Empfang in der Residenz des US-Botschafters in Berlin-Dahlem

Die Vorstände der Klaus Mann Initiative Berlin folgten am 15. Oktober 2014 einer Einladung des US-Botschafters John B. Emerson anlässlich eines Empfangs zu Ehren des US-amerikanischen Porträtkünstlers Don Bachardy und in Gedenken an dessen langjährigen Partner, den Schriftsteller Christopher Isherwood. Der Empfang fand in der Residenz des Botschafters in Berlin-Dahlem statt.

1  (v.l.: Konstantin Rau, Don Bachardy und Frank Träger)

Der in Großbritannien geborene Isherwood kam, angezogen von der liberalen Sexualmoral Berlins, in die deutsche Hauptstadt (6 Jahre nachdem Klaus Mann die Stadt zum ersten Mal besuchte) und verlebte hier die Zeit bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933. Die Romane „Mr. Norris steigt um“ (1935) und „Leb wohl, Berlin“ (1939) greifen seine Erlebnisse dieser Zeit auf und prägten im angelsächsischen Raum das Berlinbild der frühen 30er-Jahre. 

1939 emigrierte Isherwood in die USA. Sieben Jahre später 7nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und lernte 1953 den jungen Don Bachardy kennen, mit dem er bis zu seinem Tod 1986 zusammenlebte. Isherwood ermutigte Bachardy, eine Karriere als Porträtmaler zu verfolgen. In den folgenden Jahren lebt und arbeitet das Paar gemeinsam. Bachardy porträtiert namhafte Persönlichkeiten wie Tennessee Williams, Igor Strawinsky oder Greta Garbo. Isherwood veröffentlicht 1964 den Roman „A Single Man“, der dem Modedesigner Tom Ford für seinen gleichnamigen Film aus dem Jahr 2009 als Vorlage diente.

Bachardy und Isherwood engagierten sich in den folgenden Jahren in der Lesben- und Schwulenbewegung der Vereinigten Staaten und gelten bis heute aufgrund ihres Lebens und Wirkens als Vorbilder in der LGBT-Community.

Am Rande des Empfangs für Don Bachardy in der Residenz des US-Botschafters in Berlin-Dahlem kam es zu ein3aer Reihe von Gesprächen. Botschafter John B. Emerson zeigte sich im Gespräch mit unseren Vorständen überrascht vom Dienst des ältesten Sohns des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann in der US-Army und vom Schicksal Klaus Manns nach dem II. Weltkrieg.

Neben Frank Träger (Vorsitzender) und Konstantin Rau (Vize) folgten, wenn auch in anderer Funktion, zudem unsere Mitglieder Stefan M. Weber und Peter Hedenström der Einladung des US-Botschafters.

Text: Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin
[c] U.S. Embassy Berlin (Genehmigt von Oktay Ay, Referent der Kulturattachée)

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