Intention

Manche Schätze rosten.
Andere nie.
Sie behalten den Glanz,
weil ihre Finder fest genug an sie glauben.

                                                Sebastian Christ

Goethes Spruch „Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss“ schien die geheime Lebensmaxime des Schriftstellers Klaus Mann gewesen zu sein. Mindestens drei Lebensumstände bedeuteten für ihn zunächst einmal Unfreiheit: Klaus Mann war – so der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki – ein „dreifach Geschlagener – er war homosexuell, er war süchtig, er war der Sohn Thomas Manns“. Egal, ob diese Festlegungen eher fremdbestimmt oder eher selbstverantwortet waren: Klaus Mann stellte sich dem Zeitgeist mit unglaublicher Souveränität. Mag sein, dass seine Arbeitsweise „zu leicht und zu rasch“ (Thomas Mann) war: Der älteste Sohn des Literaturnobelpreisträgers lebte sehr stringent nach dem ungeschriebenen Motto „Freiheit ausleben, Freiheit verteidigen“. Und er tat beides. Ausgiebig.

Sowohl die Beschäftigung mit den konstruktiven und als auch mit den destruktiven Aspekten in Leben und Werk des Autors könnte den Diskurs über Themen der Gegenwart und Zukunft befördern. Die Fragen, die Klaus Mann sich und seiner Zeit stellte sind – unserer Meinung nach – brennend aktuell. Die Bandbreite dieser Fragestellungen reicht vom Ausleben des eigenen Soseins bis hin zur Frage nach der persönlichen Verantwortung für das Funktionieren oder die Bekämpfung und Verhinderung von Gewaltherrschaft.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN wurde als Literaturgesellschaft am 17. November 2012 im Literaturhaus Berlin gegründet. Entsprechend unserem Anspruch, das Miteinander unterschiedlicher Generationen zu fördern, beträgt der Altersunterschied zwischen unserem Vorsitzenden und seinem Vize dreißig Jahre.

Ein Miteinander von Literaturfreunden verschiedener Generationen aus der breiten Öffentlichkeit, von jungen und etablierten Wissenschaftlern könnte impulsgebend für die Klaus-Mann-Forschung und für die Rezeption sein.

Wir suchen Mitstreiter, die helfen, das Werk des Essayisten, Romanciers und Erzählers im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern und auch in der Perspektive wirksam lebendig zu halten. Die Beförderung oder Herausgabe der WerkAuf der Suche nach einem Weg Logoe ist – angesichts der professionellen Betreuung des Werkes von Klaus Mann u.a. durch den Rowohlt-Verlag – nicht vorrangiges Ziel der Initiative. Ihre Betätigungsfelder könnten die Forschung zu speziellen Themen des Lebens, Schaffens und zur Wirkungsgeschichte von Klaus Mann und die Veröffentlichung durch Vorträge, Lesungen, Gespräche, Buchpräsentationen, literarische Führungen und Studienreisen zu den Lebens- und Wirkungsstätten des Autors sein. Selbstverständlich ist Klaus Manns Leben und Wirken hier in Berlin ein Schwerpunkt. Aber anders als bei Bert Brecht oder Gerhart Hauptmann wird es keinen etablierten Gedenkort für den Autor geben können: Dies würde der rastlosen Natur von Klaus Mann gründlich widersprechen.

Wir streben die aktive und partnerschaftliche Vernetzung mit anderen Literaturgesellschaften und Institutionen an.

Die Aufnahme erfolgt nicht per Beitritt, sondern per Aufnahmeantrag, über den der Vorstand entscheidet.

Wir freuen uns auf den Kontakt mit dir bzw. mit Ihnen!

Die Intention der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN als PDF-Datei.

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