Erster Lektüreabend der Klaus Mann Initiative Berlin

Dionysos vs. Apollon: Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ –
Wissen, wie der Vater „tickt“

Nachdem wir in 2013 eher die politische Seite Klaus Manns (z.B. „Ethos und Diktatur“) im Blick hatten, wenden wir uns in diesem Jahr der sinnlich-erotischen, sprich der Homosexualität des Autors, zu. An unserem ersten Lektüreabend wird es darum gehen, wie der Vater diesbezüglich aufgestellt war. Dies schon deshalb, weil sich Klaus Mann auch in dieser Hinsicht als eine Art „Gegenentwurf“ zu seinem Vater verstand: Beide hatten eine höchst unterschiedliche Art, sich im Spannungsfeld zwischen Dionysos und Apollon zu bewegen. Es gibt wohl keinen besseren Text, als dies anhand der weltkannten Novelle Thomas Manns zu tun, die man – auch über das gesetzte Thema hinaus – immer wieder mit großem Gewinn lesen kann.

Konst HX TM KM

Wir möchten Sie im Vorfeld um die Lektüre der Novelle bitten. Zudem bitten wir Sie um Ihre Anmeldung (Siehe unten!). Die Plätze werden bis 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn in der Nähe des Podiums für Sie reserviert.

Da wir in Sachen Lektüreabend Neuland betreten, wird der Einstieg in die Diskussion zunächst als eine Art „Literarisches Quartett“ gestaltet. Neben drei unserer Mitglieder (Konstantin Rau, Frank Träger und Florian Wolf-Roskosch) wird auch Dr. Tim Lörke mit von der Partie sein.

Wir vier Akteure freuen uns auf den gemeinsamen Abend und viele Literaturbegeisterte werden es uns ganz sicher gleich tun! Keiner von uns bekommt ein Honorar, wir bitten Sie aber der Miete wegen um einen Obolus von 5/3€.

Termin:  Montag, 28. April 2014, 20:00 Uhr
Ort: Kaminzimmer Literaturhaus Berlin-Charlottenburg, Fasanenstraße 23

Akteure:
Dr. Tim Lörke
, Freie Universität Berlin, Vorstandsmitglied der Deutschen Thomas Mann Gesellschaft und Vizevorsitzender des Thomas Mann Kreises Berlin
Frank Träger, Lehrer für Politik und Ethik am Friedrich-Gymnasium
Konstantin Rau, Politikstudent an der Freien Universität Berlin
Florian Wolf-Roskosch M.A., Promotionsstudent und Lehrbeauftragter an der Humboldt-Universität Berlin

Postkarte Hotel des Bains

Das Grand Hotel des Bains (erbaut 1900) am Lido di Venezia, dargestellt auf einer etwas idealisierten Postkarte um 1913. Der Aufenthalt Thomas Manns im Jahr 1911 inspirierte diesen zu der Novelle „Der Tod in Venedig“. Sechzig Jahre später drehte Luchino Visconti seinen gleichnamigen Film in diesem Hotel. Übrigens: Im Mai 1932 stiegen Erika und Klaus Mann gemeinsam mit ihrer Freundin Annemarie Schwarzenbach im „Des Bains“ ab. Seit 2010 ist das Hotel, in dem einst viele Stars der Internationalen Filmfestspiele von Venedig residierten, geschlossen und harrt einer ungewissen Zukunft.

Hinweis: Auf unserer Facebook-Seite gibt es – aus Anlass des Lektüreabends – bald ein Fotoalbum mit ernüchternden Schnappschüssen, die Frank Träger am Himmelfahrttag (09. Mai 2013) auf dem Lido di Venezia machte.

Bildnachweise:
Florian Weber: digitalkontakte teil 2 (Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Autors vom 06.06.2013)
Ansichtskarte Venezia, Lido, Grand Hotel des Bains, um 1913, Eigentum der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN, erworben am 30.12.2013 bei Bartko-Reher OHG, Berlin (Transaktion 310825886073)

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Der Bestand des Grabes von Klaus Mann in Cannes ist gesichert!

Am 20. Januar 2014 wandte sich das Deutsche Generalkonsulat in Marseille mit einem Hilferuf an die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN. Das Konsulat habe seinerseits eine Information der Stadt Cannes erhalten: Die Konzession für das Grab Klaus Manns auf dem Cimetière du Grand Jas sei bereits seit dem Jahr 2011 abgelaufen und die Friedhofsverwaltung stehe vor dem Problem, das Grab von Amts wegen laut Satzung „zurücknehmen“, das heißt, es einebnen zu müssen.

Der Vorsitzende Frank Träger begann in allen Richtungen zu recherchieren, wer für das Grab verantwortlich ist. Grundgedanke war, dass sich die Initiative keinerlei Anmaßung gegenüber den wirklichen Verantwortungsträgern schuldig machen will. Zweite Prämisse war es sicherzustellen, dass – selbst wenn unsere Initiative für den vollen Betrag aufkäme – die volle Verantwortung für das Grab unmöglich auf den Schultern einer in Aufbau befindlichen Literaturgesellschaft, deren langjährige Existenz nicht gesichert ist, liegen könne. Eine Nachhaltigkeit sei nur in Verantwortung der Familie Mann gesichert.

Tatsache ist, dass Thomas Mann die Konzession für die Grabstelle seines Sohnes finanzierte, ehe sie 1981 nachweislich von Klaus Manns Bruder Golo erneuert wurde. Nach unseren Informationen riss der Kontakt der Familie Mann nach dem Tode Golo Manns 1994 ab, bis es im Januar dieses Jahres zu der eingangs beschriebenen an uns gerichteten Anfrage kam.

Die Recherchen und Verhandlungen gestalteten sich sehr schwierig und arbeitsintensiv und durchliefen zwischenzeitlich eine kritische Phase. Es liegt in der Natur der Sache, dass Details hier nicht wiedergegeben werden.

Im Ergebnis können wir feststellen, dass die schwierige Aufgabe der Erhaltung des Grabes eines der wichtigsten deutschen Exilschriftsteller im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung Cannes, dem Deutschen Generalkonsulat in Marseille, der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN und – last but not least – der Familie Mann, allem voran Frido Mann, gelöst wurde. Prof. Frido Mann, sicherte die Zahlung der vollen Summe, die den Bestand des Grabes für weitere 30 Jahre sichert, zu, bat aber unsere Initiative um Vermittlung bei der Bewerkstelligung der Überweisung. Dies konnte mit Hilfe der oben genannten Institutionen innerhalb weniger Stunden gelöst werden.

Vor diesem Hintergrund hat unsere Initiative der Familie Mann die Übernahme der Kosten für 15 Jahre (216€), also knapp die Hälfte der gesamten Summe, angeboten. Es ist uns eine Ehre, zum Erhalt des Grabes in Cannes beizutragen! Mittlerweile werden die Kosten von zwei Vorstandsmitgliedern, Stefan M. Weber (150€) und Frank Träger (restliche 63€) übernommen, sodass die Vereinskasse der jungen Literaturgesellschaft nicht belastet wird. Die restlichen 226€ trägt die Familie Mann, die damit auch die Verantwortung für das Grab übernimmt.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN bedankt sich bei allen, die eine Spende zugesagt haben bzw. mit Rat und Tat beiseite standen. Dank gilt unserem Vizevorsitzenden Eric Weigert, der die Übersetzung der Kommunikation mit der Friedhofsverwaltung Cannes übernahm.

Besonderer Dank gilt der Konsulin Frau Marion Hinsberger (Deutsches Generalkonsulat Marseille) für ihre engagierte und unerschrockene Mitarbeit. Gleiches gilt für die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung in Cannes, Frau Christiane Lavigne und Frau Fanny Pavie. Wir werden uns diesen Mitstreiterinnen erkenntlich zeigen!

Wir alle haben Grund zur Freude: Wir haben das Grabmal eines Aufrechten bewahren können!

Frank Träger, Vorsitzender (11. Februar 2014)

Grab Klaus Manns  auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, 19.02.2014 Stefan M. Weber

Klaus Manns Grab auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, aktuelle Situation 19. Februar 2014, wenige Tage nach der erfolgreichen Rettungsaktion für das Grab. Unser Mitglied Stefan M. Weber besuchte am Rande einer privaten Rundreise das Grab und die Friedhofsverwaltung. Er bedankte sich im Namen der Initiative persönlich bei den Mitarbeiterinnen Christiane Lavigne und Fanny Pavie: Hätten diese beiden Frauen „Dienst nach Vorschrift“ gemacht, würde das Grab des Autors heute nicht mehr existieren.