiative Berlin e.V.!

Frank Träger

Kunst und Künstler im Erzählwerk Klaus Manns

Intermediale Forschungsperspektiven auf Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst

Dr. Valentina Savietto (Verona, Italien), Gründungsmitglied und Mitglied des Gründungs-vorstandes der Klaus Mann Initiative Berlin e.V. veröffentlicht ihre Doktorarbeit:Cover Buch Valentina Savietto Verlag 01.12.2018

Das Werk erscheint um den Jahreswechsel 2018/19 und ist über den Buchhandel vorbe-stellbar.

Hier die Annotation des Verlages Königshausen & Neumann Würzburg:

„Er war homosexuell. Er war süchtig. Er war der Sohn Thomas Manns. Also war er dreifach geschlagen. Woran hat er am meisten gelitten?“: Mit diesem berühmten Diktum Marcel Reich-Ranickis (1987) hat der Schriftsteller Klaus Mann längst eine schwierige Position in der Rezeption der Exilliteratur vertreten. In diesem Band wird dennoch gezeigt, dass dieser Autor eigentlich zu einer dynamischen Dichtkunst fähig war, da seine Interessen sich gar nicht nur auf die Homosexualitätsfrage beschränkten. Eine entscheidende Bedeutung maß er z.B. der Künstlerthematik bei, wie in seinem reichen Erzähl-, Gedicht-, Theater- und Essaywerk gezeigt wird. Aus diesem Grund analysiert dieses Buch besonders das Erzählkorpus Klaus Manns unter der Perspektive der Intermedial Studies und der Künstlerforschung. Diese Untersuchung hat als Ziel, sowohl den Zusammenhang zwischen Manns Produktion und seiner Wahrnehmung der Kunstmanifestationen der Zwischenkriegskultur zu erforschen, als auch die Modernität seines Werks anhand von intermedialen Anregungen, Vernetzungen und literarischen Strategien ans Licht zu bringen. In diesem Hinblick sind vor allem die Bereiche Musik, Tanz, Theater und visuelle Kunst bemerkenswert, da sie Manns Schaffen nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell intensiv beeinflusst haben.

Die Autorin:
Valentina Savietto studierte Germanistik und Romanistik in Padua und Würzburg, dazu absolvierte sie ein Musikstudium (Bratsche). Sie promovierte 2017 durch ein Doppelpromotionsverfahren in Verona sowie an der Otto- Friedrich-Universität Bamberg. Derzeit ist sie Nachwuchswissenschaftlerin in Verona.

https://www.verlag-koenigshausen-neumann.de/…/p9017_Kunst-u…

Mehr Infos demnächst.

Offene Jahres-Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl

Pic MedusaLiebe Mitglieder und Freunde der Klaus Mann Initiative Berlin e. V.,

hiermit lade ich Sie / euch fristgemäß zu unserer turnusmäßigen Mitgliederversammlung ein. Laut Satzung muss in diesem Jahr ein neuer Vorstand gewählt bzw. bestätigt werden.

Unter Wahrung aller Erfordernisse werde ich den bürokratischen Teil angemessen kurz halten, so dass genug Raum für einen geselligen Austausch ist. Aus diesem Grund ist es eine „Offene Mitgliederversammlung“, die auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit bietet, die Initiative kennenzulernen.

Mitgliederversammlung Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

Freitag, 07.12.2018, von 17.00 bis ca. 18:30 Uhr 

Restaurant Medusa Perelsplatz 10, 12159 Berlin-Friedenau

Tagesordnung (vorläufig)

1. Begrüßung und Eröffnung sowie Feststellung der Beschlussfähigkeit und der   Tagesordnung
2. Genehmigung des Protokolls der MV vom 15.10.2017
3. Bericht des Vorstands über das zurückliegende Geschäftsjahr und die abgelaufene Amtsperiode
4. Bericht des Schatzmeisters
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Aussprache über die Berichte zu TOP 3 bis TOP 5
7. Entlastung des Vorstands
8. Ernennung eines Wahlvorstands
9. Wahl der Vorsitzenden und der Beisitzer
10. Wahl der Kassenprüfer
11. Allgemeine Aussprache und Planung für die zukünftige Arbeit des Vereins
12. Verschiedenes

Bitte melden Sie sich unbedingt über diese eMail-Adresse an, damit wir disponieren können. Teilen Sie bitte dem bisherigen Vorstand eine evt. Kandidatur mit. Beides bitte spätestens bis zum 03.12.2018 an:

KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Mit herzlichen Grüßen,

Frank Träger, Vorsitzender (01522 197 49 37)

„Ungebetene Gäste“

EINLADUNG ZUM DEUTSCH-RUSSISCHEN LYRIK-ABEND MIT GABRIEL WOLKENFELD UND FREUNDEN

Am 19. April 2018 laden wir Sie erneut in die Lettrétage in das nun frühlingshafte Kreuzberg ein: Unser De-Facto-Mitglied Gabriel Wolkenfeld – bekannt durch seinen Erstlingsroman „Wir Propagandisten“ – ist auch ein begeisterter Lyriker. Gemeinsam mit Freunden stellt er seine Arbeiten vor.

Anfang 2016 lernten wir den schüchtern wirkenden jungen Mann am Rande einer unserer Veranstaltungen im Prenzlauer Berg kennen. Beim Googeln zu Hause zeigte sich: Der Junge hat es – natürlich im besten Sinne des Wortes – ‚faustdick hinter den Ohren‘. Der begeisterte Slawist lebte einige Jahre als Deutschlehrer in Russland bzw. in Folgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Seine Beobachtungen über die Situation junger Homosexueller verarbeitete er in seinem Erstlings-Roman „Wir Propagandisten“. Der Titel ist eine klare Ansage: eine Anspielung auf ein vom offiziellen Russland verhängtes Gesetz, das das öffentliche Sich-zu-erkennen-Geben einer homosexuellen Orientierung unter Strafe stellt.                 In 2017 konnten wir Gabriel gleich zweimal für die aktive Mitwirkung an unseren Veranstaltungen erobern. In beiden Fällen war er eine Idealbesetzung: Im Frühjahr für das Literarische Quartett zu Carolin Emckes „Gegen den Hass“ in der Kreuzberger Lettrétage und im Herbst für das Quartett zu Klaus Manns Tschaikowsky-Roman „Symphonie Patétique“ im Literarturhaus Berlin. Seine eingangs geschilderten Erfahrungen prädestinierten ihn geradezu für diese Themen.

Vor einiger Zeit gelang es uns, Gabriel dazu zu bewegen, seine zweite Leidenschaft mit Interessierten zu teilen: die Lyrik. Seine ab und an auf Facebook geposteten Gedichte kommen ohne jede Künstlich-keit und ohne falschen Zauber aus.

Aber hören und sehen Sie selbst! Eine Anmeldung wäre toll:

KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Lesung (deutsch/ russisch)

19.04.2018, 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin-Kreuzberg, 5/4 €

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

Akteure: (Im Bild v.r.n.l.)

Dinara Rasuleva
Genia Markova
Vassili Voronov
Gabriel Wolkenfeld

Annotation:

Ein russisches Sprichwort lautet: Ein ungebetener Gast ist schlimmer als ein Tatar. Noch schlimmer als ein ungebetener Gast sind vielleicht nur mehrere Gäste. Jeder Sorte, die sich nicht um Konventionen scheren, den Wein auf dem Hinweg versaufen, von Dingen reden, die erst erfunden werden müssen. Tatarin und Nicht-Tataren, ausgestattet mit einem Gespür für schlechtes Timing, bereit, sich in Ihren Gedanken einzurichten. Die Slam Poetin Dinara Rasuleva nimmt in ihren rhythmischen Texten keine Rücksicht auf die Grenzen der Sprache. Genia Markova trägt, von Vassili Voronov auf der Gitarre begleitet, ihre Gedichte gesungen vor. Verzaubert oder verhext, je nach Laune, ihr Publikum. Verdüstern sich Wolkenfelder, hat unser deutscher Dichter seine Finger mit im Spiel. Gabriel Wolkenfeld zeichnet Bilder der Apokalypse. Riskieren Sie nicht, bei einem gemütlichen Fernsehabend auf der Couch einzuschlafen. Oder im trauten Heim von ungebetenen Gästen überfallen zu werden. Kommen Sie ihnen zuvor und besuchen sie unsere zweisprachige Lesung am 19.04. In der Lettrétage lieben wir alle Gäste.

Kurzbiografien der Akteure:

Gabriel Wolkenfeld wurde 1985 in Berlin geboren. Hat Germanistik, Literaturwissen-schaft und Russisch studiert. Ist als Deutschlehrer und Autor tätig. 2015 erschien sein Romandebut „Wir Propagandisten“, der den Alltag von Homosexuellen im russischen Jekaterinburg dokumentiert. Veröffentlicht Prosa und Lyrik in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt „Der Onkel, den es nicht gab“ in einer Anthologie („Weil ich so bin“) des Geest-Verlags.

Genia Markova wurde in Kiev, Ukraine geboren. 1995 nach Israel umgezogen. Seit 2001 lebt sie in Deutschland. Anglistin, Romanistin, Slavistin (B.A. Universität Tel Aviv, M.A. Georg-August Universität Göttingen). Arbeitet als Fremdsprachenlehrerin, Übersetzerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift „Berlin. Berega“. Organisiert Lesungen, Poetry Slams und Kultur-festivals (Ruberoid, Money Suicide, Red Square). Gewann Poetry Slams in Berlin, Hamburg und Nürnberg.

Vassili Voronov wurde 1978 in Sibirien geboren. 1994 hat er seine erste Band gegründet. 1999 ist er nach Deutschland umgezogen, wo er weiterhin in vielen Musikprojekten tätig ist.

Dinara Rasuleva (Tatarstan / Deutschland) wurde 1987 in Kazan/Tatarstan geboren. Nahm an Lesungen und Poetry Slams in Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Köln, Tokyo, Moskau u.a. Zuletzt veröffentlichte sie im Literaturmagazin „Berlin.Berega“: „Sonnenuntergang Donnerstag“, Erzählung – №2 / 2016, „Zwei Löffel Bugulma“, Erzählung – № 3/2017. In Deutschland ist sie seit 2015. Sie lebt in Berlin.