VORSCHAU AUF DAS PROGRAMM 2014

Frank Träger und Konstantin Rau präsentieren erneut ihren gemeinsamen  Vortrag:

„Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“
KLAUS MANNS BERLIN

Wann:  Montag, 27. Januar 2014, 18:30 Uhr
Wo: Schwules Museum* Berlin (Lützowstraße 73, 10785 Berlin-Tiergarten)
Der Eintritt ist frei!

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte den Schriftsteller Klaus Mann einen „dreifach Geschlagenen – er war homosexuell, er war süchtig, er war der Sohn Thomas Manns“. Und dennoch: Klaus Mann stellte sich dem Zeitgeist mit unglaublicher Souveränität und lebte sehr stringent nach dem ungeschriebenen Motto „Freiheit verteidigen, Freiheit genießen“. Und er tat beides. Ausgiebig. Mit 17 flüchtete er erstmals für kurze Zeit nach Berlin. „Ich war im siebenten Himmel. In Berlin zu sein bedeutete an sich schon ein erregendes Abenteuer! … Die Stadt erschien zugleich erbarmungswürdig und verführerisch: grau, schäbig, verkommen, aber doch vibrierend von nervöser Vitalität, gleißend glitzernd, hektisch animiert, voll Spannung und Versprechen …Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“
Klaus Mann Schwules Museum

AUßERDEM:

Wir freuen uns, eine Veranstaltung anzukündigen, die wir in Zusammenarbeit mit dem Nicolai-Verlag Berlin und dem Buchladen Eisenherz ausrichten:

Wir wurden in ein Landerziehungsheim geschickt…
Klaus Mann und seine Geschwister in Internatsschulen

Ein Vortrag von Manfred Kappeler.

Wann: Dienstag, 8. April 2014, 20:30 Uhr
Wo: Buchladen Eisenherz, Berlin Motzstrasse 23, 10777 Berlin

Eine Einführung des Verlages: Als Erika und Klaus Mann zusammen mit anderen Jugendlichen eine „Bande“ bildeten und „schweren Unfug“ verübten, sahen ihre Eltern Thomas und Katia Mann das gesellschaftliche Ansehen der Familie gefährdet. Es schien ihnen, so Klaus Mann, „eine drastische Lektion“ geboten. Die beiden Mann-Kinder wurden in reformpädagogischeManfred Kappeler Landerziehungsheime gegeben; bald darauf auch Golo und Monika.

Dieses Buch beleuchtet die in vielerlei Hinsicht prekäre familiäre Situation im Haus der Manns, analysiert die Überlegungen Thomas Manns zur Erziehung, zur Psychoanalyse und Reformpädagogik und schildert ausführlich die Erfahrungen von Klaus Mann und seinen Geschwistern Erika, Golo und Monika in der Odenwaldschule, der Bergschule Hochwaldhausen und im Landerziehungsheim Schloss Salem.

Damit legt der Autor nicht nur eine informationsreiche biografische Studie zur Familie Mann vor, sondern liefert auch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte um die Reformpädagogik und die Erziehung in Internatsschulen.

Manfred Kappeler lehrte von 1989 bis 2005 als Professor für Erziehungswissenschaft/ Sozialpädagogik an der TU Berlin. Er war u. a. Mitglied der Expertenkommission zur sexuellen Gewalt in pädagogischen Einrichtungen und Sachverständiger im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Aufklärung der Geschichte der Heimerziehung der 40er- bis 70er-Jahre in der Bundesrepublik.

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