STRASSEN NAMEN LEUCHTEN Ein Denkmal für die Familie Mann

Flyer 4 DfdFM

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Samstag, 06.06.2020, 15:00 – 17:00 Uhr, 5/3€

Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Bitte lesen Sie unbedingt die Bedingungen der Anmeldung! Siehe unten!

„Das Auffallendste an Denkmälern ist, dass man sie nicht bemerkt“, mokierte sich Robert Musil einmal. An wie vielen Büsten seines berühmten Kollegen Thomas Mann mögen wir schon achtlos vorübergegangen sein? Auf das Denkmal STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wurde die Klaus Mann Initiative Berlin hingegen bereits aufmerksam, bevor es überhaupt aufgebaut wurde. 2019 gewann der Künstler Albert Coers mit dem Entwurf für das Denkmal eine Ausschreibung der Stadt München. Auf der Website strassen-namen-leuchten.de lässt er uns an seinen Ideen teilhaben und gewährt Einblicke in ihre Verwirklichung.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wird auf dem Münchener Salvatorplatz das internationale Wirken der Familie Mann beleuchten – im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam mit Straßenschildern bilden Laternen aus aller Welt das Herzstück des Denkmals. Wie sie mit den Manns zusammenhängen, weshalb sie geeignet sind, an die umtriebige Familie zu erinnern, und welche Geschichten an ihnen haften – darüber sprechen wir am 6. Juni mit Albert Coers. Der Vortrag ausgesuchter Texte von Thomas und Klaus Mann lässt Albert Coers‘ Kunstwerk in Dialog mit der Literatur treten, die es ehrt.

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus Berlin.

https://klausmannberlin.wordpress.com/

Aus Anlass der Corona-Krise können nur sehr beschränkt Tickets verkauft werden. Der Ticketverkauf findet diesmal AUSSCHLIESSLICH online, d.h. über die Homepage des Brecht-Hauses, statt. Der Link dafür ist ab jetzt freigeschaltet.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

https://lfbrecht.de/

Das Haus behält sich vor, zugesagte Reservierungen in einem verabredeten Zeitfenster wieder zu stornieren.

Wir bitten Sie ausdrücklich um Verständnis für diese Maßnahmen!

Eintritt 5/3€ (ausschließlich per Überweisung an das Brecht-Haus)

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Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Ein Denkmal für die Familie Mann / A Monument to the Mann Family

Konzept von Albert Coers

Das Denkmal für die Familie Thomas Mann besteht aus Schildern von Straßen, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, und aus Straßenleuchten. Diese stammen aus München, aber auch aus anderen Orten der Welt, die mit der Familie Mann in Bezug stehen.

In Schildern und Leuchten spiegelt sich die Internationalität der Familie Mann wider, von München ausgehend, mit Herkunfts‑, Lebens- und Wirkungsorten in Europa, den USA und Südamerika, gleichzeitig ihre weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung. Dies ist auch anhand der unterschiedlichen Straßenbezeichnungen (Via, Rue, Rua…) ablesbar. Die Aufstellung orientiert sich an der topographischen Lage der Orte zueinander und bildet eine imaginäre Karte. Angesprochen sind Aspekte von Ortsverbundenheit, gleichzeitig Emigration und häufigem Ortswechsel sowie grenzüberschreitendem Weltbürgertum, wofür die Familie als Beispiel gelten kann.
Ausgangspunkt sind Situationen in München, dem langjährigen Lebensmittelpunkt der Familie. Hier gibt es inzwischen mehrere Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, nach Erika, Klaus, Elisabeth, Golo. Jedoch liegen diese an wenig frequentierten Orten, in Neubaugebieten, an der Peripherie, sind so im kollektiven Gedächtnis wenig präsent. Diese Schilder, samt der Lampen, an denen sie befestigt sind, werden ins Zentrum der Stadt gebracht, als Gruppe versammelt und dadurch stärker sichtbar. Es findet eine „Familienzusammenführung“ statt. Gleichzeitig verweisen Schilder und Lampen zurück auf ihre ursprünglichen Standorte. Damit betont das Denkmal den Bezug zu urbanen Strukturen.

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Namen

Für Katia Mann, nach der bisher keine Straße benannt ist, wird ein neues Schild geschaffen. Dies macht „Frau Thomas Mann“ stärker im Bezug zur Stadt sichtbar, war sie doch gebürtige Münchnerin und entstammte der jüdischen Familie Pringsheim, die, wie die Manns, ihren Besitz verloren und emigrieren mussten. Die Benennung im Denkmal nimmt vorweg, was eigentlich ein langwieriger Prozess wäre. Diese Mischung von Realität und Fiktion ist auch Verweis auf literarische Verfahren, wie sie Thomas oder auch Klaus Mann praktizierten.

Leuchten

Geplant sind ca. 15 Leuchten und Schilder. Neben solchen aus München zeigen weitere die Spannweite zwischen Europa, Nord- und Südamerika, stellen Bezüge her.

Ein Straßenschild stammt aus Paris, Lübeck ist als Geburtsort von Thomas Mann und Schauplatz von „Die Buddenbrooks“ vertreten. Aus Frankfurt stammen Lampe und Schild vom Klaus-Mann-Platz, Standort eines Denkmals für verfolgte Homosexuelle; damit ist ein Bestandteil der Identität mehrerer Familienmitglieder inbegriffen.

Rom ist präsent als Aufenthaltsort von Thomas (und Heinrich) Mann in jungen Jahren. Für den südamerikanischen Teil (Thomas Manns Mutter Julia stammte aus Brasilien) stehen Straßenlampe/Schild aus São Paulo.

Eine Leuchte wird dagegen aus Nida/Nidden in Litauen kommen, bevorzugte Sommerfrische der Familie Mann. Sanary-Sur-Mer an der Côte d’Azur war erster Ort der Emigration in den 1930er Jahren. Von dort stammt eine Lampe, die für die Familie insgesamt steht, ebenso eine aus New York, in Nähe des ehemaligen Hotel Bedford, wo die Manns wiederholt abstiegen.

Auf Los Angeles verweist eine Leuchte. Dort ließ Thomas Mann 1942 eine Villa bauen, die er bis zur Rückkehr nach Europa 1952 bewohnte. Eine Leuchte aus aus Kilchberg stellt eine Beziehung her zum Wohnort von Thomas und Katia, auch von Erika (nach der in Zürich eine Straße benannt ist) und zuletzt Golo, der in Leverkusen verstarb.

Recherchereisen an die jeweiligen Orte sind Bestandteil des Projekts, ebenso eine Buchpublikation, die Hintergrund und Entstehung des Denkmals dokumentiert, vermittelt und ergänzt, auch um die aktuellen Situationen der Straßenschilder und Leuchten vor Ort.

Homepage: http://strassen-namen-leuchten.de/

Bildnachweis:

Projektbild: Albert Coers – Straßen Namen Zeichen, Denkmal für die Familie Mann, Entwurf, 2018

Unten: Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum), Facebook-Seite, 09. Mai 2020

Klaus Mann und Europa

Corona fordert Tribut

Faust und Mephistopheles II aus dem Buch 'Walpurgisnacht' TEILDie Veranstaltung

„Dieter Strauss: Wir sind Faust – Teufelspakt und Erlösung bei Goethe, Thomas Mann und Klaus Mann“,

geplant am 06. Mai 2020 in der Büchergilde am Wittenbergplatz, muss wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Wir bemühen uns um einen Termin im Herbst und bitten um Verständnis!

Auch die Veranstaltung „Ein Denkmal für die Manns in München“ mit Albert Coers, geplant am 06. Juni 2020 im Literaturforum Brecht-Haus Berlin, und für die Veranstaltung „Klaus Manns Hölderlin“ suchen wir neue Termine.

Hier die Annotation des Peter-Lang-Verlages zur Faust-Veranstaltung:

Im Zentrum des Buches stehen der Teufelspakt und die Erlösungsfrage. Der Autor fragt nach den Parallelen bei Goethes Faust, Thomas Manns Komponisten Adrian Leverkühn und Klaus Manns Theaterintendanten Hendrik Höfgen. Im Gegensatz zu Goethes Faust können Adrian Leverkühn und Hendrik Höfgen nicht erlöst werden. Der Band zeigt auf, dass die Rettung von Faust an seiner «Selbsterlösung von unten» liegt, die er mit seiner Kolonisierung erreicht, und an der «Liebe von oben», an die Goethe als Anhänger der Allversöhnung glaubt.

Teufelspakt und Erlösungsproblematik stehen am Anfang des Buches. Anschließend folgen die Wege, die die Protagonisten der drei Werke bis zur Rettungsfrage zurücklegen. Äußerer Anstoß und innerer Antrieb der drei Autoren zu diesem Thema bilden den Abschluss.

Dieter Strauss (* 1942), ein deutscher Germanist, der 33 Jahre lang für das Goethe-Institut arbeitete. Er war Leiter der Institute in Santiago de Chile und São Paulo (Brasilien).

Veranstaltungsbild: Ernst Barlach: Faust und Mephistopheles II aus dem Buch „Ernst Barlach. Deutsche Akademie der Künste. Ausstellung Dezember 1951 bis Februar 1952“. Redaktion G. Pommeranz-Liedtke. Texte von Heinz Lüdecke, Herbert Ihering, Friedrich Schult, sowie acht Texte Ernst Barlachs aus dem Nachlaß. Verlag: Berlin (Ost): Deutsche Akademie der Künste, 1951