Cabaret am Rand des Vulkans – Ein fiktiver Dialog zwischen Klaus Mann und Christopher Isherwood

1939 – die Nationalsozialisten trommeln zum Krieg, dem blutigsten der Geschichte. Klaus Mann, einer der ersten, die erkannten, welche Gefahr von Hitler und seinen Schergen für Europa ausging, hat Deutschland bereits 1933 verlassen. Nun lebt er im New Yorker Exil, wo er publizistisch und literarisch dem Faschismus den Kampf ansagt – sein berühmter Roman Der Vulkan: Roman unter Migranten erscheint im Jahr des Kriegsausbruchs.

Christopher Isherwood, Freund und Kollege Klaus Manns, macht sich ebenfalls auf in die USA. Lebwohl Berlin – der wehmütige Titel seines 1938 erschienenen Erfolgsromans passt nur zu gut auf seine Lage: Hinüber ist das Berlin der Weimarer Republik mit seinen Schwulenbars, seiner Schriftstellerszene, seiner schillernden Bohème, das dem umtriebigen Kosmopoliten ans Herz gewachsen ist.

Was haben die beiden Schriftsteller, die Deutschland und Europa verlassen haben, ohne es ganz hinter sich lassen zu können, einander zu sagen? Welche Erinnerungen teilen sie? Welche Pläne schmieden sie? Hören wir ihnen ein wenig zu! In einem fiktiven Dialog tauschen sich Klaus Mann und Christopher Isherwood über das quirlige Berlin der 1920er Jahre, die nationalsozialistische Bedrohung und die Erfahrung der Emigration aus. Musikalischen Glanz verleihen ihrem Gespräch Chansons aus Cabaret, der Verfilmung von Lebwohl Berlin.

DRAMATIS PERSONAE

Klaus Mann – Karl Kelschebach
Christopher Isherwood – Nathanael Freier
Kellnerin – Nora Kelschebach
Otto Nowak – Hendrik Schmid
Leser – Frank Träger
Frank Träger – Frank Träger

Donnerstag, 1. März, 20:00 bis 21:30 Uhr

Lettrétage – das junge Literaturhaus in Berlin-Kreuzberg
Mehringdamm 61, 10961 Berlin

111 Jahre Klaus Mann: Festempfang auf dem Flughafen Tempelhof

Am 18. November 2017, von 12:00 bis 16:00 Uhr, feiern wir in der Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof den 111. Geburtstag Klaus Manns und den fünften Jahrestag der Gründung unserer Initiative. Wir sind offizieller Mitgestalter des Tages der offenen Tür von 12:00 bis 17:00 Uhr.

Um 13:00 Uhr gibt es einen Sektempfang der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. zum 111. Geburtstag Klaus Manns und zu unserem fünften. Eingeladen sind Mitglieder, Freunde und Gäste…

Jeweils um 12:30, 13:30, 14:00, 14:30, 15:00 und 15:30 Uhr gibt es zudem einen Kurzvortrag unseres Vorsitzenden Frank Träger zu Klaus Mann und zur Initiative. Wir freuen uns auf Gespräche mit Interessierten und potentiellen Mitgliedern!

Warum Tempelhof? Dreimal besuchte Klaus Mann nach dem Ende des II. Weltkrieges Berlin. Jedesmal kam er in Tempelhof an und war gespannt: Wie würde sich der Aufbau der zerstörten Stadt gestalten? Wie gingen die Menschen mit der Mitschuld vieler Mitbürger am Zustandekommen des NS-Regimes um? Und vor allem: Wie gestaltete sich die absehbare Entwicklung der Teilung angesichts der Konfrontation der ehemaligen Siegermächte? Kurz nach seinem letzten Besuch ereigneten sich die Berlin-Blockade und als Konsequenz die Luftbrücke.

Wir bitten alle Mitglieder und Freunde im Falle einer Teilnahme gleichermaßen höflich und dringlich um eine Vorabinformation per E-Mail: KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de.

Bitte richten Sie sich auf Sicherheitskontrollen wie auf einem aktiven Flughafen ein. Zudem bitten wir Sie wegen der Kurzfristigkeit um Verständnis: Es gab langwierige Verhandlungen mit dem Senat. Unsere Teilnahme dort ist nicht selbstverständlich!

Details zum Tag der offenen Tür finden Sie hier.

Die ursprünglich für den 18. November 2017 geplante Veranstaltung zu Christopher Isherwood wird auf den 01. März 2018 verschoben.

Wir freuen uns auf Sie und euch!

Bildnachweis: Facebook-Seite der Tempelhof Projekt GmbH, Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0), Link zum Bild

Symphonie Pathétique – Vom Leben und Sterben des Peter Iljitsch Tschaikowsky

Literarisches Quartett zu Klaus Manns Tschaikowsky-Roman

Am 15. Oktober 2017 wird in der Philharmonie Berlin eine dramatische Collage über Liebe, Leidenschaft und Tod in drei Akten nach Texten von Klaus Mann zur Musik von Peter Tschaikowsky gegeben. Die Aufführung des ORSOphilharmonic-Orchesters unter der Leitung von Wolfgang Roese ist eine Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten des Berliner Aids-Hilfe e. V.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. führt – in Abstimmung mit Wolfgang Roese – eine Begleitveranstaltung in Gestalt eines Literarischen Quartetts zum Roman von Klaus Mann durch:

Die Darstellung der Frauen im Werk von Klaus Mann

Am Dienstag, den 13. Juni 2017, wird die spanische Germanistin Ana Muñoz Gascón (Dekanin der Fakultät für Übersetzung und Interpretation an der Universidad de Valladolid) ihr Projekt „Die Darstellung der Frauen im Werk von Klaus Mann“ vorstellen. Ana Muñoz Gascón ist seit Beginn des Jahres Mitglied unserer Initiative.

Die Veranstaltung ist keine Vortragsveranstaltung. Ana wird 10 bis 15 Minuten ihr Projekt vorstellen. Wenn Sie wollen, können Sie Ihre Erfahrungen zum Thema gerne mit einbringen. Die Zusammenkunft dient vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und hat den Charakter einer offenen Mitgliederversammlung. Der Vorsitzende ist übrigens zuvor zusammen mit Ana Gast der Mitgliederversammlung des Thomas Mann Kreises Berlin. Der Veranstaltungsort unserer Initiative ist diesem Umstand geschuldet.

Bitte melden Sie sich unbedingt per E-Mail bis Montagabend verbindlich an:
KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Zeit und Ort:
Dienstag, 13.06.2017, 20:00 Uhr (bis ca. 21:00 Uhr)
BonVerde am Wannsee
Kronprinzessinnenweg 251/252
14109 Berlin

Gegen den Hass

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Nach dem Veranstaltungsmarathon zu Klaus Manns 110. Geburtstag werden wir uns zeitgenössischen Themen stellen. Genauso, wie sich Klaus Mann den Themen seiner Zeit stellte. Leider sind die Probleme unserer Zeit denen seiner gar nicht so unähnlich. Das fünfte Literarische Quartett unserer Initiative stellt sich den Herausforderungen Demokratiefeindlichkeit, Populismus, Fanatismus, Rassismus und Nationalismus.

Carolin Emcke, Autorin des Essays „Gegen den Hass“, ist eine der wichtigsten Intellektuellen der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde vor wenigen Monaten in der Paulskirche zu Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

„Sie setzt dem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, ein Lob des Vielstimmigen, des ‚Unreinen‘ entgegen – weil so die Freiheit des Individuellen und auch des Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen, und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.“ (Fischer-Verlage)

Die Akteure des Abends diskutieren die Argumente und die Denkanstöße Carolin Emckes zur Verteidigung der humanistischen Haltung und einer offenen Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungswelt.

19. April 2017 | 20 Uhr | Lettrétage Berlin

Akteure:

Ármin Langer
war u. a. Rabbinerstudent am progressiven und egalitär ausgerichteten Abraham Geiger Kolleg in Potsdam, jetzt Student der jüdischen Theologie an der Universität Potsdam; Gründer der „Salaam-Schalom“-Initiative (2013), die sich für den jüdisch-islamischen Dialog einsetzt, Autor von „Ein Jude in Neukölln: Mein Weg zum Miteinander der Religionen“ (2016)

Gabriel Wolkenfeld
Slavist; Studium der Germanistik, der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, der Russistik sowie Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Potsdam; längere Auslandsaufenthalte in Estland, Belarus, Russland; Lehrer für Deutsch als Fremdsprache; Autor von „Wir Propagandisten“ (2015)

Karl Kelschebach
Student an der Freien Universität Berlin: Deutsche Philologie und Politikwissenschaften mit Lehramtsoption

Frank Träger
Gymnasiallehrer für Politik, Ethik und Religion; Fachberater im Bereich des Staatlichen Schulamtes Brandenburg an der Havel; Gründer und Vorsitzender der Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

© Carolin Emcke „Gegen den Hass“. Leserechte mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2016 vom 14.02.2017 exklusiv für Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

Wir nehmen am Griechisch-Deutschen Lesefestival 2017 teil

Die Klaus Mann Initiative Berlin e. V. stellt das bisher noch nie aufgeführte Theaterstück „ATHEN“ (1932) von Klaus Mann als szenische Lesung vor, nach einer Strichfassung von Dr. Fredric Kroll, dem Nestor der Klaus-Mann-Forschung.

06.02.2017, 20:30 Uhr
Terzo Mondo am Savignyplatz in Berlin

Mit dabei sind:
Dr. Fredric Kroll (Sokrates)
Hauke Diekamp (Alkibiades)
Blanche Kommerell (Xanthippe)
Kostas Papanastasiou (Timon)
Steffen Marciniak (Meletos)
Margarete Hamm (Tänzerin)

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Grafik angefertigt und bereitgestellt von Steffen Marciniak.
Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Signe von Scanzoni – die letzte Gefährtin von Erika Mann

25.01.2017, 20:00 Uhr
Büchergilde Gutenberg Berlin, Buchhandlung am Wittenbergplatz

als-ich-noch-lebteDie Schauspielerin, Sängerin und Theaterkritikerin Signe von Scanzoni war die letzte Lebensgefährtin von Erika Mann. Nach deren Tod im September 1969 schrieb sie den fast 200 Manuskriptseiten umfassenden „Bericht über Erika Mann“. Dieser Text liest sich als Totenklage, Lebensbeichte und letztes großes Briefgespräch. Er erzählt von einer leidenschaftlichen Bindung, die vom Zwang zur Verschwiegenheit und zum Verstecken ebenso bestimmt war wie von heftigen Kontroversen über Politik und Zeitgeschichte (Quelle: Wallstein Verlag).

Referentin: Prof. Dr. Irmela von der Lühe (Universitätsprofessorin u. a. an der FU Berlin)
Moderation: Frank Träger und Konstantin Rau

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Mitglieder der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. und der Büchergilde haben freien Eintritt.

Die Veranstaltung ist Teil des gemeinsamen Rahmenprogramms der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN und des Schwulen Museums* Berlin zur Ausstellung „Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann.

Weitere Informationen finden Sie bei Facebook und auf der Website der Büchergilde Gutenberg.

Ein Fest für Klaus Mann zu seinem 110. Geburtstag

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Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. begeht das Jubiläum am 18. November 2016 mit einer Aufführung der ersten Bühnenfassung von Klaus Manns einzigartiger Biografie „Der Wendepunkt“ in der Fassung von Maria Trautmann, die auch die Regie führt. Sie erleben Sven Gey als Darsteller und Moritz Götzen am Kontrabass (Foto: André Symann, Aufführung in Essen).
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Im Anschluss gibt es ein Nachgespräch zum Stück: Als Expertin wird die niederländische Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Herausgeberin Margreet Den Buurman über diMargreet Den Buurmane Aktualität von Klaus Manns Werk und die Rezeptionsgeschichte in den Niederlanden berichten.

Margreet Den Buurman ist DIE niederländische „Mann“-Spezialistin. Sie hat Bücher über Thomas und Heinrich Mann sowie auch eine gut aufgenommene Monografie über Erika und Klaus Mann veröffentlicht. Der Titel: „Ein Leben entlang der Bühne“. Margreet ist Mitglied unserer Initiative.

DER WENDEPUNKT – Erste Bühnenfassung von Klaus Manns einzigartiger Biografie
18.11.2016, 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin

Doch auch in den nächsten Tagen geht es spannend weiter: Zunächst wird Dr. Fredric Kroll, der Nestor der Klaus-Mann-Forschung, als Referent in der Veranstaltung „Im Banne des Kalten Krieges: Klaus Manns letztes Fragment THE LAST DAY“ zu sehen sein.

Zum Inhalt: Bis kurz vor seinem Tod arbeitete Klaus Mann an seinem literarischen Vermächtnis „The Last Day“. Der Text handelt von zwei Intellektuellen in Ost und West, die gleichermaßen für Ausgleich und Verständigung werben und damit – wie Klaus Mann selbst – untergehen. Zwei Tage vor der Ausrufung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, die für sein Empfinden die Teilung Europas zementierte, hat Klaus Mann sich das Leben genommen. Im Laufe der vorausgehenden Wochen hat er sich bemüht, seine lebenslange Todessehnsucht durch das Schreiben eines Selbstmörder-Romans vor dem Hintergrund der atomaren Bedrohung durccover-treffpunkt-im-unendlichenh den sich zuspitzenden Kalten Krieg zu sublimieren. Trotz massiver Schreibhemmungen hat Klaus Mann Skizzen zu diesem Roman in nicht ganz unbeträchtlichem Umfang hinterlassen: Der Idealist Julian in New York begeht aus Enttäuschung über die Heuchelei im politischen Gebaren der USA Selbstmord. Beim Versuch, in den Westen zu fliehen, wird der enttäuschte kommunistische Schriftsteller Albert in Ost-Berlin erschossen. Diese zwei ähnlich und doch auch wieder unterschiedlich motivierten Todesfälle ereignen sich am selben Tag und werden strukturell ineinander verwoben. Fredric Kroll trägt die „Lesefassung“ vor, die er aus diesen Fragmenten zusammengestellt und aus dem Englischen ins Deutsche übertragen hat.

Im Banne des Kalten Krieges: Klaus Manns letztes Fragment THE LAST DAY
21.11.2016, 19:0
0 Uhr (geändert, ursprünglich 20:00 Uhr), Bildungsforum Potsdam

Unsere lerenate-bergertzte Veranstaltung in diesem Jahr trägt den Titel: „Tanz auf dem Vulkan – Gustaf Gründgens und Klaus Mann“.

Die Referentin an diesem Abend ist Dr. Renate Berger, bis 2012 Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Sie hat Anfang des Jahres eine Doppelbiografie zu Gustaf Gründgens und Klaus Mann herausgebracht. Frank Träger und Konstantin Rau werden sich mit der Autorin über das spannungsgeladene Verhältnis der beiden unterhalten. Die Texte von Gustaf und Klaus werden von den Schauspielern Vincent Sierp (l.) und Marius Mik (r.) gelesen.

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Übrigens: Vincent Sierp, bis vor kurzem noch Student der Schauspielschule Charlottenburg, coachte zusammen mit seinem Kommilitonen Jan Schneider die beiden Vorstände unserer Initiative zur Vorbereitung des Fiktiven Gesprächs zwischen Klaus und Thomas Mann.

Tanz auf dem Vulkan – Gustaf Gründgens und Klaus Mann
30.11.2016, 20:00 Uhr, Literaturhaus Berlin (Großer Saal)

Eine Übersicht mit allen Veranstaltungen des Festprogramms bis Februar 2017 finden Sie hier.

„Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann

Am 27.10.2016 wird um 19:00 Uhr die Ausstellung

„Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann

im Schwulen Museum* Berlin eröffnet. Die Schau wird bis zum 30.01.2017 gezeigt. Die Ausstellung wurde von den Vorständen der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. initiiert (Arbeitstitel: „The Literary Mann Twins“). Kurator ist Wolfgang Theis. Die Initiative organisierte auch ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Mehr Informationen zur Ausstellung finrinaldo-hopfden Sie hier.

Bildnachweis: Rinaldo Hopf, The Literary Mann Twins, Rinaldo Hopf / Schwules Museum*