Stream: STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

Unsere Veranstaltung als Stream:

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann | Literaturforum im Brecht-Haus Berlin am 06.06.2020 – am 145. Geburtstag von Thomas Mann

Mit Albert Coers und Karl Kelschebach

Es lesen Nora Kelschebach und Michael Navratil.

Eine Kooperation der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. mit dem Literaturforum Brecht-Haus Berlin.

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100 Jahre Marcel Reich-Ranicki

Heute wäre Marcel Reich-Ranicki 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben wir eine Onlineausstellung zum Leben des bedeutendsten Literaturkritikers in der Bundesrepublik erarbeitet.

Dabei gewähren wir auch Einblicke in die umfangreiche Sammlung von Schriftstellerporträts und Karikaturen, die Reich-Ranicki unserem Museum 2003 geschenkt hat. Durch die Ausstellung führen als roter Faden Zitate aus seinen Memoiren „Mein Leben“, die 1999/2000 monatelang die deutschen Bestsellerlisten anführten.

In der Ausstellung begegnen Euch zahlreiche Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, mit denen sich Marcel Reich-Ranicki auseinandersetzte, aber auch Vertreter der klassischen Moderne. Einer dieser Schriftsteller ist Franz Kafka, dessen Werke in zahlreichen Essays Reich-Ranickis thematisiert werden und von denen auch einige in seinen ab 2002 erschienenen „Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke“ aufgenommen wurden. In der Ausstellung erfahrt Ihr auch, dass er in den 1950er Jahren Kafkas „Schloss“ ins Polnische übersetzt hat.

Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“ belegte von Oktober 1999 bis Oktober 2000 Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmals erfuhren seine Leser Einzelheiten über sein bewegtes Leben, u.a. die gemeinsame Flucht mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto und das Überleben im Versteck bei einer Arbeiterfamilie in einem Vorort von Warschau. So wurde seine Biografie auch zu einem Stück Zeitgeschichte. 2012 wurde er als Redner zur Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag eingeladen und berichtete darüber, wie er der Deportation nach Treblinka entging.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde Marcel Reich-Ranicki zu einer zentralen Figur im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Allerdings war er auch für seine eindeutigen Beurteilungen bekannt und gefürchtet. Als Gastgeber der Fernsehsendung „Das Literarische Quartett“, die von 1988 bis 2001 ausgestrahlt wurde, wurde er auch dem breiten Publikum bekannt.

Mit Marcel Reich-Ranicki würdigt unsere Onlineausstellung bei Google Arts & Culture einen bedeutenden Intellektuellen und eine Person der Zeitgeschichte. Sie ist zugleich eine spannende Zeitreise in die Literaturgeschichte der Bundesrepublik und lädt zu mancher Entdeckung über den berühmten Kritiker ein.

                                                                                                                                 https://artsandculture.google.com/exhibit/der-literaturpapst/8wISyM6oOeJnLQ?hl=de