Hörfunk-Tipp: Fluchtpunkt Amsterdam

Hörfunk-Tipp „Deutschlandfunk“ und „Deutschlandfunk Kultur“
Fluchtpunkt Amsterdam
Eine Lange Nacht über deutschsprachige Exilliteratur
(Autorin und Regie: Kerstin Kilanowski)

8.August 2020 (Freitag auf Samstag)  0.05 – 3.00 Deutschlandfunk Kultur
8.-9.August (Samstag auf Sonntag) 23.05-2.00  Deutschlandfunk
oder an einem anderen Tag als Podcast und in der DLF-Mediathek

https://www.deutschlandfunkkultur.de/programmvorschau.282.de.html?drbm:date=08.08.2020 DLF Logos

Musik & Literatur: Thomas Manns „Doktor Faustus“. Mit Kotaro Fukuma

Hier ein Hinweis auf eine exzellente Veranstaltung mit dem Pianisten Kotaro Fukuma und Dr. Michael Fürtjes am 6. September 2020 um 17 Uhr in der Ölbergkirche, Paul-Linke-Ufer 29, 10999 Berlin-Kreuzberg.

Vorgetragen wird das VIII. Kapitel aus Thomas Manns Doktor Faustus. Dazu erklingen die Sonate Nr. 32 c-moll op. 111 von Ludwig van Beethoven, um die es in weiten Teilen des Faustus-Kapitels (VIII) geht, sowie die Klaviersonate op. 1 von Alban Berg und Stücke von Theodor W. Adorno.

Platzreservierung: Kotarofukuma.concerts@gmail.com

Hinweis: Bitte informieren Sie sich kurz vor der Veranstaltung, ob diese wie geplant stattfindet. Pandemiebedingt, könnten sich kurzfristige Änderungen ergeben.

https://www.emmaus.de/kultur.html Poster Kotaro Fukuma

 

 

 

 

 

 

 

 

Stream: STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

Unsere Veranstaltung als Stream:

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann | Literaturforum im Brecht-Haus Berlin am 06.06.2020 – am 145. Geburtstag von Thomas Mann

Mit Albert Coers und Karl Kelschebach

Es lesen Nora Kelschebach und Michael Navratil.

Eine Kooperation der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. mit dem Literaturforum Brecht-Haus Berlin.

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100 Jahre Marcel Reich-Ranicki

Heute wäre Marcel Reich-Ranicki 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben wir eine Onlineausstellung zum Leben des bedeutendsten Literaturkritikers in der Bundesrepublik erarbeitet.

Dabei gewähren wir auch Einblicke in die umfangreiche Sammlung von Schriftstellerporträts und Karikaturen, die Reich-Ranicki unserem Museum 2003 geschenkt hat. Durch die Ausstellung führen als roter Faden Zitate aus seinen Memoiren „Mein Leben“, die 1999/2000 monatelang die deutschen Bestsellerlisten anführten.

In der Ausstellung begegnen Euch zahlreiche Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, mit denen sich Marcel Reich-Ranicki auseinandersetzte, aber auch Vertreter der klassischen Moderne. Einer dieser Schriftsteller ist Franz Kafka, dessen Werke in zahlreichen Essays Reich-Ranickis thematisiert werden und von denen auch einige in seinen ab 2002 erschienenen „Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke“ aufgenommen wurden. In der Ausstellung erfahrt Ihr auch, dass er in den 1950er Jahren Kafkas „Schloss“ ins Polnische übersetzt hat.

Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“ belegte von Oktober 1999 bis Oktober 2000 Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmals erfuhren seine Leser Einzelheiten über sein bewegtes Leben, u.a. die gemeinsame Flucht mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto und das Überleben im Versteck bei einer Arbeiterfamilie in einem Vorort von Warschau. So wurde seine Biografie auch zu einem Stück Zeitgeschichte. 2012 wurde er als Redner zur Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag eingeladen und berichtete darüber, wie er der Deportation nach Treblinka entging.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde Marcel Reich-Ranicki zu einer zentralen Figur im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Allerdings war er auch für seine eindeutigen Beurteilungen bekannt und gefürchtet. Als Gastgeber der Fernsehsendung „Das Literarische Quartett“, die von 1988 bis 2001 ausgestrahlt wurde, wurde er auch dem breiten Publikum bekannt.

Mit Marcel Reich-Ranicki würdigt unsere Onlineausstellung bei Google Arts & Culture einen bedeutenden Intellektuellen und eine Person der Zeitgeschichte. Sie ist zugleich eine spannende Zeitreise in die Literaturgeschichte der Bundesrepublik und lädt zu mancher Entdeckung über den berühmten Kritiker ein.

                                                                                                                                 https://artsandculture.google.com/exhibit/der-literaturpapst/8wISyM6oOeJnLQ?hl=de

Wir trauern um Rolf Hochhuth

Wir trauern um Rolf Hochhuth und übermitteln seiner Frau und seinen Angehörigen unser aufrichtiges Beileid.

Rolf Hochhuth war eine zeitlang Teilnehmer unserer Veranstaltungen. Unvergessen ist sein engagiertes Statement während unserer Veranstaltung „Der Nihilist und der Antifaschist – Ein Abend zum Verhältnis von Gottfried Benn und Klaus Mann vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus“ am 15. September 2015 im Literaturhaus Berlin.

R.I.P.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN Ein Denkmal für die Familie Mann

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STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Samstag, 06.06.2020, 15:00 – 17:00 Uhr, 5/3€

Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Bitte lesen Sie unbedingt die Bedingungen der Anmeldung! Siehe unten!

„Das Auffallendste an Denkmälern ist, dass man sie nicht bemerkt“, mokierte sich Robert Musil einmal. An wie vielen Büsten seines berühmten Kollegen Thomas Mann mögen wir schon achtlos vorübergegangen sein? Auf das Denkmal STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wurde die Klaus Mann Initiative Berlin hingegen bereits aufmerksam, bevor es überhaupt aufgebaut wurde. 2019 gewann der Künstler Albert Coers mit dem Entwurf für das Denkmal eine Ausschreibung der Stadt München. Auf der Website strassen-namen-leuchten.de lässt er uns an seinen Ideen teilhaben und gewährt Einblicke in ihre Verwirklichung.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wird auf dem Münchener Salvatorplatz das internationale Wirken der Familie Mann beleuchten – im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam mit Straßenschildern bilden Laternen aus aller Welt das Herzstück des Denkmals. Wie sie mit den Manns zusammenhängen, weshalb sie geeignet sind, an die umtriebige Familie zu erinnern, und welche Geschichten an ihnen haften – darüber sprechen wir am 6. Juni mit Albert Coers. Der Vortrag ausgesuchter Texte von Thomas und Klaus Mann lässt Albert Coers‘ Kunstwerk in Dialog mit der Literatur treten, die es ehrt.

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus Berlin.

https://klausmannberlin.wordpress.com/

Aus Anlass der Corona-Krise können nur sehr beschränkt Tickets verkauft werden. Der Ticketverkauf findet diesmal AUSSCHLIESSLICH online, d.h. über die Homepage des Brecht-Hauses, statt. Der Link dafür ist ab jetzt freigeschaltet.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

https://lfbrecht.de/

Das Haus behält sich vor, zugesagte Reservierungen in einem verabredeten Zeitfenster wieder zu stornieren.

Wir bitten Sie ausdrücklich um Verständnis für diese Maßnahmen!

Eintritt 5/3€ (ausschließlich per Überweisung an das Brecht-Haus)

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Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Ein Denkmal für die Familie Mann / A Monument to the Mann Family

Konzept von Albert Coers

Das Denkmal für die Familie Thomas Mann besteht aus Schildern von Straßen, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, und aus Straßenleuchten. Diese stammen aus München, aber auch aus anderen Orten der Welt, die mit der Familie Mann in Bezug stehen.

In Schildern und Leuchten spiegelt sich die Internationalität der Familie Mann wider, von München ausgehend, mit Herkunfts‑, Lebens- und Wirkungsorten in Europa, den USA und Südamerika, gleichzeitig ihre weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung. Dies ist auch anhand der unterschiedlichen Straßenbezeichnungen (Via, Rue, Rua…) ablesbar. Die Aufstellung orientiert sich an der topographischen Lage der Orte zueinander und bildet eine imaginäre Karte. Angesprochen sind Aspekte von Ortsverbundenheit, gleichzeitig Emigration und häufigem Ortswechsel sowie grenzüberschreitendem Weltbürgertum, wofür die Familie als Beispiel gelten kann.
Ausgangspunkt sind Situationen in München, dem langjährigen Lebensmittelpunkt der Familie. Hier gibt es inzwischen mehrere Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, nach Erika, Klaus, Elisabeth, Golo. Jedoch liegen diese an wenig frequentierten Orten, in Neubaugebieten, an der Peripherie, sind so im kollektiven Gedächtnis wenig präsent. Diese Schilder, samt der Lampen, an denen sie befestigt sind, werden ins Zentrum der Stadt gebracht, als Gruppe versammelt und dadurch stärker sichtbar. Es findet eine „Familienzusammenführung“ statt. Gleichzeitig verweisen Schilder und Lampen zurück auf ihre ursprünglichen Standorte. Damit betont das Denkmal den Bezug zu urbanen Strukturen.

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Namen

Für Katia Mann, nach der bisher keine Straße benannt ist, wird ein neues Schild geschaffen. Dies macht „Frau Thomas Mann“ stärker im Bezug zur Stadt sichtbar, war sie doch gebürtige Münchnerin und entstammte der jüdischen Familie Pringsheim, die, wie die Manns, ihren Besitz verloren und emigrieren mussten. Die Benennung im Denkmal nimmt vorweg, was eigentlich ein langwieriger Prozess wäre. Diese Mischung von Realität und Fiktion ist auch Verweis auf literarische Verfahren, wie sie Thomas oder auch Klaus Mann praktizierten.

Leuchten

Geplant sind ca. 15 Leuchten und Schilder. Neben solchen aus München zeigen weitere die Spannweite zwischen Europa, Nord- und Südamerika, stellen Bezüge her.

Ein Straßenschild stammt aus Paris, Lübeck ist als Geburtsort von Thomas Mann und Schauplatz von „Die Buddenbrooks“ vertreten. Aus Frankfurt stammen Lampe und Schild vom Klaus-Mann-Platz, Standort eines Denkmals für verfolgte Homosexuelle; damit ist ein Bestandteil der Identität mehrerer Familienmitglieder inbegriffen.

Rom ist präsent als Aufenthaltsort von Thomas (und Heinrich) Mann in jungen Jahren. Für den südamerikanischen Teil (Thomas Manns Mutter Julia stammte aus Brasilien) stehen Straßenlampe/Schild aus São Paulo.

Eine Leuchte wird dagegen aus Nida/Nidden in Litauen kommen, bevorzugte Sommerfrische der Familie Mann. Sanary-Sur-Mer an der Côte d’Azur war erster Ort der Emigration in den 1930er Jahren. Von dort stammt eine Lampe, die für die Familie insgesamt steht, ebenso eine aus New York, in Nähe des ehemaligen Hotel Bedford, wo die Manns wiederholt abstiegen.

Auf Los Angeles verweist eine Leuchte. Dort ließ Thomas Mann 1942 eine Villa bauen, die er bis zur Rückkehr nach Europa 1952 bewohnte. Eine Leuchte aus aus Kilchberg stellt eine Beziehung her zum Wohnort von Thomas und Katia, auch von Erika (nach der in Zürich eine Straße benannt ist) und zuletzt Golo, der in Leverkusen verstarb.

Recherchereisen an die jeweiligen Orte sind Bestandteil des Projekts, ebenso eine Buchpublikation, die Hintergrund und Entstehung des Denkmals dokumentiert, vermittelt und ergänzt, auch um die aktuellen Situationen der Straßenschilder und Leuchten vor Ort.

Homepage: http://strassen-namen-leuchten.de/

Bildnachweis:

Projektbild: Albert Coers – Straßen Namen Zeichen, Denkmal für die Familie Mann, Entwurf, 2018

Unten: Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum), Facebook-Seite, 09. Mai 2020

Klaus Mann und Europa

Corona fordert Tribut

Faust und Mephistopheles II aus dem Buch 'Walpurgisnacht' TEILDie Veranstaltung

„Dieter Strauss: Wir sind Faust – Teufelspakt und Erlösung bei Goethe, Thomas Mann und Klaus Mann“,

geplant am 06. Mai 2020 in der Büchergilde am Wittenbergplatz, muss wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Wir bemühen uns um einen Termin im Herbst und bitten um Verständnis!

Auch die Veranstaltung „Ein Denkmal für die Manns in München“ mit Albert Coers, geplant am 06. Juni 2020 im Literaturforum Brecht-Haus Berlin, und für die Veranstaltung „Klaus Manns Hölderlin“ suchen wir neue Termine.

Hier die Annotation des Peter-Lang-Verlages zur Faust-Veranstaltung:

Im Zentrum des Buches stehen der Teufelspakt und die Erlösungsfrage. Der Autor fragt nach den Parallelen bei Goethes Faust, Thomas Manns Komponisten Adrian Leverkühn und Klaus Manns Theaterintendanten Hendrik Höfgen. Im Gegensatz zu Goethes Faust können Adrian Leverkühn und Hendrik Höfgen nicht erlöst werden. Der Band zeigt auf, dass die Rettung von Faust an seiner «Selbsterlösung von unten» liegt, die er mit seiner Kolonisierung erreicht, und an der «Liebe von oben», an die Goethe als Anhänger der Allversöhnung glaubt.

Teufelspakt und Erlösungsproblematik stehen am Anfang des Buches. Anschließend folgen die Wege, die die Protagonisten der drei Werke bis zur Rettungsfrage zurücklegen. Äußerer Anstoß und innerer Antrieb der drei Autoren zu diesem Thema bilden den Abschluss.

Dieter Strauss (* 1942), ein deutscher Germanist, der 33 Jahre lang für das Goethe-Institut arbeitete. Er war Leiter der Institute in Santiago de Chile und São Paulo (Brasilien).

Veranstaltungsbild: Ernst Barlach: Faust und Mephistopheles II aus dem Buch „Ernst Barlach. Deutsche Akademie der Künste. Ausstellung Dezember 1951 bis Februar 1952“. Redaktion G. Pommeranz-Liedtke. Texte von Heinz Lüdecke, Herbert Ihering, Friedrich Schult, sowie acht Texte Ernst Barlachs aus dem Nachlaß. Verlag: Berlin (Ost): Deutsche Akademie der Künste, 1951

 

Happy Birthday Fredric Kroll zum 75.!

Bild

Schloss Grochwitz

Wir gratulieren unserem Ehrenmitglied Dr. Fredric Kroll, dem Nestor der Klaus-Mann-Forschung, zu seinem 75. Geburtstag. Wir wünschen ihm Gesundheit und einen nie versiegenden, schöpferischen Kraftquell.

Der US-amerikanische Autor, Komponist und Herausgeber Fredric Kroll ist Gründungsmitglied unserer Initiative. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenen Frank Träger erklärte er, erneut in Sachen Klaus Mann aktiv werden zu wollen. Unter anderem sei die Veröffentlichung der Szenischen Lesung „Der Kaplan“ geplant. Die Performance hatte am 18.11.2014 in der Berlin-Friedenauer Buchhandlung „Der Zauberberg“ Premiere und gilt als eine Sternstunde der Klaus Mann Initiative Berlin e.V. Auch weitere Aktivitäten sind geplant.

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Bild 1: Fredric Kroll (l.) im Gespäch mit dem jungen Poeten Florian Wolf-Roskosch auf Schloss Grochwitz (Herzberg a. d. Elster) am 16.11.2014 (Foto: Klaus Mann Initiative Berlin e.V.)

Bild 2: Schlussapplaus nach der Szenischen Lesung „Der Kaplan“ in der berühmten Buchhandlung „Der Zauberberg“ in Berlin-Friedenau am 18.11.2014. Das Manuskript wurde von Dr. Fredric Kroll erarbeitet. V.l.n.r. Valentina Savietto, Konstantin Rau, Fredric Kroll, Frank Träger. (Foto: Klaus Mann Initiative Berlin e.V.)

 

Pläne schmieden mit Albert Coers

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In München wird es ein ungewöhnliches Denkmal für die Familie Mann geben (Siehe ausführlicher Beitrag unten!) Die beiden Vorständler Frank Träger und Karl Kelschebach unserer Initiative trafen sich am 15. Januar 2020 im „Romanischen Café“ RoCa im Berliner Walddorf Astoria am Kurfürstendamm mit Albert Coers (Mitte), dem Schöpfer des Denkmals. Neben der Erörterung des Projektes wurden auch Möglichkeiten sondiert, wie sich unsere Initiative an der Eröffnung des Denkmals in München beteiligen könnte.

Auf jeden Fall wird es im Juni 2020 eine diesbezügliche Veranstaltung in Berlin geben. Angedacht ist der 06.06.2020, der 145. Geburtstag von Thomas Mann. Wir informieren rechtzeitig. Seien Sie gespannt!

 

Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Ein Denkmal für die Familie Mann / A Monument to the Mann Family
Konzept von Albert Coers
Das Denkmal für die Familie Thomas Mann besteht aus Schildern von Straßen, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, und aus Straßenleuchten. Diese stammen aus München, aber auch aus anderen Orten der Welt, die mit der Familie Mann in Bezug stehen.
In Schildern und Leuchten spiegelt sich die Internationalität der Familie Mann wider, von München ausgehend, mit Herkunfts‑, Lebens- und Wirkungsorten in Europa, den USA und Südamerika, gleichzeitig ihre weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung. Dies ist auch anhand der unterschiedlichen Straßenbezeichnungen (Via, Rue, Rua…) ablesbar. Die Aufstellung orientiert sich an der topographischen Lage der Orte zueinander und bildet eine imaginäre Karte. Angesprochen sind Aspekte von Ortsverbundenheit, gleichzeitig Emigration und häufigem Ortswechsel sowie grenzüberschreitendem Weltbürgertum, wofür die Familie als Beispiel gelten kann.
Ausgangspunkt sind Situationen in München, dem langjährigen Lebensmittelpunkt der Familie. Hier gibt es inzwischen mehrere Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, nach Erika, Klaus, Elisabeth, Golo. Jedoch liegen diese an wenig frequentierten Orten, in Neubaugebieten, an der Peripherie, sind so im kollektiven Gedächtnis wenig präsent. Diese Schilder, samt der Lampen, an denen sie befestigt sind, werden ins Zentrum der Stadt gebracht, als Gruppe versammelt und dadurch stärker sichtbar. Es findet eine „Familienzusammenführung“ statt. Gleichzeitig verweisen Schilder und Lampen zurück auf ihre ursprünglichen Standorte. Damit betont das Denkmal den Bezug zu urbanen Strukturen.
Namen
Für Katia Mann, nach der bisher keine Straße benannt ist, wird ein neues Schild geschaffen. Dies macht „Frau Thomas Mann“ stärker im Bezug zur Stadt sichtbar, war sie doch gebürtige Münchnerin und entstammte der jüdischen Familie Pringsheim, die, wie die Manns, ihren Besitz verloren und emigrieren mussten. Die Benennung im Denkmal nimmt vorweg, was eigentlich ein langwieriger Prozess wäre. Diese Mischung von Realität und Fiktion ist auch Verweis auf literarische Verfahren, wie sie Thomas oder auch Klaus Mann praktizierten.
Leuchten
Geplant sind ca. 15 Leuchten und Schilder. Neben solchen aus München zeigen weitere die Spannweite zwischen Europa, Nord- und Südamerika, stellen Bezüge her.
Ein Straßenschild stammt aus Paris, Lübeck ist als Geburtsort von Thomas Mann und Schauplatz von „Die Buddenbrooks“ vertreten. Aus Frankfurt stammen Lampe und Schild vom Klaus-Mann-Platz, Standort eines Denkmals für verfolgte Homosexuelle; damit ist ein Bestandteil der Identität mehrerer Familienmitglieder inbegriffen.
Rom ist präsent als Aufenthaltsort von Thomas (und Heinrich) Mann in jungen Jahren. Für den südamerikanischen Teil (Thomas Manns Mutter Julia stammte aus Brasilien) stehen Straßenlampe/Schild aus São Paulo.
Eine Leuchte wird dagegen aus Nida/Nidden in Litauen kommen, bevorzugte Sommerfrische der Familie Mann. Sanary-Sur-Mer an der Côte d’Azur war erster Ort der Emigration in den 1930er Jahren. Von dort stammt eine Lampe, die für die Familie insgesamt steht, ebenso eine aus New York, in Nähe des ehemaligen Hotel Bedford, wo die Manns wiederholt abstiegen.
Auf Los Angeles verweist eine Leuchte. Dort ließ Thomas Mann 1942 eine Villa bauen, die er bis zur Rückkehr nach Europa 1952 bewohnte. Eine Leuchte aus aus Kilchberg stellt eine Beziehung her zum Wohnort von Thomas und Katia, auch von Erika (nach der in Zürich eine Straße benannt ist) und zuletzt Golo, der in Leverkusen verstarb.
Recherchereisen an die jeweiligen Orte sind Bestandteil des Projekts, ebenso eine Buchpublikation, die Hintergrund und Entstehung des Denkmals dokumentiert, vermittelt und ergänzt, auch um die aktuellen Situationen der Straßenschilder und Leuchten vor Ort.