„Ungebetene Gäste“

EINLADUNG ZUM DEUTSCH-RUSSISCHEN LYRIK-ABEND MIT GABRIEL WOLKENFELD UND FREUNDEN

Am 19. April 2018 laden wir Sie erneut in die Lettrétage in das nun frühlingshafte Kreuzberg ein: Unser De-Facto-Mitglied Gabriel Wolkenfeld – bekannt durch seinen Erstlingsroman „Wir Propagandisten“ – ist auch ein begeisterter Lyriker. Gemeinsam mit Freunden stellt er seine Arbeiten vor.

Anfang 2016 lernten wir den schüchtern wirkenden jungen Mann am Rande einer unserer Veranstaltungen im Prenzlauer Berg kennen. Beim Googeln zu Hause zeigte sich: Der Junge hat es – natürlich im besten Sinne des Wortes – ‚faustdick hinter den Ohren‘. Der begeisterte Slawist lebte einige Jahre als Deutschlehrer in Russland bzw. in Folgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Seine Beobachtungen über die Situation junger Homosexueller verarbeitete er in seinem Erstlings-Roman „Wir Propagandisten“. Der Titel ist eine klare Ansage: eine Anspielung auf ein vom offiziellen Russland verhängtes Gesetz, das das öffentliche Sich-zu-erkennen-Geben einer homosexuellen Orientierung unter Strafe stellt.                 In 2017 konnten wir Gabriel gleich zweimal für die aktive Mitwirkung an unseren Veranstaltungen erobern. In beiden Fällen war er eine Idealbesetzung: Im Frühjahr für das Literarische Quartett zu Carolin Emckes „Gegen den Hass“ in der Kreuzberger Lettrétage und im Herbst für das Quartett zu Klaus Manns Tschaikowsky-Roman „Symphonie Patétique“ im Literarturhaus Berlin. Seine eingangs geschilderten Erfahrungen prädestinierten ihn geradezu für diese Themen.

Vor einiger Zeit gelang es uns, Gabriel dazu zu bewegen, seine zweite Leidenschaft mit Interessierten zu teilen: die Lyrik. Seine ab und an auf Facebook geposteten Gedichte kommen ohne jede Künstlich-keit und ohne falschen Zauber aus.

Aber hören und sehen Sie selbst! Eine Anmeldung wäre toll:

KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Lesung (deutsch/ russisch)

19.04.2018, 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin-Kreuzberg, 5/4 €

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

Akteure: (Im Bild v.r.n.l.)

Dinara Rasuleva
Genia Markova
Vassili Voronov
Gabriel Wolkenfeld

Annotation:

Ein russisches Sprichwort lautet: Ein ungebetener Gast ist schlimmer als ein Tatar. Noch schlimmer als ein ungebetener Gast sind vielleicht nur mehrere Gäste. Jeder Sorte, die sich nicht um Konventionen scheren, den Wein auf dem Hinweg versaufen, von Dingen reden, die erst erfunden werden müssen. Tatarin und Nicht-Tataren, ausgestattet mit einem Gespür für schlechtes Timing, bereit, sich in Ihren Gedanken einzurichten. Die Slam Poetin Dinara Rasuleva nimmt in ihren rhythmischen Texten keine Rücksicht auf die Grenzen der Sprache. Genia Markova trägt, von Vassili Voronov auf der Gitarre begleitet, ihre Gedichte gesungen vor. Verzaubert oder verhext, je nach Laune, ihr Publikum. Verdüstern sich Wolkenfelder, hat unser deutscher Dichter seine Finger mit im Spiel. Gabriel Wolkenfeld zeichnet Bilder der Apokalypse. Riskieren Sie nicht, bei einem gemütlichen Fernsehabend auf der Couch einzuschlafen. Oder im trauten Heim von ungebetenen Gästen überfallen zu werden. Kommen Sie ihnen zuvor und besuchen sie unsere zweisprachige Lesung am 19.04. In der Lettrétage lieben wir alle Gäste.

Kurzbiografien der Akteure:

Gabriel Wolkenfeld wurde 1985 in Berlin geboren. Hat Germanistik, Literaturwissen-schaft und Russisch studiert. Ist als Deutschlehrer und Autor tätig. 2015 erschien sein Romandebut „Wir Propagandisten“, der den Alltag von Homosexuellen im russischen Jekaterinburg dokumentiert. Veröffentlicht Prosa und Lyrik in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt „Der Onkel, den es nicht gab“ in einer Anthologie („Weil ich so bin“) des Geest-Verlags.

Genia Markova wurde in Kiev, Ukraine geboren. 1995 nach Israel umgezogen. Seit 2001 lebt sie in Deutschland. Anglistin, Romanistin, Slavistin (B.A. Universität Tel Aviv, M.A. Georg-August Universität Göttingen). Arbeitet als Fremdsprachenlehrerin, Übersetzerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift „Berlin. Berega“. Organisiert Lesungen, Poetry Slams und Kultur-festivals (Ruberoid, Money Suicide, Red Square). Gewann Poetry Slams in Berlin, Hamburg und Nürnberg.

Vassili Voronov wurde 1978 in Sibirien geboren. 1994 hat er seine erste Band gegründet. 1999 ist er nach Deutschland umgezogen, wo er weiterhin in vielen Musikprojekten tätig ist.

Dinara Rasuleva (Tatarstan / Deutschland) wurde 1987 in Kazan/Tatarstan geboren. Nahm an Lesungen und Poetry Slams in Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Köln, Tokyo, Moskau u.a. Zuletzt veröffentlichte sie im Literaturmagazin „Berlin.Berega“: „Sonnenuntergang Donnerstag“, Erzählung – №2 / 2016, „Zwei Löffel Bugulma“, Erzählung – № 3/2017. In Deutschland ist sie seit 2015. Sie lebt in Berlin.

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