Der Bestand des Grabes von Klaus Mann in Cannes ist gesichert!

Am 20. Januar 2014 wandte sich das Deutsche Generalkonsulat in Marseille mit einem Hilferuf an die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN. Das Konsulat habe seinerseits eine Information der Stadt Cannes erhalten: Die Konzession für das Grab Klaus Manns auf dem Cimetière du Grand Jas sei bereits seit dem Jahr 2011 abgelaufen und die Friedhofsverwaltung stehe vor dem Problem, das Grab von Amts wegen laut Satzung „zurücknehmen“, das heißt, es einebnen zu müssen.

Der Vorsitzende Frank Träger begann in allen Richtungen zu recherchieren, wer für das Grab verantwortlich ist. Grundgedanke war, dass sich die Initiative keinerlei Anmaßung gegenüber den wirklichen Verantwortungsträgern schuldig machen will. Zweite Prämisse war es sicherzustellen, dass – selbst wenn unsere Initiative für den vollen Betrag aufkäme – die volle Verantwortung für das Grab unmöglich auf den Schultern einer in Aufbau befindlichen Literaturgesellschaft, deren langjährige Existenz nicht gesichert ist, liegen könne. Eine Nachhaltigkeit sei nur in Verantwortung der Familie Mann gesichert.

Tatsache ist, dass Thomas Mann die Konzession für die Grabstelle seines Sohnes finanzierte, ehe sie 1981 nachweislich von Klaus Manns Bruder Golo erneuert wurde. Nach unseren Informationen riss der Kontakt der Familie Mann nach dem Tode Golo Manns 1994 ab, bis es im Januar dieses Jahres zu der eingangs beschriebenen an uns gerichteten Anfrage kam.

Die Recherchen und Verhandlungen gestalteten sich sehr schwierig und arbeitsintensiv und durchliefen zwischenzeitlich eine kritische Phase. Es liegt in der Natur der Sache, dass Details hier nicht wiedergegeben werden.

Im Ergebnis können wir feststellen, dass die schwierige Aufgabe der Erhaltung des Grabes eines der wichtigsten deutschen Exilschriftsteller im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung Cannes, dem Deutschen Generalkonsulat in Marseille, der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN und – last but not least – der Familie Mann, allem voran Frido Mann, gelöst wurde. Prof. Frido Mann, sicherte die Zahlung der vollen Summe, die den Bestand des Grabes für weitere 30 Jahre sichert, zu, bat aber unsere Initiative um Vermittlung bei der Bewerkstelligung der Überweisung. Dies konnte mit Hilfe der oben genannten Institutionen innerhalb weniger Stunden gelöst werden.

Vor diesem Hintergrund hat unsere Initiative der Familie Mann die Übernahme der Kosten für 15 Jahre (216€), also knapp die Hälfte der gesamten Summe, angeboten. Es ist uns eine Ehre, zum Erhalt des Grabes in Cannes beizutragen! Mittlerweile werden die Kosten von zwei Vorstandsmitgliedern, Stefan M. Weber (150€) und Frank Träger (restliche 63€) übernommen, sodass die Vereinskasse der jungen Literaturgesellschaft nicht belastet wird. Die restlichen 226€ trägt die Familie Mann, die damit auch die Verantwortung für das Grab übernimmt.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN bedankt sich bei allen, die eine Spende zugesagt haben bzw. mit Rat und Tat beiseite standen. Dank gilt unserem Vizevorsitzenden Eric Weigert, der die Übersetzung der Kommunikation mit der Friedhofsverwaltung Cannes übernahm.

Besonderer Dank gilt der Konsulin Frau Marion Hinsberger (Deutsches Generalkonsulat Marseille) für ihre engagierte und unerschrockene Mitarbeit. Gleiches gilt für die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung in Cannes, Frau Christiane Lavigne und Frau Fanny Pavie. Wir werden uns diesen Mitstreiterinnen erkenntlich zeigen!

Wir alle haben Grund zur Freude: Wir haben das Grabmal eines Aufrechten bewahren können!

Frank Träger, Vorsitzender (11. Februar 2014)

Grab Klaus Manns  auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, 19.02.2014 Stefan M. Weber

Klaus Manns Grab auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, aktuelle Situation 19. Februar 2014, wenige Tage nach der erfolgreichen Rettungsaktion für das Grab. Unser Mitglied Stefan M. Weber besuchte am Rande einer privaten Rundreise das Grab und die Friedhofsverwaltung. Er bedankte sich im Namen der Initiative persönlich bei den Mitarbeiterinnen Christiane Lavigne und Fanny Pavie: Hätten diese beiden Frauen „Dienst nach Vorschrift“ gemacht, würde das Grab des Autors heute nicht mehr existieren.

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