Spontaner Sonnenblumen-Segen

So etwas gab es während einer Veranstaltung unserer Initiative noch nie: Der Stargeiger David Yonan überreichte den völlig überraschten Akteuren inmitten unserer ersten Performance nach der Corona-Pause spontan Sonnenblumen. Auf Facebook postete er später:

„Endlich wieder Literatur live in Berlin nach 18 Monaten- Steffen Marciniak präsentierte ein wunderbares literarisches Quartett erster Güte mit den jungen Schriftstellern Max Drushinin, Anselm Retzlaff, Gabriel Wolkenfeld – herzliche Gratulation und Dank für einen sehr inspirierenden Abend!“

Und wir danken dem in Berlin geborenen Kosmopoliten, der bereits im Alter von 12 Jahren in der Berliner Philharmonie mit den Berliner Symphonikern debütierte und der als Solist in den bedeutenden Konzertsälen Europas, der USA und Südamerikas zu Hause ist, für seine spontane Geste.

Die Veranstaltung ist auch in anderer Hinsicht eine Premiere: Nachdem das alternative Literaturhaus Lettrétage den Standort am Mehringdamm in Kreuzberg verlassen musste, bietet ihm das Kulturzentrum ACUD in Berlin-Mitte bis auf Weiteres eine Heimstadt.

Unser Dank gilt Steffen Marciniak, der den jungen Dichtern die Publikation ihrer lyrischen Arbeiten ermöglichte, und dem Literaturhaus Lettrétage, das unser Comeback auf Facebook tags zuvor regelrecht feierte: „Die Klaus Mann Initiative lädt ein – und wir sind happy, sie wieder bei uns zu haben!“

Ein Faszinosum: Einer der vorgestellten „jungen Dichter“ ist bereits seit 72 Jahren tot: Steffen Marciniak publizierte die Verse des fast vergessenen Dichters Albert H. Rausch und lieh ihm an diesem Abend seine Stimme. Frank Träger, der Gastgeber des Abends, wies darauf hin, dass Klaus Mann sehr wohl Kenntnis der Zeilen von Albert H. Rausch genommen haben muss: In seinen Tagebüchern feierte Klaus Mann dies mit den Worten: „Feuriges Bekenntnis zur Homosexualität.“

Wir finden wieder statt. Und das ist gut so!

Info: Lyrik-Edition NEUN, herausgegeben von Steffen Marciniak, Verlag der Neun Reiche, 2021

SAND • HIMMEL und TEMPEL • SANG – Die neue Lyrik-Edition NEUN und ihre Dichter

09.09.2021, 20:00 Uhr, Lettrétage im ACUD Studio Veteranenstraße 21, Eintritt: 7/5€

Lesung aus der neuen Lyrik-Edition NEUN mit Max Drushinin, Steffen Marciniak,  Anselm Retzlaff und Gabriel Wolkenfeld

Eine Veranstaltung der Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

Vier junge Autoren, einer davon seit 70 Jahren tot, eröffnen die neue Lyrik-Edition NEUN. Im ersten Band schenkt Steffen Marciniak, Herausgeber der Reihe und selbst Dichter, Albert H. Rausch ein neues Leben. Rausch, 1932 mit dem Büchner-Preis ausgezeichnet und von Stefan George beeinflusst, spürt homoerotischem Begehren nach und entführt in Bildern der Ekstase in antike Landschaften. Die Gedichte von Gabriel Wolkenfeld sind lyrische Porträts israelischer Städte – Jerusalem, umgarnt von den drei großen Religionen, Tel Aviv, wild und hedonistisch – aber auch staubiger Wüstenstädte. Auch Max Drushinin begibt sich in seinem Gedichtband auf eine Reise in ferne Welten, um, die Scherben seiner Träume zu Mosaiken zusammensetzend, Gedichte von intimster Innigkeit zu präsentieren. Ebenso erlaubt Anselm Retzlaff in seinem Zweitling eine Innenschau. Vor dem Hintergrund von Klosterruinen wird Selbsterkenntnis für den Dichter zur Lebenswirklichkeit.

Moderation: Steffen Marciniak und Frank Träger

Bitte beachten: Die Veranstaltung findet in der Veteranenstraße 21 statt!

Max Drushinin: geb. 1989 in Swerdlowsk (heutiges Jekaterinburg, Russland). Erste fünf Schuljahre im weißrussischen Minsk, nach Ende der Sowjetunion Emigration mit den Eltern nach Deutschland. Im Rahmen seines Kommunikations-Studiums Auslandsreisen nach Australien und Russland. Dank seiner Kulturbegeisterung fand er den Weg zur Musik und zum Schreiben, neben anderem insbesondere zur Lyrik. 2015 erster Lyrikband ›Mitlesebuch 140‹ im Aphaia Verlag. Geschichte ›Die Sänger der alten Griechen‹ 2017 im Größenwahn-Verlag in: Griechische Einladung in die Musik. Im Jahr 2020 Hanns-Meinke-Preis für junge Lyrik. Mit ›Hades und Hypnos‹ in der Anthologie ›Entführung in die Antike‹.

Steffen Marciniak: geb. in Stralsund, lebt seit 1988 in Berlin. Studierte Kulturwissenschaften an Humboldt-Uni Berlin. Buchhändler, Antiquar, Lektor. Schreibt seit der Jugend Prosa, Lyrik, Essay. Nach Weltreise begann er ab 2012 mit dem Schreiben von Novellen und Gedichten über Nebenfiguren der griechischen Mythologie, so die Nonalogie ›Ephebische Novellen‹.  Veröffentlichungen im Aphaia Verlag: ›HYLAS oder Der Triumph der Nymphe‹, 2014, ›KYPARISSOS oder Die Gabe des Orakels‹, 2015 und ›PHAETHON oder Der Pfad der Sonne‹, 2020. Seit 2021 Herausgeber der Lyrik-Edition NEUN. Veröffentlichte Kurznovellen, Essays und Lyrik in über 25 literarischen Anthologien. Moderator der ‚Karlshorster Abendgesellschaft’, seit 2017 Mitorganisator des ‚Griechisch-Deutschen Lesefestivals’, Seit 2019 Moderator ‚Wilmersdorfer Lesesalon’ der Künstlerkolonie Berlin. Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller, Autorenkreis Plesse.

Anselm Retzlaff: geb. 1991 in Radebeul in einer Künstlerfamilie. Kindheit in Meißen, Abitur an der Freien Werkschule Meißen, derzeit Ausbildung zum Ergotherapeuten in Kreischa. Zeichner (Porträt und Landschaft): 2012 gemeinsame Kunstausstellung mit dem Vater Markus Retzlaff: ›Geisteslandschaften – Zeichnungen und Grafiken‹, 2014/15 am Theater Meißen Schauspieler im Jugendtheater. Schreibt seit 2009, philosophische Aphorismen und Gedichte. Buchillustration zu Steffen Marciniaks Novelle ›Phaethon oder Der Pfad der Sonne‹. Erste eigene Buchveröffentlichung im Mirabilis Verlag: ›Chrysalis – bis zur aufgehenden Sonne‹, 2019. Mit ›Nestis‹ in der Anthologie ›Entführung in die Antike‹, 2019.  Im Jahr 2021 Hanns-Meinke-Preis für junge Lyrik.

Gabriel Wolkenfeld: geb. 1985 in Berlin, wo er auch lebt. Der Autor studierte Germanistik, vergleichende Literaturwissenschaft und Russistik; Studien- und Arbeitsaufenthalte in Estland, Russland und der Ukraine.  Seit 2013 veröffentlicht er Prosa und Lyrik, zunächst in Anthologien bei den Verlagen Größenwahn, Männerschwarm, Geest und Edition ArtScience. Sein Debütroman ›Wir Propagandisten‹ erschien 2015 im Verlag Männerschwarm, Hamburg. Darin verarbeitete er seine Erlebnisse in und mit der russischen Gay-Community. Sein zweiter Roman ›Babylonisches Repertoire‹ erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie über drei Generationen und vier Länder hinweg. Er erscheint im Herbst 2021 im Müry Salzmann Verlag, Salzburg. 2020 gewann Wolkenfeld den ersten Preis im Geest-Verlag-Gedichtwettbewerb.

Impressionen von der Veranstaltung „Klaus Mann – Der Kaplan“ – Ein Beitrag für Rossellinis Film „Paisà“

Der Veranstaltungsort: Das KLICK-Kino am Stuttgarter Platz am Bahnhof Charlottenburg
Bewerbung
Dr. Fredric Kroll, Nestor der Klaus -Mann-Forschung, und Moderator Peter Hedenström
Szenenfoto aus „Paisà“
Zwei Freiburger: Susanne Fritz und Dr. Fredric Kroll
Dr. Fredric Kroll und Frank Träger, Gründer der Klaus Mann Initiative Berlin e.V.
Hinweis: Die Initiative war diesmal nicht der Veranstalter. Unser Dank gilt Peter Hedenström, vor allem aber dem Kino-Betreiber und Filmaktivisten Christos Acrivulis! Christos ist ein Ermöglicher!

KLAUS MANN – DER KAPLAN

Ein Drehbuch für Roberto Rossellinis Filmklassiker „Paisà“. Herausgegeben und mit einem Vorwort von Susanne Fritz im Wallstein Verlag

Mittwoch, 18.08.2021, 20:00 Uhr LESUNG + FILM KLAUS MANN

KLICK Kino, Windscheidstr. 19, 10627 Berlin
(S-Bahn Charlottenburg, U7 Wilmersdorfer Straße, U2 Sophie-Charlotte-Platz)

Klaus Manns vollständiges Drehbuch »Der Kaplan« wird gerahmt von Originalbeiträgen zur Entstehungsgeschichte von Film und Drehbuch, zu den verwickelten deutsch-italienischen Beziehungen und zum Zusammenspiel von Krieg und Kino.

Weitgehend unbekannt ist, dass Klaus Mann an der Entstehung von Roberto Rossellinis neorealistischem Filmklassiker »Paisà« (1946) sehr aktiv beteiligt war. Der Film schildert in sechs Episoden den Vormarsch der Alliierten und die Befreiung Italiens von Faschismus und deutscher Besatzung. Unter dem Titel »The Chaplain« (»Der Kaplan«) schrieb Mann ein vollständiges Drehbuch für die vorletzte Episode. Sein tieftragischer Text über die Begegnung eines im Grunde pazifistischen amerikanischen Militärkaplans mit einem faschistischen Jugendlichen wurde nicht realisiert. Klaus Manns letzter großer literarischer Text wird in diesem Band betrachtet durch ein Kaleidoskop unterschiedlicher künstlerischer und geisteswissenschaftlicher Disziplinen.

Mit Auszügen aus Klaus Manns Fragment gebliebenem Roman »Der letzte Tag« (1949) und Originalbeiträgen u.a. von Lucia Chiarla, Didi Danquart, Susanne Fritz, Carlo Gentile, Alberto Gualandi, Fredric Kroll, Friedrich Lohmann, Chiara Sambuchi, Georg Seeßlen.

Der Film wird in Gegenwart der Herausgeberin und weiterer Gäste gezeigt.

Hinweis: Die Klaus Mann Initiative Berlin hatte bereits in 2014 eine Veranstaltung zum Thema. Wir haben die Übersetzung von und mit Fredric Kroll in einer Dramatischen Lesung in der Buchhandlung „Der Zauberberg“ Berlin-Friedenau aufgeführt.

Die Veranstaltung ist keine der Klaus Mann Initiative Berlin, aber wir bewerben sie natürlich gern.

Musik & Literatur: Thomas Manns „Doktor Faustus“ | Kotaro Fukuma

Hinweis auf eine exzellente Veranstaltung mit dem Pianisten Kotaro Fukuma und Dr. Michael Fürtjes

27.08.2021, 18:00 Uhr | Eintritt: 20 | 15 € (Ursprügliche Termine: 06. September und 27. November 2020)

Ölbergkirche, Paul-Linke-Ufer 29
10999 Berlin-Kreuzberg

Vorgetragen wird das VIII. Kapitel aus Thomas Manns Doktor Faustus. Dazu erklingen die Sonate Nr. 32 c-moll op. 111 von Ludwig van Beethoven, um die es in weiten Teilen des Faustus-Kapitels (VIII) geht, sowie die Klaviersonate op. 1 von Alban Berg und Stücke von Theodor W. Adorno.

Die Platzreservierung erfolgt unter der Mailadresse:
kotarofukuma.concerts@gmail.com

Eine Veranstaltung von KotaoFukumaConcerts.

Die Klaus Mann Initiative Berlin unterstützt die Bewerbung der Veranstaltung.

Platzreservierung: Kotarofukuma.concerts@gmail.com

Hinweis: Bitte informieren Sie sich kurz vor der Veranstaltung, ob diese wie geplant stattfindet. Pandemiebedingt, könnten sich kurzfristige Änderungen ergeben.

https://www.emmaus.de/kultur.html

Erika-Mann-Ausstellung in Prag

„Wir zeigen nicht die Tochter Thomas Manns. Wir zeigen nicht die Schwester Klaus Manns, sondern wir zeigen die Kabarettistin, die Kriegskorrespondentin und die politische Rednerin, das heißt eine Frau in ihrer Zeit, die vieles von ihrer Generation der neuen Frauen der 20er-Jahre repräsentiert, aber noch mehr auf singuläre Weise in schwierigen, um nicht zu sagen katastrophischen Zeiten geleistet hat im Kampf gegen den Nationalsozialismus und für die Demokratie.“

(Prof. Dr. Irmela v. d. Lühe im Gespräch mit Dr. Sylvia Asmus, 08.10.2020, Deutsche Nationalbibliothek, Frankfurt a.M.)

Am 15. April 2021 wird am Goethe-Institut Tschechien in Prag eine Erika-Mann-Ausstellung eröffnet. An der Vernissage kann man zumindest online teilnehmen: Teilnahme über Zoom: Meeting ID: 979 6994 6554 Passcode: 266923

Heinrich Mann zum 150. Geburtstag – Im Sinne von Klaus: Danke für alles!

Klaus Mann Initiative Berlin e. V.
Corona lässt uns keine Wahl, wir mussten schon vorher gratulieren. Aus Anlass unserer Veranstaltung STRASSEN NAMEN LEUCHTEN im Brecht-Haus Berlin, genauer gesagt auf dem Hof des Brecht-Hauses, am 06.06.2020 ehrten wir Heinrich Mann an seinem Grab auf dem unmittelbar benachbarten Dorotheenstädtischer Friedhof.
Konstantin Rau, Frank Träger, Karl Kelschebach, Nora Kelschebach, Michael Navratil und Albert Coers (v.l.n.r. Vorstandsmitglieder bzw. Akteure der Veranstaltung).

Kraftquell Erinnerung: three years ago…

Eigentlich ist rückwärtsgewandte Nostalgie nicht unser Ding. Aber in dieser Zeit kann der Blick in den Rückspiegel Trost, Inspiration und Kraftquell sein. Heute vor drei Jahren erblickte unser Stück „Cabaret am Rand des Vulkans“ in der Lettrétage am Mehringdamm in Kreuzberg das Licht der Welt. Klaus Mann und Christopher Isherwood lassen grüßen!

„Das verhasste und das geliebte Berlin“

Veröffentlicht am

Unsere Veranstaltung „Cabaret am Rand des Vulkans“ war ein Riesenerfolg.

Die Befürchtungen in Sachen Teilnehmerzahlen angesichts der tagelangen eisigen Kälte in Berlin waren am Ende gegenstandslos: Die Lettrétage war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das überwiegend studentische Publikum – über 70% – war einer spannenden Annotation gefolgt: Klaus Mann und Christopher Isherwood, ein Insider und ein Outsider, erlebten in Berlin die letzten Jahre der Weimarer Republik. Nach Hitlers Machtantritt mussten sie die Stadt, das Land und schlussendlich auch den Kontinent verlassen. Tatsächlich trafen sich die beiden Anfang 1939 in New York wieder. Hier wurde das fiktive Gespräch der beiden Schriftsteller angesiedelt. In die nostalgischen Gespräche über das Berlin der Weimarer Republik mit seinen Schwulenbars, seiner Schriftstellerszene und seiner schillernden Bohème mischten sich – zumindest bei Klaus Mann – Zweifel: „Ach Christopher! So leicht dürfen wir es uns nicht machen. Hast du nicht selbst geschildert, dass das geliebte Berlin schon den KEIM DES VERHASSTEN in sich trug?“.

Zudem wurden Unterschiede deutlich: Isherwoods Zeit als Kriegsberichterstatter in China machte ihn endgültig zum Pazifisten. Dessen Aufruf an Klaus, mit ihm auf den Frieden anzustoßen, konterte dieser mit dem Einwand: „Kann man auf den Frieden anstoßen, wenn das bedeutet, die Diktatoren wüten zu lassen?“ Obwohl die Performance auch heitere Momente in sich barg, überwog doch der Ernst des damaligen Zeitgeistes: Im Publikum herrschte absolute Stille, als sich die New Yorker Kellnerin gegenüber Isherwood äußerst negativ über den zwischenzeitlich abwesenden Klaus Mann äußerte, da dieser ein Deutscher sei und sie ihn mit dem Nazi-Regime gleichsetzte. In dem passagenweise auf Englisch gehaltenen Streit beschwor Isherwood das Berlin während der Zeit des Kennenlernens mit Klaus als Hauptstadt der Künstler, Intellektuellen und Tänzer. Er würdigte die Hellsicht Klaus Manns, mit der dieser noch am Vorabend von deren Machtantritt vor den Nazis warnte und würdigte dessen Engagement in der Emigration zur Sammlung antinazistischer Kräfte. Es half nichts: Der Frust der Kellnerin sowohl gegenüber Nazideutschland als auch gegenüber den Emigranten ließ sich nicht bändigen: „Forget the krauts! There’s no hope for them. Germany will never ever become a free country. It’s a shithole country.“ Und: “But they don’t live a dictatorship any more, these cowards! They’ve left it for the only reason of being afraid of getting in trouble. These refugees are nothing but traitors! Germans are either Nazis or traitors.”

Am Ende gab für einen kurzen Moment eine andächtige Stille, der dann jedoch in einen lautstarken Jubel mündete. Das Publikum war vor allem verblüfft, dass es sich – bis auf die von Michael Navratil eingelesenen Texte von Klaus Mann und Christopher Isherwood – gar nicht um eine Lesung, sondern um ein Schauspiel handelte: Alle Akteure hatten ihre teils umfangreichen Texte auswendig gelernt.

Am vorläufigen Ende stellte der Vorsitzende Frank Träger die Akteure vor und übergab jeder und jedem eine Rose: Allen voran Amandine Thiriet​, die – wohlplatziert im Kontext – Liza Minnellis Songs aus dem Musical-Film „Cabaret“, aber auch den durch Frank Sinatra zu Weltruhm gelangten Song „New York, New York“ (Kander/Ebb) vortrug. Der Vorsitzende lernte die junge französiche Schauspielerin und Chanson-Sängerin fast auf den Tag genau vor fünf Jahren am Rande einer Veranstaltung des Berliner Büchertisches – damals nur zehn Hausnummern von der heutigen Lettrétage entfernt und eigentlicher Gründungsort der Initiative – kennen. Amandine Thiriet hat am Conservatoire National in Metz sowie in Paris Musik und Schauspiel studiert. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Schauspielerin und Sängerin in Frankreich und in Deutschland, darunter auch in zweisprachigen Inszenierungen von Pierre-Jérôme Adjedj und Philippe Tibbal. Gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Barbara Klaus-Cosca​ begleitete sie 2013 unsere Veranstaltung „Klaus Mann und Frankreich“ mit Veit Johannes Schmidinger in der Galeries Lafayette Berlin. Der Dank galt auch dem Pianisten Nicolas Mialocq.

Einen besonderen Dank erhielt der Student Karl Kelschebach, der erst seit einem Jahr Mitglied der Klaus Mann Initiative Berlin ist. Nach der Einigung über die Schwerpunktsetzung übernahm Karl die Federführung über das Projekt. Auf Grundlage der Lektüre von „Goodbye To Berlin“, „Mr. Norris steigt um“ und „Christopher und die Seinen“ (auch „Willkommen in Berlin“) von Christopher Isherwood sowie der Romane „Treffpunkt im Unendlichen“, „Der Vulkan“, „Mephisto“ und der Autobiographie „Der Wendepunkt“ von Klaus Mann erstellte er das Script. Gemeinsam mit seiner Schwester Nora Kelschebach und Nathanael Freier, Student an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, opferte er nahezu seine gesamten Semesterferien für die Einstudierung des Stückes. Ein herzlicher Dank galt auch dem Berliner Studenten Hendrik Schmid, „der einen Otto Nowak, wie er im Buche steht“ gab.

Ein besonderes Dankeschön hatten die jungen Akteure für den Vorsitzenden Frank Träger parat, der in einer Nebenrolle sich selbst spielen durfte und ansonsten für die umfänglichen organisatorischen Arbeiten des Projektes hinter den Kulissen zuständig war: „Danke für dieses Projekt! Danke für dein Vertrauen, das auch dann noch hielt, wenn wir am Rand des Vulkans standen. Danke für dein unermüdliches Engagement und dein organisatorisches Geschick. Die heitere Leichtigkeit eines Abends im Cabaret hat unser Projekt durch dich gewonnen…“

Das Nachgespräch wurde von Michael Navratil​, Doktorant der Literaturwisssenschaft an der Universität Potsdam und aktives Mitglied des Thomas Mann Kreises Berlin, geleitet. Die Akteure berichteten über den Entstehungsprozess des Projektes. Frank Träger gab zu Protokoll, dass die Inspiration für den Abend Jahre zurück lag. Am 15.10.2014 war dieser mit seinem Vize Konstantin Rau Gast eines Empfanges in der Dahlemer Residenz des US-Botschafters John Bonnell Emerson für den langjährigen und dreißig Jahre jüngeren Lebenspartner von Christopher Isherwood, Don Bachardy. „Es war schon ein Erlebnis, so einem Mann die Hand zu schütteln“. Und im munteren Gespräch berichteten die jungen Akteure über den Entstehungsprozess des Projektes und debattierten mit dem Publikum.

Apropos: Inmitten der Proben pflanzte der Vorsitzende Frank Träger seinen jugendlichen Mitstreitern den Keim für ein mögliches nächstes Projekt ein: Die Bearbeitung und Aufführung der „Revue zu Vieren“, Klaus Manns zweites Theaterstück, das am 21. April 1927 im Alten Theater Leipzig uraufgeführt wurde. Da die Initiative Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften“ ist, könnte die Veranstaltung offizieller Teil des Programms der Leipziger Buchmesse 2019 sein. Träger: „Wenn wir schon mal einen Leipziger Studenten an Bord haben.“

Schau’n wir mal…

PS: Last but not least: Unser Dank gilt den Mitarbeitern der Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg​. Vor allem, dass es uns mehrfach tagsüber ermöglicht wurde, an unserem Veranstaltungsort zu proben und wir – bei klirrender Kälte – immer eine geheizte Location hatten! Zudem danken wir unserem Vize Konstantin Rau für seine Mitarbeit beim Abenddienst und vor allem für die Fotos.

Konzertierte Aktion zu Thomas Manns „Doktor Faustus“

Konzertierte Aktion zu Thomas Manns „Doktor Faustus“

https://www.mh-luebeck.de/veranstaltungen/mhl-streaming/

https://www.uni-luebeck.de/…/ringvorlesung-zu-doktor

Anfang Januar gibt es ein – gleich aus vier Gründen – bemerkenswertes Highlight zu einem Werk Thomas Manns:

I Das Werk selbst gehört zu den am kontroversesten diskutierten des Schriftstellers.

II Die Akteure setzen auch in der Form ein deutliches Zeichen, um der Corona-Pandemie zu trotzen. Die „Ringvorlesung“ wird vom 5. Januar bis zum 2. Februar, also immer am Dienstag ab 18 Uhr, auf dem Streaming-Kanal der Musikhochschule Lübeck gezeigt.

III Einmalig ist auch der „konzertierte Charakter“ der Aktion: Die Experten der Musikhochschule Lübeck, der Universität Lübeck, der Deutschen Thomas Mann Gesellschaft Lübeck und die einflussreichsten Thomas-Mann-Expertinnen und Experten haben sich zusammengetan.

IV Bemerkenswert ist auch, dass die Akteure dabei nicht ausschließlich auf das gesprochene Wort, sondern auch auf die Wirkungen der Musik setzen.

Ein absolutes Muss für die Thomas-Mann-Welt!

Hörfunk-Tipp: Fluchtpunkt Amsterdam

Hörfunk-Tipp „Deutschlandfunk“ und „Deutschlandfunk Kultur“
Fluchtpunkt Amsterdam
Eine Lange Nacht über deutschsprachige Exilliteratur
(Autorin und Regie: Kerstin Kilanowski)

8.August 2020 (Freitag auf Samstag)  0.05 – 3.00 Deutschlandfunk Kultur
8.-9.August (Samstag auf Sonntag) 23.05-2.00  Deutschlandfunk
oder an einem anderen Tag als Podcast und in der DLF-Mediathek

https://www.deutschlandfunkkultur.de/programmvorschau.282.de.html?drbm:date=08.08.2020 DLF Logos

Stream: STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

Unsere Veranstaltung als Stream:

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann | Literaturforum im Brecht-Haus Berlin am 06.06.2020 – am 145. Geburtstag von Thomas Mann

Mit Albert Coers und Karl Kelschebach

Es lesen Nora Kelschebach und Michael Navratil.

Eine Kooperation der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. mit dem Literaturforum Brecht-Haus Berlin.

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100 Jahre Marcel Reich-Ranicki

Heute wäre Marcel Reich-Ranicki 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass haben wir eine Onlineausstellung zum Leben des bedeutendsten Literaturkritikers in der Bundesrepublik erarbeitet.

Dabei gewähren wir auch Einblicke in die umfangreiche Sammlung von Schriftstellerporträts und Karikaturen, die Reich-Ranicki unserem Museum 2003 geschenkt hat. Durch die Ausstellung führen als roter Faden Zitate aus seinen Memoiren „Mein Leben“, die 1999/2000 monatelang die deutschen Bestsellerlisten anführten.

In der Ausstellung begegnen Euch zahlreiche Autoren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur, mit denen sich Marcel Reich-Ranicki auseinandersetzte, aber auch Vertreter der klassischen Moderne. Einer dieser Schriftsteller ist Franz Kafka, dessen Werke in zahlreichen Essays Reich-Ranickis thematisiert werden und von denen auch einige in seinen ab 2002 erschienenen „Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke“ aufgenommen wurden. In der Ausstellung erfahrt Ihr auch, dass er in den 1950er Jahren Kafkas „Schloss“ ins Polnische übersetzt hat.

Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“ belegte von Oktober 1999 bis Oktober 2000 Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Erstmals erfuhren seine Leser Einzelheiten über sein bewegtes Leben, u.a. die gemeinsame Flucht mit seiner Frau Teofila aus dem Warschauer Ghetto und das Überleben im Versteck bei einer Arbeiterfamilie in einem Vorort von Warschau. So wurde seine Biografie auch zu einem Stück Zeitgeschichte. 2012 wurde er als Redner zur Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag eingeladen und berichtete darüber, wie er der Deportation nach Treblinka entging.

In den 1970er und 1980er Jahren wurde Marcel Reich-Ranicki zu einer zentralen Figur im deutschsprachigen Literaturbetrieb. Allerdings war er auch für seine eindeutigen Beurteilungen bekannt und gefürchtet. Als Gastgeber der Fernsehsendung „Das Literarische Quartett“, die von 1988 bis 2001 ausgestrahlt wurde, wurde er auch dem breiten Publikum bekannt.

Mit Marcel Reich-Ranicki würdigt unsere Onlineausstellung bei Google Arts & Culture einen bedeutenden Intellektuellen und eine Person der Zeitgeschichte. Sie ist zugleich eine spannende Zeitreise in die Literaturgeschichte der Bundesrepublik und lädt zu mancher Entdeckung über den berühmten Kritiker ein.

                                                                                                                                 https://artsandculture.google.com/exhibit/der-literaturpapst/8wISyM6oOeJnLQ?hl=de

Wir trauern um Rolf Hochhuth

Wir trauern um Rolf Hochhuth und übermitteln seiner Frau und seinen Angehörigen unser aufrichtiges Beileid.

Rolf Hochhuth war eine zeitlang Teilnehmer unserer Veranstaltungen. Unvergessen ist sein engagiertes Statement während unserer Veranstaltung „Der Nihilist und der Antifaschist – Ein Abend zum Verhältnis von Gottfried Benn und Klaus Mann vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus“ am 15. September 2015 im Literaturhaus Berlin.

R.I.P.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN Ein Denkmal für die Familie Mann

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STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Samstag, 06.06.2020, 15:00 – 17:00 Uhr, 5/3€

Literaturforum im Brecht-Haus, Chausseestraße 125, 10115 Berlin

Bitte lesen Sie unbedingt die Bedingungen der Anmeldung! Siehe unten!

„Das Auffallendste an Denkmälern ist, dass man sie nicht bemerkt“, mokierte sich Robert Musil einmal. An wie vielen Büsten seines berühmten Kollegen Thomas Mann mögen wir schon achtlos vorübergegangen sein? Auf das Denkmal STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wurde die Klaus Mann Initiative Berlin hingegen bereits aufmerksam, bevor es überhaupt aufgebaut wurde. 2019 gewann der Künstler Albert Coers mit dem Entwurf für das Denkmal eine Ausschreibung der Stadt München. Auf der Website strassen-namen-leuchten.de lässt er uns an seinen Ideen teilhaben und gewährt Einblicke in ihre Verwirklichung.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN wird auf dem Münchener Salvatorplatz das internationale Wirken der Familie Mann beleuchten – im wahrsten Sinne des Wortes: Gemeinsam mit Straßenschildern bilden Laternen aus aller Welt das Herzstück des Denkmals. Wie sie mit den Manns zusammenhängen, weshalb sie geeignet sind, an die umtriebige Familie zu erinnern, und welche Geschichten an ihnen haften – darüber sprechen wir am 6. Juni mit Albert Coers. Der Vortrag ausgesuchter Texte von Thomas und Klaus Mann lässt Albert Coers‘ Kunstwerk in Dialog mit der Literatur treten, die es ehrt.

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. in Kooperation mit dem Literaturforum im Brecht-Haus Berlin.

https://klausmannberlin.wordpress.com/

Aus Anlass der Corona-Krise können nur sehr beschränkt Tickets verkauft werden. Der Ticketverkauf findet diesmal AUSSCHLIESSLICH online, d.h. über die Homepage des Brecht-Hauses, statt. Der Link dafür ist ab jetzt freigeschaltet.

STRASSEN NAMEN LEUCHTEN – Ein Denkmal für die Familie Mann

https://lfbrecht.de/

Das Haus behält sich vor, zugesagte Reservierungen in einem verabredeten Zeitfenster wieder zu stornieren.

Wir bitten Sie ausdrücklich um Verständnis für diese Maßnahmen!

Eintritt 5/3€ (ausschließlich per Überweisung an das Brecht-Haus)

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Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Ein Denkmal für die Familie Mann / A Monument to the Mann Family

Konzept von Albert Coers

Das Denkmal für die Familie Thomas Mann besteht aus Schildern von Straßen, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, und aus Straßenleuchten. Diese stammen aus München, aber auch aus anderen Orten der Welt, die mit der Familie Mann in Bezug stehen.

In Schildern und Leuchten spiegelt sich die Internationalität der Familie Mann wider, von München ausgehend, mit Herkunfts‑, Lebens- und Wirkungsorten in Europa, den USA und Südamerika, gleichzeitig ihre weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung. Dies ist auch anhand der unterschiedlichen Straßenbezeichnungen (Via, Rue, Rua…) ablesbar. Die Aufstellung orientiert sich an der topographischen Lage der Orte zueinander und bildet eine imaginäre Karte. Angesprochen sind Aspekte von Ortsverbundenheit, gleichzeitig Emigration und häufigem Ortswechsel sowie grenzüberschreitendem Weltbürgertum, wofür die Familie als Beispiel gelten kann.
Ausgangspunkt sind Situationen in München, dem langjährigen Lebensmittelpunkt der Familie. Hier gibt es inzwischen mehrere Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, nach Erika, Klaus, Elisabeth, Golo. Jedoch liegen diese an wenig frequentierten Orten, in Neubaugebieten, an der Peripherie, sind so im kollektiven Gedächtnis wenig präsent. Diese Schilder, samt der Lampen, an denen sie befestigt sind, werden ins Zentrum der Stadt gebracht, als Gruppe versammelt und dadurch stärker sichtbar. Es findet eine „Familienzusammenführung“ statt. Gleichzeitig verweisen Schilder und Lampen zurück auf ihre ursprünglichen Standorte. Damit betont das Denkmal den Bezug zu urbanen Strukturen.

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Namen

Für Katia Mann, nach der bisher keine Straße benannt ist, wird ein neues Schild geschaffen. Dies macht „Frau Thomas Mann“ stärker im Bezug zur Stadt sichtbar, war sie doch gebürtige Münchnerin und entstammte der jüdischen Familie Pringsheim, die, wie die Manns, ihren Besitz verloren und emigrieren mussten. Die Benennung im Denkmal nimmt vorweg, was eigentlich ein langwieriger Prozess wäre. Diese Mischung von Realität und Fiktion ist auch Verweis auf literarische Verfahren, wie sie Thomas oder auch Klaus Mann praktizierten.

Leuchten

Geplant sind ca. 15 Leuchten und Schilder. Neben solchen aus München zeigen weitere die Spannweite zwischen Europa, Nord- und Südamerika, stellen Bezüge her.

Ein Straßenschild stammt aus Paris, Lübeck ist als Geburtsort von Thomas Mann und Schauplatz von „Die Buddenbrooks“ vertreten. Aus Frankfurt stammen Lampe und Schild vom Klaus-Mann-Platz, Standort eines Denkmals für verfolgte Homosexuelle; damit ist ein Bestandteil der Identität mehrerer Familienmitglieder inbegriffen.

Rom ist präsent als Aufenthaltsort von Thomas (und Heinrich) Mann in jungen Jahren. Für den südamerikanischen Teil (Thomas Manns Mutter Julia stammte aus Brasilien) stehen Straßenlampe/Schild aus São Paulo.

Eine Leuchte wird dagegen aus Nida/Nidden in Litauen kommen, bevorzugte Sommerfrische der Familie Mann. Sanary-Sur-Mer an der Côte d’Azur war erster Ort der Emigration in den 1930er Jahren. Von dort stammt eine Lampe, die für die Familie insgesamt steht, ebenso eine aus New York, in Nähe des ehemaligen Hotel Bedford, wo die Manns wiederholt abstiegen.

Auf Los Angeles verweist eine Leuchte. Dort ließ Thomas Mann 1942 eine Villa bauen, die er bis zur Rückkehr nach Europa 1952 bewohnte. Eine Leuchte aus aus Kilchberg stellt eine Beziehung her zum Wohnort von Thomas und Katia, auch von Erika (nach der in Zürich eine Straße benannt ist) und zuletzt Golo, der in Leverkusen verstarb.

Recherchereisen an die jeweiligen Orte sind Bestandteil des Projekts, ebenso eine Buchpublikation, die Hintergrund und Entstehung des Denkmals dokumentiert, vermittelt und ergänzt, auch um die aktuellen Situationen der Straßenschilder und Leuchten vor Ort.

Homepage: http://strassen-namen-leuchten.de/

Bildnachweis:

Projektbild: Albert Coers – Straßen Namen Zeichen, Denkmal für die Familie Mann, Entwurf, 2018

Unten: Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum), Facebook-Seite, 09. Mai 2020

Klaus Mann und Europa

Corona fordert Tribut

Faust und Mephistopheles II aus dem Buch 'Walpurgisnacht' TEILDie Veranstaltung

„Dieter Strauss: Wir sind Faust – Teufelspakt und Erlösung bei Goethe, Thomas Mann und Klaus Mann“,

geplant am 06. Mai 2020 in der Büchergilde am Wittenbergplatz, muss wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Wir bemühen uns um einen Termin im Herbst und bitten um Verständnis!

Auch die Veranstaltung „Ein Denkmal für die Manns in München“ mit Albert Coers, geplant am 06. Juni 2020 im Literaturforum Brecht-Haus Berlin, und für die Veranstaltung „Klaus Manns Hölderlin“ suchen wir neue Termine.

Hier die Annotation des Peter-Lang-Verlages zur Faust-Veranstaltung:

Im Zentrum des Buches stehen der Teufelspakt und die Erlösungsfrage. Der Autor fragt nach den Parallelen bei Goethes Faust, Thomas Manns Komponisten Adrian Leverkühn und Klaus Manns Theaterintendanten Hendrik Höfgen. Im Gegensatz zu Goethes Faust können Adrian Leverkühn und Hendrik Höfgen nicht erlöst werden. Der Band zeigt auf, dass die Rettung von Faust an seiner «Selbsterlösung von unten» liegt, die er mit seiner Kolonisierung erreicht, und an der «Liebe von oben», an die Goethe als Anhänger der Allversöhnung glaubt.

Teufelspakt und Erlösungsproblematik stehen am Anfang des Buches. Anschließend folgen die Wege, die die Protagonisten der drei Werke bis zur Rettungsfrage zurücklegen. Äußerer Anstoß und innerer Antrieb der drei Autoren zu diesem Thema bilden den Abschluss.

Dieter Strauss (* 1942), ein deutscher Germanist, der 33 Jahre lang für das Goethe-Institut arbeitete. Er war Leiter der Institute in Santiago de Chile und São Paulo (Brasilien).

Veranstaltungsbild: Ernst Barlach: Faust und Mephistopheles II aus dem Buch „Ernst Barlach. Deutsche Akademie der Künste. Ausstellung Dezember 1951 bis Februar 1952“. Redaktion G. Pommeranz-Liedtke. Texte von Heinz Lüdecke, Herbert Ihering, Friedrich Schult, sowie acht Texte Ernst Barlachs aus dem Nachlaß. Verlag: Berlin (Ost): Deutsche Akademie der Künste, 1951

 

Happy Birthday Fredric Kroll zum 75.!

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Schloss Grochwitz

Wir gratulieren unserem Ehrenmitglied Dr. Fredric Kroll, dem Nestor der Klaus-Mann-Forschung, zu seinem 75. Geburtstag. Wir wünschen ihm Gesundheit und einen nie versiegenden, schöpferischen Kraftquell.

Der US-amerikanische Autor, Komponist und Herausgeber Fredric Kroll ist Gründungsmitglied unserer Initiative. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenen Frank Träger erklärte er, erneut in Sachen Klaus Mann aktiv werden zu wollen. Unter anderem sei die Veröffentlichung der Szenischen Lesung „Der Kaplan“ geplant. Die Performance hatte am 18.11.2014 in der Berlin-Friedenauer Buchhandlung „Der Zauberberg“ Premiere und gilt als eine Sternstunde der Klaus Mann Initiative Berlin e.V. Auch weitere Aktivitäten sind geplant.

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Bild 1: Fredric Kroll (l.) im Gespäch mit dem jungen Poeten Florian Wolf-Roskosch auf Schloss Grochwitz (Herzberg a. d. Elster) am 16.11.2014 (Foto: Klaus Mann Initiative Berlin e.V.)

Bild 2: Schlussapplaus nach der Szenischen Lesung „Der Kaplan“ in der berühmten Buchhandlung „Der Zauberberg“ in Berlin-Friedenau am 18.11.2014. Das Manuskript wurde von Dr. Fredric Kroll erarbeitet. V.l.n.r. Valentina Savietto, Konstantin Rau, Fredric Kroll, Frank Träger. (Foto: Klaus Mann Initiative Berlin e.V.)

 

Pläne schmieden mit Albert Coers

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In München wird es ein ungewöhnliches Denkmal für die Familie Mann geben (Siehe ausführlicher Beitrag unten!) Die beiden Vorständler Frank Träger und Karl Kelschebach unserer Initiative trafen sich am 15. Januar 2020 im „Romanischen Café“ RoCa im Berliner Walddorf Astoria am Kurfürstendamm mit Albert Coers (Mitte), dem Schöpfer des Denkmals. Neben der Erörterung des Projektes wurden auch Möglichkeiten sondiert, wie sich unsere Initiative an der Eröffnung des Denkmals in München beteiligen könnte.

Auf jeden Fall wird es im Juni 2020 eine diesbezügliche Veranstaltung in Berlin geben. Angedacht ist der 06.06.2020, der 145. Geburtstag von Thomas Mann. Wir informieren rechtzeitig. Seien Sie gespannt!

 

Ein Denkmal für die Familie Mann in München

Ein Denkmal für die Familie Mann / A Monument to the Mann Family
Konzept von Albert Coers
Das Denkmal für die Familie Thomas Mann besteht aus Schildern von Straßen, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, und aus Straßenleuchten. Diese stammen aus München, aber auch aus anderen Orten der Welt, die mit der Familie Mann in Bezug stehen.
In Schildern und Leuchten spiegelt sich die Internationalität der Familie Mann wider, von München ausgehend, mit Herkunfts‑, Lebens- und Wirkungsorten in Europa, den USA und Südamerika, gleichzeitig ihre weltweite literarische Ausstrahlung und Bedeutung. Dies ist auch anhand der unterschiedlichen Straßenbezeichnungen (Via, Rue, Rua…) ablesbar. Die Aufstellung orientiert sich an der topographischen Lage der Orte zueinander und bildet eine imaginäre Karte. Angesprochen sind Aspekte von Ortsverbundenheit, gleichzeitig Emigration und häufigem Ortswechsel sowie grenzüberschreitendem Weltbürgertum, wofür die Familie als Beispiel gelten kann.
Ausgangspunkt sind Situationen in München, dem langjährigen Lebensmittelpunkt der Familie. Hier gibt es inzwischen mehrere Straßen und Plätze, die nach Mitgliedern der Familie benannt sind, nach Erika, Klaus, Elisabeth, Golo. Jedoch liegen diese an wenig frequentierten Orten, in Neubaugebieten, an der Peripherie, sind so im kollektiven Gedächtnis wenig präsent. Diese Schilder, samt der Lampen, an denen sie befestigt sind, werden ins Zentrum der Stadt gebracht, als Gruppe versammelt und dadurch stärker sichtbar. Es findet eine „Familienzusammenführung“ statt. Gleichzeitig verweisen Schilder und Lampen zurück auf ihre ursprünglichen Standorte. Damit betont das Denkmal den Bezug zu urbanen Strukturen.
Namen
Für Katia Mann, nach der bisher keine Straße benannt ist, wird ein neues Schild geschaffen. Dies macht „Frau Thomas Mann“ stärker im Bezug zur Stadt sichtbar, war sie doch gebürtige Münchnerin und entstammte der jüdischen Familie Pringsheim, die, wie die Manns, ihren Besitz verloren und emigrieren mussten. Die Benennung im Denkmal nimmt vorweg, was eigentlich ein langwieriger Prozess wäre. Diese Mischung von Realität und Fiktion ist auch Verweis auf literarische Verfahren, wie sie Thomas oder auch Klaus Mann praktizierten.
Leuchten
Geplant sind ca. 15 Leuchten und Schilder. Neben solchen aus München zeigen weitere die Spannweite zwischen Europa, Nord- und Südamerika, stellen Bezüge her.
Ein Straßenschild stammt aus Paris, Lübeck ist als Geburtsort von Thomas Mann und Schauplatz von „Die Buddenbrooks“ vertreten. Aus Frankfurt stammen Lampe und Schild vom Klaus-Mann-Platz, Standort eines Denkmals für verfolgte Homosexuelle; damit ist ein Bestandteil der Identität mehrerer Familienmitglieder inbegriffen.
Rom ist präsent als Aufenthaltsort von Thomas (und Heinrich) Mann in jungen Jahren. Für den südamerikanischen Teil (Thomas Manns Mutter Julia stammte aus Brasilien) stehen Straßenlampe/Schild aus São Paulo.
Eine Leuchte wird dagegen aus Nida/Nidden in Litauen kommen, bevorzugte Sommerfrische der Familie Mann. Sanary-Sur-Mer an der Côte d’Azur war erster Ort der Emigration in den 1930er Jahren. Von dort stammt eine Lampe, die für die Familie insgesamt steht, ebenso eine aus New York, in Nähe des ehemaligen Hotel Bedford, wo die Manns wiederholt abstiegen.
Auf Los Angeles verweist eine Leuchte. Dort ließ Thomas Mann 1942 eine Villa bauen, die er bis zur Rückkehr nach Europa 1952 bewohnte. Eine Leuchte aus aus Kilchberg stellt eine Beziehung her zum Wohnort von Thomas und Katia, auch von Erika (nach der in Zürich eine Straße benannt ist) und zuletzt Golo, der in Leverkusen verstarb.
Recherchereisen an die jeweiligen Orte sind Bestandteil des Projekts, ebenso eine Buchpublikation, die Hintergrund und Entstehung des Denkmals dokumentiert, vermittelt und ergänzt, auch um die aktuellen Situationen der Straßenschilder und Leuchten vor Ort.

Unser Start in die neuen 20er Jahre: Klaus Manns Hölderlin

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Stechau

Allen Mitgliedern, Mitstreitern und Freunden ein gesundes neues Jahr 2020 verbunden mit einem Neujahrsgruß aus dem Schlosspark Stechau (Südbrandenburg). Das Anwesen gehörte und gehört einem Zweig der Frankfurter Bankiersfamilie Gontardt, bei der der Dichter Friedrich Hölderlin Hauslehrer war. Eine Marmorstele im Schlosspark erinnert daran.

Im März jährt sich der Geburtstag des Dichters zum 250. Mal. Die Klaus Mann Initiative Berlin e.V. wird eine Veranstaltung zu den Feierlichkeiten beisteuern. Unter dem Abeitstitel „Klaus Mann: Hölderlin in the Barracks“ laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Seien Sie gespannt! Nähere Infos erfahren Sie bald hier.

WANTED! WER KANN HELFEN? „TREFFPUNKT IM UNENDLICHEN“

WANTED!  – „TREFFPUNKT IM UNENDLICHEN“ – die Doku (1983) und das Doku-Drama (1984)

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Ein Freund unserer Initiative wandte sich kürzlich an uns mit der Frage, wie man die Dokumentation „Treffpunkt im Unendlichen – Die Lebensreise des Klaus Mann““ (1983, NDR, WDR, SFB) bzw. das TV-Drama „Treffpunkt im Unendlichen“ (1984) ansehen / herunterladen / erwerben kann. Googeln hätte nicht weitergeholfen. Beide Werke wurden von dem Duo Königstein / Breloer auf den Weg gebracht. Im engeren Umfeld unseres Vereins kann keiner antworten, wohl auch deshalb, weil die TV-Serie „Die Manns“ (2001) von denselben Machern als das umfassendere Werk angesehen wurde. Dies allerdings, ohne die erstgenannten zu kennen… Gemeint sind nicht der gleichnamige Roman von Klaus Mann bzw. die gleichnamige Festschrift zum 70. Geburtstag unseres Ehrenmitglieds Dr. Fredic Kroll.

WER KANN HELFEN? Antwort bitte via KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN gönnt sich ein „Sabbat-Halbjahr“!

Nach den gleichermaßen aufregenden wie anstrengenden Aktivitäten zum 70. Todestag Klaus Manns in Amsterdam, Berlin und Lübeck in diesem Frühjahr gönnen wir uns jetzt eine schöpferische Pause. Allerdings ist von Ruhe keine Spur. Die Planungen für das Frühjahr laufen auf Hochtouren. Zusammen mit unserer Amsterdamer Sektion wird ein Projekt in Berlin auf den Weg gebracht. Seien Sie gespannt!

Bild: Der Vorstand unserer Intiative hat seine Lieblingslocation gefunden: den ‚Freischwimmer‚ an der Grenze zwischen Kreuzberg und Treptow – gegenüber dem ‚Club der Visionäre‘. Der Flutgraben, der beide angesagten Clubs trennt, war bis vor dreißig Jahren ein Teil des Todesstreifens. Mittlerweile haben sich die Natur und die Partyhungrigen den Ort zurückerobert.

Der Vorstand (v.l.n.r.): Madeleine Kneissig, eine aus Luxemburg stammende Literaturstudentin (HUB), der Vorsitzende Frank Träger und Karl Kelschbach (Vize-Vorsitzender). An dem Tag leider verhindert: Konstantin Rau. Das Meeting war im Grunde genommen ein Brainstorming über den weiteren Weg.

Regenbögen über Madagaskar – Am Vorabend des CSD

Couverture-Von-300x300-1-175x300Freitag, 26. Juli 2019 von 20:00 bis ca. 22:00 Uhr

Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin-Kreuzberg

Eintritt: 5/3€, Mitglieder frei

Wie lebt es sich als Schwuler in Madagaskar? Diese Frage begleitete Karl Kelschebach, Mitglied der Klaus-Mann-Initiative, auf seiner Reise in das stark religiös geprägte Land im Indischen Ozean. Antworten fanden sich in den Bars einer schillernden Bohème, versteckten Szene-Treffs – und der ersten Prosasammlung, die Einblicke in Madgaskars schwule Lebenswelten gewährt: Mémoires d‘un jeune gay dérangé. Texte daraus werden in französischer und deutscher Sprache vorgetragen und gemeinsam mit den Gästen als Zeugnisse einer facettenreichen (Sub-)Kultur erkundet. Gespräche bei einem kühlen Getränk runden den Abend ab.

Vortrag: Karl Kelschebach

Karl hat Germanistik und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin studiert. Zuvor absolvierte er einen Freiwilligendienst in Burkina Faso und 2018/2019 ein Praktikum beim Deutschen Akademischen Austauschdienst in Madagaskar, wo er außerdem Sprachkurse am Goethezentrum erteilte.

Lesung: Nora Kelschebach und Madeleine Kneissig

Nora bereiste 2015/2016 Südamerika. Sie studiert Nachhaltiges Management an der TU Berlin und engagiert sich in der Umweltbewegung „Ende Gelände“.

Madeleine stammt aus Luxemburg und studiert derzeit Literaturwissenschaft an der HU Berlin.

Madeleine und Karl sind Vorstandsmitglieder unserer Initiative.

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

„Eruptiver Flirt“ mit dem Buddenbrookhaus Lübeck

„Cabaret am Rand des Vulkans“ – Ein „eruptiver Flirt“ mit dem Buddenbrookhaus Lübeck.

Herzlicher Dank an das Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum) Lübeck! Ganz besonderer Dank gilt unserem Vize Karl Kelschebach und seinem Ensemble: Nora Kelschebach, Nathanael Freier, Michael Navratil und Hendrik Schmid!

Bildnachweis: Buddenbrookhaus Lübeck

Helles Gedenken: Unsere Initiative performt am 70. Todestag von Klaus Mann zeitgleich in Lübeck und Berlin!

Pic Buddenbrookhaus

Buddenbrookhaus Lübeck

Helles Gedenken am 70. Todestag von Klaus Mann: Die Klaus Mann Initiative Berlin e.V. gedenkt ihres Namensgebers zeitgleich am 21. Mai 2019 an zwei für sie Heiligen Orten: im Buddenbrookhaus (Heinrich-und-Thomas-Mann-Zentrum) Lübeck und in Der Zauberberg in Berlin-Friedenau. Bitte belohnen Sie uns mit Ihrer Anwesenheit!

Cabaret am Rand des Vulkans Klaus Mann vs. Christopher Isherwood

Dienstag, 21. Mai 2019 von 19:30 bis 22:00 Uhr

Buddenbrookhaus (Heinrich-und Thomas Mann-Zentrum), Mengstraße 4, 23552 Lübeck

Karl Kelschebach, Nathanael Freier, Nora Kelschebach, Hendrik Schmid und Michael Navratil

https://www.facebook.com/events/559147737937829/

Pic Panorama Zauberberg

Der Zauberberg Berlin-Friedenau

Der Exilverlag Querido Amsterdam – Klaus Mann zum Gedächtnis

Dienstag, 21. Mai 2019 von 20:00 bis 22:15 Uhr

Buchhandlung Der Zauberberg, Bundesallee 133 12161 Berlin-Friedenau

Bettina Baltschev, NN

https://www.facebook.com/events/159884748287609/

Bildnachweise: Facebook-Auftritte des Buddenbrook-Hauses Lübeck und der Buchhandlung Der Zauberberg Berlin-Friedenau.

https://www.facebook.com/Der-Zauberberg-217302091966143/  und https://www.facebook.com/Buddenbrookhaus/

 

„Cabaret am Rand des Vulkans“ im Buddenbrook-Haus Lübeck

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Cabaret am Rand des Vulkans
Ein fiktiver Dialog zwischen Klaus Mann und Christopher Isherwood

Anlässlich des 70. Todestages von Klaus Mann findet das Cabaret am Rand des Vulkans statt. Die Schauspieler*innen Karl Kelschebach, Nathanael Freier, Nora Kelschebach, Hendrik Schmid und Michael Navratil gestalten in Anlehnung an Klaus Manns Exilroman Der Vulkan: Roman unter Migranten einen fiktiven Dialog zwischen Klaus Mann und dessen Kollegen Christopher Isherwood über das quirlige Berlin der 1920er Jahre, die nationalistische Bedrohung und die Erfahrung der Emigration.

Ein Projekt der Klaus Mann Initiative Berlin e.V., initiiert von Frank Träger.

Karten sind im Museumsshop unter Tel. 0451 122 4190 oder per E-Mail an shop@buddenbrookhaus.de erhältlich, sowie an der Abendkasse.

Eintritt: 9 EUR / ermäßigt 7 EUR

Facebook: https://www.facebook.com/events/559147737937829/

Foto: Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

Der Artikel wurde am 25.03.2019 hier erstmals veröffentlicht.

Klaus Mann Initiative Berlin rockt Amsterdam

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„Ich glaube (und andere auch) eine neue Tradition ist entstanden.“                      Arnulf Sanders, Kunsthistoriker und Mitarbeiter des Jüdischen Museums Amsterdam an Frank Träger nach drei Tagen „KlausMan(n)ia“ in Amsterdam (Mail vom 18.04.2019)

Hier der Fotoblog unseres Mitgliedes Margreet den Buurman, der niederländischen Mann-Expertin: http://margreetdenbuurman.blogspot.com/2019/04/klaus-mann-initiative-berlin-in.html

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Mehr in Kürze!

 

AMSTERDAM, Keizersgracht 333: Wenn diese Steine reden könnten …

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In dem Haus Keizersgracht 333 war von 1933 bis 1950 der Querido Verlag N.V. – ein deutschsprachiger Exilverlag – untergebracht. Von einem kleinen Büro aus leitete Fritz Landshoff – ehemaliger Verlagsleiter des Kiepenheuer Verlages – den Exilverlag und ermöglichte es, dass die Bücher sehr bedeutender deutschsprachiger Schriftsteller erscheinen konnten: So die Werke von Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Heinrich und Klaus Mann, Joseph Roth, Irmgard Keun, Anna Seghers und Arnold Zweig, Ernst Toller und Bruno Frank, Emil Ludwig, Vicki Baum und vielen anderen.

Von September 1933 bis August 1935 konnte Klaus Mann seine literarische Monatsschrift „Die Sammlung“ im Querido Verlag herausgeben. Hier erschien u.a. auch 1936 die Erstausgabe seines berühmten Romans „Mephisto“.

Die Verlagsarbeit fand mit der deutschen Besetzung der Niederlande im Mai 1940 ein barbarisches Ende: Die Gestapo beschlagnahmte und zerstörte den Verlag, der Verlagsleiter Emanuel Querido fiel 1943 durch Verrat in die Hände der deutschen Geheimpolizei. Zusammen mit seiner Frau Jane Querido-Kozijn wurde er am 23. Juli 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet. Nur durch einen Zufall entging Fritz Landshoff diesem Schicksal: Er hielt sich in London auf und konnte sich 1943 nach New York absetzen.

Die Arbeit des Verlages wurde nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges fortgesetzt. Das ultimativ letzte Buch des Exilverlags Querido war die Anthologie „Klaus Mann zum Gedächtnis“ im Jahre 1950. Neben Beiträgen von Giuseppe Antonio Borgese, Lion Feuchtwanger, Hans Keilson, William L. Shirer, Upton Sinclair und vielen anderen gab es auch zwei in anderer Hinsicht überaus bemerkenswerte Artikel: Das Vorwort seines Vaters Thomas Mann geriet zur Laudatio auf seinen Sohn Klaus. Und dass Erika Mann – die stille Herausgeberin des Bandes – die als unversöhnliche Kritikerin aller im „III. Reich“ Angepassten galt, einen Beitrag von Gottfried Benn in die Sammlung aufgenommen hat, gilt bis heute als Sensation. Benn war zu Beginn der NS-Herrschaft Mitläufer der Bewegung und wurde dafür von Klaus Mann heftig kritisiert. Im Verlaufe der NS-Diktatur wandte sich Benn jedoch davon ab und bescheinigte Klaus Mann später politische Hellsicht.

Die Klaus Mann Initiative Berlin e.V. wird im Frühjahr 2019 diesen Vorkämpfern für die Freiheit des Geistes die Ehre erweisen!

Margreet den Buurman – unsere Lobbyistin in Amsterdam

MdB und Kroll Babelsberg 21.11.2016

Auch wir kommen nicht ohne Lobbyisten aus! Unsere Lobbyistin in Amsterdam ist Margreet den Buurman. Die niederländische Expertin für alles, was mit der Familie Mann zu tun hat, ist seit 2016 Mitglied der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. und bereitet uns eine Bühne an der Amstel. Margreet brennt für die Sache und wir sind ihr unendlich dankbar für ihr Engagement!🔥

Wir sehen uns am 16. April 2019 in Amsterdam bei „Überfällige Worte“! Siehe unten!

Bild: Mit Fredric Kroll, dem Klaus-Mann-Experten Nummer Eins. Aufgenommen am 21.03.2016 in Potsdam-Babelsberg (Foto: Frank Träger)

Überfällige Worte: Fiktives Gespräch Klaus vs. Thomas Mann

Zum 70. Todestag von Klaus Mann und zum Gedenken an den Exilverlag Querido, Amsterdam

Finaler Flyer ÜBERFÄLLIGE WORTE 70. TT KM

Dienstag, 16.04.2019, Goethe-Institut Amsterdam, Herengracht 470, Amsterdam

Am 21. Mai 1949 starb Klaus Mann „von eigener Hand“ in Cannes. Eine vielschichtige Gemengelage aus persönlichen und gesellschaftlichen Gründen hatte zu dieser verhängnisvollen Entwicklung geführt. Schon seit mindestens fünfzehn Jahren plagten Klaus Mann Stimmungsschwankungen. Das Experimentieren mit Drogen – nachhaltig beschrieben in seinem Roman „Treffpunkt im Unendlichen“ – führte zu Abhängigkeit und Sucht. Die Jahre der Emigration waren von rastloser Arbeit geprägt: Kraftquell in diesen Jahren waren sein Wirken als verantwortungsvoller Intellektueller und die unstillbare Hoffnung, mit der „Macht des Wortes“ etwas bewegen zu können. Misserfolge bei der Sammlung antifaschistischer Kräfte nährten Zweifel und verschärften seine Depressionen. Als Konsequenz schloss sich der einstige Dandy der US-Army an und wurde Teil einer militärischen Maschinerie. Der bittere „Lohn“ nach der Niederringung des NS-Regimes war der Kalte Krieg, der alle Hoffnungen Klaus Manns auf einen Neuanfang in Deutschland, Europa und der Welt zerstörte. Das „Prinzip Hoffnung“ hatte für ihn ausgedient.

Thomas Mann beantwortete den Freitod seines Sohnes in Cannes zunächst mit anklagenden Worten und sah keinen Anlass, seine Vortragsreise durch Schweden für dessen Beerdigung zu unterbrechen. Diese Tatsachen führten zu offensichtlichen Trugschlüssen über das Verhältnis zwischen Vater und Sohn: Nur kurze Zeit später schrieb Thomas Mann eine Art Nachruf auf seinen Klaus, der von tiefem Respekt, Empathie und Trauer durchdrungen war. Das Resümee des Vaters: „Er starb gewiss auf eigene Hand und nicht, um als Opfer der Zeit zu posieren. Aber er war es in hohem Grade.“ Dieser „Nachruf“ war das Vorwort des Bandes „Klaus Mann zum Gedenken“, den Erika Mann ein Jahr nach dem Tod ihres Bruders auf den Weg brachte. Es war zugleich die letzte Veröffentlichung des Querido Exilverlages, Amsterdam.

Das von Mitgliedern der Klaus Mann Initiative Berlin erarbeitete fiktive Gespräch zwischen Vater und Sohn orientiert sich an literarischen Werken beider Autoren und am aktuellen Stand der Forschung. Auf spekulative Elemente wurde bewusst verzichtet. „Fiktiv“ ist, dass der Sohn, der Anfang 1949 die Absicht geäußert hatte, dieses Jahr nicht überleben zu wollen, vor seinem Freitod das Gespräch mit dem Vater sucht. Zu ihm hatte Klaus ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits stand er von Anfang an im Licht des Literatur-Nobelpreisträgers, andererseits grämte er sich in dessen Schatten und schöpfte seine Identität aus dem Status, ein Gegenentwurf zum berühmten Vater zu sein. Und so wurde eine Gemeinsamkeit zu einem Konfliktfeld: Vater und Sohn gingen höchst unterschiedlich mit ihrer Homosexualität um. Es ist kein Austausch zwischen Vater und Sohn in dieser Frage nachweisbar. Das fiktive Gespräch konfrontiert diesbezügliche Zitate aus Leben und Werk Thomas und Klaus Manns ohne der Versuchung zu erliegen, beide auf das Thema „Homosexualität“ zu reduzieren.

Frank Träger und Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin e.V.

PROGRAMM:

• 19:30 Uhr: Empfang

• 20:00 Uhr: Begrüßung durch Margreet-den Buurman, niederländische Mann-Expertin, Autorin und Herausgeberin von Mann-Studien

• 20:15 Uhr: Frank Träger & Konstantin Rau:
Überfällige Worte – Fiktives Gespräch zwischen Klaus und Thomas Mann

• 21:00 Uhr: Interview über den Text und die Produktion

• 21:30 Uhr: Follow-up- und Publikumsfragen mit den Akteuren und Cees Steeman

• 22:00 Uhr: Schlusswort

► Veranstaltungssprache: Deutsch / Niederländisch
► Eintritt: € 7,50 / mit Ermäßigung: € 5,00
► Information auf Deutsch: https://www.goethe.de/ins/nl/de/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21510945
► Information auf Niederländisch: https://www.goethe.de/ins/nl/nl/ver.cfm?fuseaction=events.detail&event_id=21510945

HP GI AMS Ausschnitt, Rohling

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

Wir danken Frau Helga Marx, Mitarbeiterin am Goethe-Institut Amsterdam, für ihre Unterstützung!

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. wählte einen neuen Vorstand

     Our youngsters: Madeleine Kneissig, Karl Kelschebach, Konstantin Rau

Am 07.12.2018 fand im Dichterviertel Berlin-Friedenau, genauer im Restaurant Medusa, die Mitgliederversammlung unserer Initiative statt. Zur Tagesordnung gehörte auch die von der Satzung vorgegebene turnusmäßige Vorstandswahl.

Die Gründer Frank Träger (Vorsitz) und Konstantin Rau (Vize) wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neu im Vorstand sind der Student Karl Kelschebach (Vize, Freie Universität Berlin) und die Studentin Madeleine Kneissig (Beisitzer, Humboldt Universität zu Berlin).

Karl Kelschebach ist einer der Hauptakteure unseres erfolgreichen Isherwood-Projektes. Der Student hat bewiesen, dass er konzeptionell und effizient arbeiten kann und zudem sehr gut vernetzt ist. Von seinem Praktikumsort auf Madagaskar aus verhandelt Karl mit dem Buddenbrook-Haus über eine Veranstaltung der Initiative am 70. Todestag von Klaus Mann am 21. Mai 2019 in Lübeck. Das Buddenbrook-Haus hatte eine entsprechende Anfrage an den Vorsitzenden Frank Träger gerichtet. Der Ausgang der Verhandlungen ist noch offen. Sollte es dazu kommen, würde dies die Initiative vor große Herausforderungen stellen, da am selben Tag eine Großveranstaltung aus gleichem Anlass in der Friedenauer Buchhandlung „Der Zauberberg“ stattfinden wird. Wir informieren rechtzeitig.

Ebenso hocherfreut ist die Initiative über die Bereitschaft der Literatur-Studentin Madeleine Kneissig (Humboldt-Universität Berlin), im Vorstand mitzuarbeiten. Die junge Luxemburgerin hat schon viele Ideen für die weitere Gestaltung der Arbeit der Initiative.

Übrigens gab es auch etwas zu feiern: 6 Jahre Klaus Mann Initiative Berlin e.V.!

Frank Träger

Kunst und Künstler im Erzählwerk Klaus Manns

Intermediale Forschungsperspektiven auf Musik, Tanz, Theater und bildende Kunst

Dr. Valentina Savietto (Verona, Italien), Gründungsmitglied und Mitglied des Gründungs-vorstandes der Klaus Mann Initiative Berlin e.V. veröffentlicht ihre Doktorarbeit:Cover Buch Valentina Savietto Verlag 01.12.2018

Das Werk erscheint um den Jahreswechsel 2018/19 und ist über den Buchhandel vorbe-stellbar.

Hier die Annotation des Verlages Königshausen & Neumann Würzburg:

„Er war homosexuell. Er war süchtig. Er war der Sohn Thomas Manns. Also war er dreifach geschlagen. Woran hat er am meisten gelitten?“: Mit diesem berühmten Diktum Marcel Reich-Ranickis (1987) hat der Schriftsteller Klaus Mann längst eine schwierige Position in der Rezeption der Exilliteratur vertreten. In diesem Band wird dennoch gezeigt, dass dieser Autor eigentlich zu einer dynamischen Dichtkunst fähig war, da seine Interessen sich gar nicht nur auf die Homosexualitätsfrage beschränkten. Eine entscheidende Bedeutung maß er z.B. der Künstlerthematik bei, wie in seinem reichen Erzähl-, Gedicht-, Theater- und Essaywerk gezeigt wird. Aus diesem Grund analysiert dieses Buch besonders das Erzählkorpus Klaus Manns unter der Perspektive der Intermedial Studies und der Künstlerforschung. Diese Untersuchung hat als Ziel, sowohl den Zusammenhang zwischen Manns Produktion und seiner Wahrnehmung der Kunstmanifestationen der Zwischenkriegskultur zu erforschen, als auch die Modernität seines Werks anhand von intermedialen Anregungen, Vernetzungen und literarischen Strategien ans Licht zu bringen. In diesem Hinblick sind vor allem die Bereiche Musik, Tanz, Theater und visuelle Kunst bemerkenswert, da sie Manns Schaffen nicht nur inhaltlich, sondern auch strukturell intensiv beeinflusst haben.

Die Autorin:
Valentina Savietto studierte Germanistik und Romanistik in Padua und Würzburg, dazu absolvierte sie ein Musikstudium (Bratsche). Sie promovierte 2017 durch ein Doppelpromotionsverfahren in Verona sowie an der Otto- Friedrich-Universität Bamberg. Derzeit ist sie Nachwuchswissenschaftlerin in Verona.

https://www.verlag-koenigshausen-neumann.de/…/p9017_Kunst-u…

Mehr Infos demnächst.

Offene Jahres-Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl

Pic MedusaLiebe Mitglieder und Freunde der Klaus Mann Initiative Berlin e. V.,

hiermit lade ich Sie / euch fristgemäß zu unserer turnusmäßigen Mitgliederversammlung ein. Laut Satzung muss in diesem Jahr ein neuer Vorstand gewählt bzw. bestätigt werden.

Unter Wahrung aller Erfordernisse werde ich den bürokratischen Teil angemessen kurz halten, so dass genug Raum für einen geselligen Austausch ist. Aus diesem Grund ist es eine „Offene Mitgliederversammlung“, die auch Nichtmitgliedern die Möglichkeit bietet, die Initiative kennenzulernen.

Mitgliederversammlung Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

Freitag, 07.12.2018, von 17.00 bis ca. 18:30 Uhr 

Restaurant Medusa Perelsplatz 10, 12159 Berlin-Friedenau

Tagesordnung (vorläufig)

1. Begrüßung und Eröffnung sowie Feststellung der Beschlussfähigkeit und der   Tagesordnung
2. Genehmigung des Protokolls der MV vom 15.10.2017
3. Bericht des Vorstands über das zurückliegende Geschäftsjahr und die abgelaufene Amtsperiode
4. Bericht des Schatzmeisters
5. Bericht der Kassenprüfer
6. Aussprache über die Berichte zu TOP 3 bis TOP 5
7. Entlastung des Vorstands
8. Ernennung eines Wahlvorstands
9. Wahl der Vorsitzenden und der Beisitzer
10. Wahl der Kassenprüfer
11. Allgemeine Aussprache und Planung für die zukünftige Arbeit des Vereins
12. Verschiedenes

Bitte melden Sie sich unbedingt über diese eMail-Adresse an, damit wir disponieren können. Teilen Sie bitte dem bisherigen Vorstand eine evt. Kandidatur mit. Beides bitte spätestens bis zum 03.12.2018 an:

KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Mit herzlichen Grüßen,

Frank Träger, Vorsitzender (01522 197 49 37)

„Ungebetene Gäste“

EINLADUNG ZUM DEUTSCH-RUSSISCHEN LYRIK-ABEND MIT GABRIEL WOLKENFELD UND FREUNDEN

Am 19. April 2018 laden wir Sie erneut in die Lettrétage in das nun frühlingshafte Kreuzberg ein: Unser De-Facto-Mitglied Gabriel Wolkenfeld – bekannt durch seinen Erstlingsroman „Wir Propagandisten“ – ist auch ein begeisterter Lyriker. Gemeinsam mit Freunden stellt er seine Arbeiten vor.

Anfang 2016 lernten wir den schüchtern wirkenden jungen Mann am Rande einer unserer Veranstaltungen im Prenzlauer Berg kennen. Beim Googeln zu Hause zeigte sich: Der Junge hat es – natürlich im besten Sinne des Wortes – ‚faustdick hinter den Ohren‘. Der begeisterte Slawist lebte einige Jahre als Deutschlehrer in Russland bzw. in Folgestaaten der ehemaligen Sowjetunion. Seine Beobachtungen über die Situation junger Homosexueller verarbeitete er in seinem Erstlings-Roman „Wir Propagandisten“. Der Titel ist eine klare Ansage: eine Anspielung auf ein vom offiziellen Russland verhängtes Gesetz, das das öffentliche Sich-zu-erkennen-Geben einer homosexuellen Orientierung unter Strafe stellt.                 In 2017 konnten wir Gabriel gleich zweimal für die aktive Mitwirkung an unseren Veranstaltungen erobern. In beiden Fällen war er eine Idealbesetzung: Im Frühjahr für das Literarische Quartett zu Carolin Emckes „Gegen den Hass“ in der Kreuzberger Lettrétage und im Herbst für das Quartett zu Klaus Manns Tschaikowsky-Roman „Symphonie Patétique“ im Literarturhaus Berlin. Seine eingangs geschilderten Erfahrungen prädestinierten ihn geradezu für diese Themen.

Vor einiger Zeit gelang es uns, Gabriel dazu zu bewegen, seine zweite Leidenschaft mit Interessierten zu teilen: die Lyrik. Seine ab und an auf Facebook geposteten Gedichte kommen ohne jede Künstlich-keit und ohne falschen Zauber aus.

Aber hören und sehen Sie selbst! Eine Anmeldung wäre toll:

KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Lesung (deutsch/ russisch)

19.04.2018, 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin-Kreuzberg, 5/4 €

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V.

Akteure: (Im Bild v.r.n.l.)

Dinara Rasuleva
Genia Markova
Vassili Voronov
Gabriel Wolkenfeld

Annotation:

Ein russisches Sprichwort lautet: Ein ungebetener Gast ist schlimmer als ein Tatar. Noch schlimmer als ein ungebetener Gast sind vielleicht nur mehrere Gäste. Jeder Sorte, die sich nicht um Konventionen scheren, den Wein auf dem Hinweg versaufen, von Dingen reden, die erst erfunden werden müssen. Tatarin und Nicht-Tataren, ausgestattet mit einem Gespür für schlechtes Timing, bereit, sich in Ihren Gedanken einzurichten. Die Slam Poetin Dinara Rasuleva nimmt in ihren rhythmischen Texten keine Rücksicht auf die Grenzen der Sprache. Genia Markova trägt, von Vassili Voronov auf der Gitarre begleitet, ihre Gedichte gesungen vor. Verzaubert oder verhext, je nach Laune, ihr Publikum. Verdüstern sich Wolkenfelder, hat unser deutscher Dichter seine Finger mit im Spiel. Gabriel Wolkenfeld zeichnet Bilder der Apokalypse. Riskieren Sie nicht, bei einem gemütlichen Fernsehabend auf der Couch einzuschlafen. Oder im trauten Heim von ungebetenen Gästen überfallen zu werden. Kommen Sie ihnen zuvor und besuchen sie unsere zweisprachige Lesung am 19.04. In der Lettrétage lieben wir alle Gäste.

Kurzbiografien der Akteure:

Gabriel Wolkenfeld wurde 1985 in Berlin geboren. Hat Germanistik, Literaturwissen-schaft und Russisch studiert. Ist als Deutschlehrer und Autor tätig. 2015 erschien sein Romandebut „Wir Propagandisten“, der den Alltag von Homosexuellen im russischen Jekaterinburg dokumentiert. Veröffentlicht Prosa und Lyrik in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt „Der Onkel, den es nicht gab“ in einer Anthologie („Weil ich so bin“) des Geest-Verlags.

Genia Markova wurde in Kiev, Ukraine geboren. 1995 nach Israel umgezogen. Seit 2001 lebt sie in Deutschland. Anglistin, Romanistin, Slavistin (B.A. Universität Tel Aviv, M.A. Georg-August Universität Göttingen). Arbeitet als Fremdsprachenlehrerin, Übersetzerin und Redakteurin der Literaturzeitschrift „Berlin. Berega“. Organisiert Lesungen, Poetry Slams und Kultur-festivals (Ruberoid, Money Suicide, Red Square). Gewann Poetry Slams in Berlin, Hamburg und Nürnberg.

Vassili Voronov wurde 1978 in Sibirien geboren. 1994 hat er seine erste Band gegründet. 1999 ist er nach Deutschland umgezogen, wo er weiterhin in vielen Musikprojekten tätig ist.

Dinara Rasuleva (Tatarstan / Deutschland) wurde 1987 in Kazan/Tatarstan geboren. Nahm an Lesungen und Poetry Slams in Berlin, Frankfurt, Nürnberg, Köln, Tokyo, Moskau u.a. Zuletzt veröffentlichte sie im Literaturmagazin „Berlin.Berega“: „Sonnenuntergang Donnerstag“, Erzählung – №2 / 2016, „Zwei Löffel Bugulma“, Erzählung – № 3/2017. In Deutschland ist sie seit 2015. Sie lebt in Berlin.

„Das verhasste und das geliebte Berlin“

Unsere Veranstaltung „Cabaret am Rand des Vulkans“ war ein Riesenerfolg.

Die Befürchtungen in Sachen Teilnehmerzahlen angesichts der tagelangen eisigen Kälte in Berlin waren am Ende gegenstandslos: Die Lettrétage war bis auf den letzten Platz gefüllt. Das überwiegend studentische Publikum – über 70% – war einer spannenden Annotation gefolgt: Klaus Mann und Christopher Isherwood, ein Insider und ein Outsider, erlebten in Berlin die letzten Jahre der Weimarer Republik. Nach Hitlers Machtantritt mussten sie die Stadt, das Land und schlussendlich auch den Kontinent verlassen. Tatsächlich trafen sich die beiden Anfang 1939 in New York wieder. Hier wurde das fiktive Gespräch der beiden Schriftsteller angesiedelt. In die nostalgischen Gespräche über das Berlin der Weimarer Republik mit seinen Schwulenbars, seiner Schriftstellerszene und seiner schillernden Bohème mischten sich – zumindest bei Klaus Mann – Zweifel: „Ach Christopher! So leicht dürfen wir es uns nicht machen. Hast du nicht selbst geschildert, dass das geliebte Berlin schon den KEIM DES VERHASSTEN in sich trug?“.

Zudem wurden Unterschiede deutlich: Isherwoods Zeit als Kriegsberichterstatter in China machte ihn endgültig zum Pazifisten. Dessen Aufruf an Klaus, mit ihm auf den Frieden anzustoßen, konterte dieser mit dem Einwand: „Kann man auf den Frieden anstoßen, wenn das bedeutet, die Diktatoren wüten zu lassen?“ Obwohl die Performance auch heitere Momente in sich barg, überwog doch der Ernst des damaligen Zeitgeistes: Im Publikum herrschte absolute Stille, als sich die New Yorker Kellnerin gegenüber Isherwood äußerst negativ über den zwischenzeitlich abwesenden Klaus Mann äußerte, da dieser ein Deutscher sei und sie ihn mit dem Nazi-Regime gleichsetzte. In dem passagenweise auf Englisch gehaltenen Streit beschwor Isherwood das Berlin während der Zeit des Kennenlernens mit Klaus als Hauptstadt der Künstler, Intellektuellen und Tänzer. Er würdigte die Hellsicht Klaus Manns, mit der dieser noch am Vorabend von deren Machtantritt vor den Nazis warnte und würdigte dessen Engagement in der Emigration zur Sammlung antinazistischer Kräfte. Es half nichts: Der Frust der Kellnerin sowohl gegenüber Nazideutschland als auch gegenüber den Emigranten ließ sich nicht bändigen: „Forget the krauts! There’s no hope for them. Germany will never ever become a free country. It’s a shithole country.“ Und: “But they don’t live a dictatorship any more, these cowards! They’ve left it for the only reason of being afraid of getting in trouble. These refugees are nothing but traitors! Germans are either Nazis or traitors.”

Am Ende gab für einen kurzen Moment eine andächtige Stille, der dann jedoch in einen lautstarken Jubel mündete. Das Publikum war vor allem verblüfft, dass es sich – bis auf die von Michael Navratil eingelesenen Texte von Klaus Mann und Christopher Isherwood – gar nicht um eine Lesung, sondern um ein Schauspiel handelte: Alle Akteure hatten ihre teils umfangreichen Texte auswendig gelernt.

Am vorläufigen Ende stellte der Vorsitzende Frank Träger die Akteure vor und übergab jeder und jedem eine Rose: Allen voran Amandine Thiriet​, die – wohlplatziert im Kontext – Liza Minnellis Songs aus dem Musical-Film „Cabaret“, aber auch den durch Frank Sinatra zu Weltruhm gelangten Song „New York, New York“ (Kander/Ebb) vortrug. Der Vorsitzende lernte die junge französiche Schauspielerin und Chanson-Sängerin fast auf den Tag genau vor fünf Jahren am Rande einer Veranstaltung des Berliner Büchertisches – damals nur zehn Hausnummern von der heutigen Lettrétage entfernt und eigentlicher Gründungsort der Initiative – kennen. Amandine Thiriet hat am Conservatoire National in Metz sowie in Paris Musik und Schauspiel studiert. Seit 13 Jahren arbeitet sie als Schauspielerin und Sängerin in Frankreich und in Deutschland, darunter auch in zweisprachigen Inszenierungen von Pierre-Jérôme Adjedj und Philippe Tibbal. Gemeinsam mit ihrer deutschen Kollegin Barbara Klaus-Cosca​ begleitete sie 2013 unsere Veranstaltung „Klaus Mann und Frankreich“ mit Veit Johannes Schmidinger in der Galeries Lafayette Berlin. Der Dank galt auch dem Pianisten Nicolas Mialocq.

Einen besonderen Dank erhielt der Student Karl Kelschebach, der erst seit einem Jahr Mitglied der Klaus Mann Initiative Berlin ist. Nach der Einigung über die Schwerpunktsetzung übernahm Karl die Federführung über das Projekt. Auf Grundlage der Lektüre von „Goodbye To Berlin“, „Mr. Norris steigt um“ und „Christopher und die Seinen“ (auch „Willkommen in Berlin“) von Christopher Isherwood sowie der Romane „Treffpunkt im Unendlichen“, „Der Vulkan“, „Mephisto“ und der Autobiographie „Der Wendepunkt“ von Klaus Mann erstellte er das Script. Gemeinsam mit seiner Schwester Nora Kelschebach und Nathanael Freier, Student an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, opferte er nahezu seine gesamten Semesterferien für die Einstudierung des Stückes. Ein herzlicher Dank galt auch dem Berliner Studenten Hendrik Schmid, „der einen Otto Nowak, wie er im Buche steht“ gab.

Ein besonderes Dankeschön hatten die jungen Akteure für den Vorsitzenden Frank Träger parat, der in einer Nebenrolle sich selbst spielen durfte und ansonsten für die umfänglichen organisatorischen Arbeiten des Projektes hinter den Kulissen zuständig war: „Danke für dieses Projekt! Danke für dein Vertrauen, das auch dann noch hielt, wenn wir am Rand des Vulkans standen. Danke für dein unermüdliches Engagement und dein organisatorisches Geschick. Die heitere Leichtigkeit eines Abends im Cabaret hat unser Projekt durch dich gewonnen…“

Das Nachgespräch wurde von Michael Navratil​, Doktorant der Literaturwisssenschaft an der Universität Potsdam und aktives Mitglied des Thomas Mann Kreises Berlin, geleitet. Die Akteure berichteten über den Entstehungsprozess des Projektes. Frank Träger gab zu Protokoll, dass die Inspiration für den Abend Jahre zurück lag. Am 15.10.2014 war dieser mit seinem Vize Konstantin Rau Gast eines Empfanges in der Dahlemer Residenz des US-Botschafters John Bonnell Emerson für den langjährigen und dreißig Jahre jüngeren Lebenspartner von Christopher Isherwood, Don Bachardy. „Es war schon ein Erlebnis, so einem Mann die Hand zu schütteln“. Und im munteren Gespräch berichteten die jungen Akteure über den Entstehungsprozess des Projektes und debattierten mit dem Publikum.

Apropos: Inmitten der Proben pflanzte der Vorsitzende Frank Träger seinen jugendlichen Mitstreitern den Keim für ein mögliches nächstes Projekt ein: Die Bearbeitung und Aufführung der „Revue zu Vieren“, Klaus Manns zweites Theaterstück, das am 21. April 1927 im Alten Theater Leipzig uraufgeführt wurde. Da die Initiative Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften“ ist, könnte die Veranstaltung offizieller Teil des Programms der Leipziger Buchmesse 2019 sein. Träger: „Wenn wir schon mal einen Leipziger Studenten an Bord haben.“

Schau’n wir mal…

PS: Last but not least: Unser Dank gilt den Mitarbeitern der Lettrétage – das Literaturhaus in Berlin Kreuzberg​. Vor allem, dass es uns mehrfach tagsüber ermöglicht wurde, an unserem Veranstaltungsort zu proben und wir – bei klirrender Kälte – immer eine geheizte Location hatten! Zudem danken wir unserem Vize Konstantin Rau für seine Mitarbeit beim Abenddienst und vor allem für die Fotos.

Cabaret am Rand des Vulkans – Ein fiktiver Dialog zwischen Klaus Mann und Christopher Isherwood

1939 – die Nationalsozialisten trommeln zum Krieg, dem blutigsten der Geschichte. Klaus Mann, einer der ersten, die erkannten, welche Gefahr von Hitler und seinen Schergen für Europa ausging, hat Deutschland bereits 1933 verlassen. Nun lebt er im New Yorker Exil, wo er publizistisch und literarisch dem Faschismus den Kampf ansagt – sein berühmter Roman Der Vulkan: Roman unter Migranten erscheint im Jahr des Kriegsausbruchs.

Christopher Isherwood, Freund und Kollege Klaus Manns, macht sich ebenfalls auf in die USA. Lebwohl Berlin – der wehmütige Titel seines 1938 erschienenen Erfolgsromans passt nur zu gut auf seine Lage: Hinüber ist das Berlin der Weimarer Republik mit seinen Schwulenbars, seiner Schriftstellerszene, seiner schillernden Bohème, das dem umtriebigen Kosmopoliten ans Herz gewachsen ist.

Was haben die beiden Schriftsteller, die Deutschland und Europa verlassen haben, ohne es ganz hinter sich lassen zu können, einander zu sagen? Welche Erinnerungen teilen sie? Welche Pläne schmieden sie? Hören wir ihnen ein wenig zu! In einem fiktiven Dialog tauschen sich Klaus Mann und Christopher Isherwood über das quirlige Berlin der 1920er Jahre, die nationalsozialistische Bedrohung und die Erfahrung der Emigration aus. Musikalischen Glanz verleihen ihrem Gespräch Chansons aus Cabaret, der Verfilmung von Lebwohl Berlin.

DRAMATIS PERSONAE

Klaus Mann – Karl Kelschebach
Christopher Isherwood – Nathanael Freier
Kellnerin – Nora Kelschebach
Otto Nowak – Hendrik Schmid
Leser – Frank Träger
Frank Träger – Frank Träger

Donnerstag, 1. März, 20:00 bis 21:30 Uhr

Lettrétage – das junge Literaturhaus in Berlin-Kreuzberg
Mehringdamm 61, 10961 Berlin

111 Jahre Klaus Mann: Festempfang auf dem Flughafen Tempelhof

Am 18. November 2017, von 12:00 bis 16:00 Uhr, feiern wir in der Haupthalle des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof den 111. Geburtstag Klaus Manns und den fünften Jahrestag der Gründung unserer Initiative. Wir sind offizieller Mitgestalter des Tages der offenen Tür von 12:00 bis 17:00 Uhr.

Um 13:00 Uhr gibt es einen Sektempfang der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. zum 111. Geburtstag Klaus Manns und zu unserem fünften. Eingeladen sind Mitglieder, Freunde und Gäste…

Jeweils um 12:30, 13:30, 14:00, 14:30, 15:00 und 15:30 Uhr gibt es zudem einen Kurzvortrag unseres Vorsitzenden Frank Träger zu Klaus Mann und zur Initiative. Wir freuen uns auf Gespräche mit Interessierten und potentiellen Mitgliedern!

Warum Tempelhof? Dreimal besuchte Klaus Mann nach dem Ende des II. Weltkrieges Berlin. Jedesmal kam er in Tempelhof an und war gespannt: Wie würde sich der Aufbau der zerstörten Stadt gestalten? Wie gingen die Menschen mit der Mitschuld vieler Mitbürger am Zustandekommen des NS-Regimes um? Und vor allem: Wie gestaltete sich die absehbare Entwicklung der Teilung angesichts der Konfrontation der ehemaligen Siegermächte? Kurz nach seinem letzten Besuch ereigneten sich die Berlin-Blockade und als Konsequenz die Luftbrücke.

Wir bitten alle Mitglieder und Freunde im Falle einer Teilnahme gleichermaßen höflich und dringlich um eine Vorabinformation per E-Mail: KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de.

Bitte richten Sie sich auf Sicherheitskontrollen wie auf einem aktiven Flughafen ein. Zudem bitten wir Sie wegen der Kurzfristigkeit um Verständnis: Es gab langwierige Verhandlungen mit dem Senat. Unsere Teilnahme dort ist nicht selbstverständlich!

Details zum Tag der offenen Tür finden Sie hier.

Die ursprünglich für den 18. November 2017 geplante Veranstaltung zu Christopher Isherwood wird auf den 01. März 2018 verschoben.

Wir freuen uns auf Sie und euch!

Bildnachweis: Facebook-Seite der Tempelhof Projekt GmbH, Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Deutschland (CC BY-NC-SA 3.0), Link zum Bild

Symphonie Pathétique – Vom Leben und Sterben des Peter Iljitsch Tschaikowsky

Literarisches Quartett zu Klaus Manns Tschaikowsky-Roman

Am 15. Oktober 2017 wird in der Philharmonie Berlin eine dramatische Collage über Liebe, Leidenschaft und Tod in drei Akten nach Texten von Klaus Mann zur Musik von Peter Tschaikowsky gegeben. Die Aufführung des ORSOphilharmonic-Orchesters unter der Leitung von Wolfgang Roese ist eine Benefiz-Veranstaltung zu Gunsten des Berliner Aids-Hilfe e. V.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. führt – in Abstimmung mit Wolfgang Roese – eine Begleitveranstaltung in Gestalt eines Literarischen Quartetts zum Roman von Klaus Mann durch:

Die Darstellung der Frauen im Werk von Klaus Mann

Am Dienstag, den 13. Juni 2017, wird die spanische Germanistin Ana Muñoz Gascón (Dekanin der Fakultät für Übersetzung und Interpretation an der Universidad de Valladolid) ihr Projekt „Die Darstellung der Frauen im Werk von Klaus Mann“ vorstellen. Ana Muñoz Gascón ist seit Beginn des Jahres Mitglied unserer Initiative.

Die Veranstaltung ist keine Vortragsveranstaltung. Ana wird 10 bis 15 Minuten ihr Projekt vorstellen. Wenn Sie wollen, können Sie Ihre Erfahrungen zum Thema gerne mit einbringen. Die Zusammenkunft dient vor allem dem gegenseitigen Kennenlernen und hat den Charakter einer offenen Mitgliederversammlung. Der Vorsitzende ist übrigens zuvor zusammen mit Ana Gast der Mitgliederversammlung des Thomas Mann Kreises Berlin. Der Veranstaltungsort unserer Initiative ist diesem Umstand geschuldet.

Bitte melden Sie sich unbedingt per E-Mail bis Montagabend verbindlich an:
KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Zeit und Ort:
Dienstag, 13.06.2017, 20:00 Uhr (bis ca. 21:00 Uhr)
BonVerde am Wannsee
Kronprinzessinnenweg 251/252
14109 Berlin

Umfrage: Klaus Mann – ein Vorbild?

Am Rande der Vernissage zur Exposition „Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann am Schwulen Museum* Berlin Ende Oktober 2016 fragte mich ein Altvorderer des Museums, ob man denn eine Schule nach Klaus Mann benennen könne. Natürlich stand hinter der Frage – die keineswegs als flache Provokation gemeint war – das offenkundige Interesse des Fragenden, wie ich – in Personalunion Gymnasiallehrer und Gründer bzw. Vorsitzender der Klaus Mann Initiative Berlin e. V. – die konstruktiven und die destruktiven Aspekte in Leben und Werk von Klaus Mann denn gewichten würde. So verblüfft ich über die Frage war, so verblüfft bin ich noch heute über meine eigene unumwundene Antwort.

Ich bitte Sie hiermit um IHR Statement mit einer angemessenen Begründung:

  1. Taugt Klaus Mann zum Vorbild? Und:
  2. Ist es angemessen, eine Schule nach Klaus Mann zu benennen?

Meine Entgegnung mit einer ausführlichen Begründung habe ich in einem Aufsatz für die „ALG-Umschau“ (Nr. 56) veröffentlicht. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten von Ihnen das Magazin gelesen haben. Aus einem Grund ist das sogar ganz gut so, da Sie nun ohne Beeinflussung urteilen können.

Ich würde mich sehr über Ihre Mitarbeit freuen! Mit der Teilnahme stimmen Sie einer Veröffentlichung Ihrer Meinung zu. Wenn Sie einer Veröffentlichung NICHT zustimmen, teilen Sie uns das bitte ausdrücklich mit. Gleiches gilt für einen möglichen Wunsch, das Statement anonym zu veröffentlichen.

Auf einen fruchtbaren Meinungsaustausch über
KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de.

Einsendeschluss ist der 23. Mai 2017.

Ihr Frank Träger
Vorsitzender

Gegen den Hass

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Nach dem Veranstaltungsmarathon zu Klaus Manns 110. Geburtstag werden wir uns zeitgenössischen Themen stellen. Genauso, wie sich Klaus Mann den Themen seiner Zeit stellte. Leider sind die Probleme unserer Zeit denen seiner gar nicht so unähnlich. Das fünfte Literarische Quartett unserer Initiative stellt sich den Herausforderungen Demokratiefeindlichkeit, Populismus, Fanatismus, Rassismus und Nationalismus.

Carolin Emcke, Autorin des Essays „Gegen den Hass“, ist eine der wichtigsten Intellektuellen der Bundesrepublik Deutschland. Sie wurde vor wenigen Monaten in der Paulskirche zu Frankfurt am Main mit dem Friedenspreis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

„Sie setzt dem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, ein Lob des Vielstimmigen, des ‚Unreinen‘ entgegen – weil so die Freiheit des Individuellen und auch des Abweichenden zu schützen ist. Allein mit dem Mut, dem Hass zu widersprechen, und der Lust, die Pluralität auszuhalten und zu verhandeln, lässt sich Demokratie verwirklichen. Nur so können wir den religiösen und nationalistischen Fanatikern erfolgreich begegnen, weil Differenzierung und Genauigkeit das sind, was sie am meisten ablehnen.“ (Fischer-Verlage)

Die Akteure des Abends diskutieren die Argumente und die Denkanstöße Carolin Emckes zur Verteidigung der humanistischen Haltung und einer offenen Gesellschaft vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungswelt.

19. April 2017 | 20 Uhr | Lettrétage Berlin

Akteure:

Ármin Langer
war u. a. Rabbinerstudent am progressiven und egalitär ausgerichteten Abraham Geiger Kolleg in Potsdam, jetzt Student der jüdischen Theologie an der Universität Potsdam; Gründer der „Salaam-Schalom“-Initiative (2013), die sich für den jüdisch-islamischen Dialog einsetzt, Autor von „Ein Jude in Neukölln: Mein Weg zum Miteinander der Religionen“ (2016)

Gabriel Wolkenfeld
Slavist; Studium der Germanistik, der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, der Russistik sowie Deutsch als Fremd- und Zweitsprache in Potsdam; längere Auslandsaufenthalte in Estland, Belarus, Russland; Lehrer für Deutsch als Fremdsprache; Autor von „Wir Propagandisten“ (2015)

Karl Kelschebach
Student an der Freien Universität Berlin: Deutsche Philologie und Politikwissenschaften mit Lehramtsoption

Frank Träger
Gymnasiallehrer für Politik, Ethik und Religion; Fachberater im Bereich des Staatlichen Schulamtes Brandenburg an der Havel; Gründer und Vorsitzender der Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

© Carolin Emcke „Gegen den Hass“. Leserechte mit freundlicher Genehmigung des S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 2016 vom 14.02.2017 exklusiv für Klaus Mann Initiative Berlin e. V.

„Schön, dass Sie Klaus Mann Frischluft zufächeln!“

Ein Nachtrag in eigener Sache: Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. wurde fast einstimmig zum Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten e. V. (ALG) gewählt.

Die Location und der Zeitpunkt (und auch das Wetter) hätten besser nicht sein können. Die ALG führt ihre Jahrestagungen eigentlich in der Provinz durch. Zum 30. Geburtstag versammelten sich die Vertreter dann doch in der Hauptstadt. Weiterlesen

Wir nehmen am Griechisch-Deutschen Lesefestival 2017 teil

Die Klaus Mann Initiative Berlin e. V. stellt das bisher noch nie aufgeführte Theaterstück „ATHEN“ (1932) von Klaus Mann als szenische Lesung vor, nach einer Strichfassung von Dr. Fredric Kroll, dem Nestor der Klaus-Mann-Forschung.

06.02.2017, 20:30 Uhr
Terzo Mondo am Savignyplatz in Berlin

Mit dabei sind:
Dr. Fredric Kroll (Sokrates)
Hauke Diekamp (Alkibiades)
Blanche Kommerell (Xanthippe)
Kostas Papanastasiou (Timon)
Steffen Marciniak (Meletos)
Margarete Hamm (Tänzerin)

athen-banner

Grafik angefertigt und bereitgestellt von Steffen Marciniak.
Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Signe von Scanzoni – die letzte Gefährtin von Erika Mann

25.01.2017, 20:00 Uhr
Büchergilde Gutenberg Berlin, Buchhandlung am Wittenbergplatz

als-ich-noch-lebteDie Schauspielerin, Sängerin und Theaterkritikerin Signe von Scanzoni war die letzte Lebensgefährtin von Erika Mann. Nach deren Tod im September 1969 schrieb sie den fast 200 Manuskriptseiten umfassenden „Bericht über Erika Mann“. Dieser Text liest sich als Totenklage, Lebensbeichte und letztes großes Briefgespräch. Er erzählt von einer leidenschaftlichen Bindung, die vom Zwang zur Verschwiegenheit und zum Verstecken ebenso bestimmt war wie von heftigen Kontroversen über Politik und Zeitgeschichte (Quelle: Wallstein Verlag).

Referentin: Prof. Dr. Irmela von der Lühe (Universitätsprofessorin u. a. an der FU Berlin)
Moderation: Frank Träger und Konstantin Rau

Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 3 Euro
Mitglieder der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. und der Büchergilde haben freien Eintritt.

Die Veranstaltung ist Teil des gemeinsamen Rahmenprogramms der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN und des Schwulen Museums* Berlin zur Ausstellung „Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann.

Weitere Informationen finden Sie bei Facebook und auf der Website der Büchergilde Gutenberg.

Ein Fest für Klaus Mann zu seinem 110. Geburtstag

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Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. begeht das Jubiläum am 18. November 2016 mit einer Aufführung der ersten Bühnenfassung von Klaus Manns einzigartiger Biografie „Der Wendepunkt“ in der Fassung von Maria Trautmann, die auch die Regie führt. Sie erleben Sven Gey als Darsteller und Moritz Götzen am Kontrabass (Foto: André Symann, Aufführung in Essen).
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Im Anschluss gibt es ein Nachgespräch zum Stück: Als Expertin wird die niederländische Literaturwissenschaftlerin, Autorin und Herausgeberin Margreet Den Buurman über diMargreet Den Buurmane Aktualität von Klaus Manns Werk und die Rezeptionsgeschichte in den Niederlanden berichten.

Margreet Den Buurman ist DIE niederländische „Mann“-Spezialistin. Sie hat Bücher über Thomas und Heinrich Mann sowie auch eine gut aufgenommene Monografie über Erika und Klaus Mann veröffentlicht. Der Titel: „Ein Leben entlang der Bühne“. Margreet ist Mitglied unserer Initiative.

DER WENDEPUNKT – Erste Bühnenfassung von Klaus Manns einzigartiger Biografie
18.11.2016, 20:00 Uhr, Lettrétage Berlin

Doch auch in den nächsten Tagen geht es spannend weiter: Zunächst wird Dr. Fredric Kroll, der Nestor der Klaus-Mann-Forschung, als Referent in der Veranstaltung „Im Banne des Kalten Krieges: Klaus Manns letztes Fragment THE LAST DAY“ zu sehen sein.

Zum Inhalt: Bis kurz vor seinem Tod arbeitete Klaus Mann an seinem literarischen Vermächtnis „The Last Day“. Der Text handelt von zwei Intellektuellen in Ost und West, die gleichermaßen für Ausgleich und Verständigung werben und damit – wie Klaus Mann selbst – untergehen. Zwei Tage vor der Ausrufung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, die für sein Empfinden die Teilung Europas zementierte, hat Klaus Mann sich das Leben genommen. Im Laufe der vorausgehenden Wochen hat er sich bemüht, seine lebenslange Todessehnsucht durch das Schreiben eines Selbstmörder-Romans vor dem Hintergrund der atomaren Bedrohung durccover-treffpunkt-im-unendlichenh den sich zuspitzenden Kalten Krieg zu sublimieren. Trotz massiver Schreibhemmungen hat Klaus Mann Skizzen zu diesem Roman in nicht ganz unbeträchtlichem Umfang hinterlassen: Der Idealist Julian in New York begeht aus Enttäuschung über die Heuchelei im politischen Gebaren der USA Selbstmord. Beim Versuch, in den Westen zu fliehen, wird der enttäuschte kommunistische Schriftsteller Albert in Ost-Berlin erschossen. Diese zwei ähnlich und doch auch wieder unterschiedlich motivierten Todesfälle ereignen sich am selben Tag und werden strukturell ineinander verwoben. Fredric Kroll trägt die „Lesefassung“ vor, die er aus diesen Fragmenten zusammengestellt und aus dem Englischen ins Deutsche übertragen hat.

Im Banne des Kalten Krieges: Klaus Manns letztes Fragment THE LAST DAY
21.11.2016, 19:0
0 Uhr (geändert, ursprünglich 20:00 Uhr), Bildungsforum Potsdam

Unsere lerenate-bergertzte Veranstaltung in diesem Jahr trägt den Titel: „Tanz auf dem Vulkan – Gustaf Gründgens und Klaus Mann“.

Die Referentin an diesem Abend ist Dr. Renate Berger, bis 2012 Professorin für Kunst- und Kulturwissenschaft an der Universität der Künste Berlin. Sie hat Anfang des Jahres eine Doppelbiografie zu Gustaf Gründgens und Klaus Mann herausgebracht. Frank Träger und Konstantin Rau werden sich mit der Autorin über das spannungsgeladene Verhältnis der beiden unterhalten. Die Texte von Gustaf und Klaus werden von den Schauspielern Vincent Sierp (l.) und Marius Mik (r.) gelesen.

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Übrigens: Vincent Sierp, bis vor kurzem noch Student der Schauspielschule Charlottenburg, coachte zusammen mit seinem Kommilitonen Jan Schneider die beiden Vorstände unserer Initiative zur Vorbereitung des Fiktiven Gesprächs zwischen Klaus und Thomas Mann.

Tanz auf dem Vulkan – Gustaf Gründgens und Klaus Mann
30.11.2016, 20:00 Uhr, Literaturhaus Berlin (Großer Saal)

Eine Übersicht mit allen Veranstaltungen des Festprogramms bis Februar 2017 finden Sie hier.

„Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann

Am 27.10.2016 wird um 19:00 Uhr die Ausstellung

„Es ist also ein Mädchen“: Hommage an Erika und Klaus Mann

im Schwulen Museum* Berlin eröffnet. Die Schau wird bis zum 30.01.2017 gezeigt. Die Ausstellung wurde von den Vorständen der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. initiiert (Arbeitstitel: „The Literary Mann Twins“). Kurator ist Wolfgang Theis. Die Initiative organisierte auch ein vielfältiges Rahmenprogramm.

Mehr Informationen zur Ausstellung finrinaldo-hopfden Sie hier.

Bildnachweis: Rinaldo Hopf, The Literary Mann Twins, Rinaldo Hopf / Schwules Museum*

Nachlese: „Tristan“ als erotische Novelle

Literarisches Quartett v. l.: der Schriftsteller und Herausgeber Steffen Marciniak, der Gründer und Vorsitzende Frank Träger, die italienische Doktorandin Valentina Savietto und der Thomas Mann-Experte Dr. Tim Lörke (FU Berlin, Vorstandsmitglied der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft). Bild: Markus Reiniger

Nach der Einführung durch Valentina Savietto begründete Frank Träger seine Initiative zur Besprechung von Thomas Manns „Tristan“ mit der eigenen Biografie: Die Novelle habe unter seinen Kommilitonen während des Studiums in DDR-Zeiten eine bis heute geführte Debatte über das Selbstverständnis des „Intellektuellen“ in der ostdeutschen Gesellschaft, die eine zutiefst kleinbürgerliche gewesen sei, hervorgerufen. Die erneute Lektüre habe für ihn eine Überraschung gebracht: Seine Sicht auf Detlef Spinell und Anton Klöterjahn habe sich mittlerweile beinahe ins Gegenteil verkehrt. Im Übrigen sei er froh, ein Werk Thomas Manns zu besprechen, das ein Mal nicht vordergründig das Thema „Erotik“ bediene: „Wir haben hier vor zwei Jahren ‚Der Tod in Venedig‘ besprochen und auch in anderen Kontexten die Sexualität in Thomas Manns Leben und Werk thematisiert. Mir ist bei ‚Tristan‘ das Apollinische viel wichtiger als das Dionysische! Ich bin sehr leichtfertig davon ausgegangen, dass ‚Tristan‘ zur Abwechslung einmal dieses Thema nicht tangiert. Ich musste mich eines Besseren belehren lassen…“

Für den Literaturwissenschaftler Tim Lörke eine Steilvorlage: „Tristan“ sei eine „erotische Novelle“ ausgehend vom Eros der Handlungskonstellation in Wagners „Tristan und Isolde“.

Apropos Wagner: Die Veranstaltung wurde durch einen bemerkenswerten Beitrag bereichert. Der Klaus Mann Forscher Dr. Fredric Kroll, Gründungs- und Ehrenmitglied unserer Initiative, der es sehr bereute, nicht persönlich anwesend sein zu können, schickte einen musikalischen Gruß: Einen Mitschnitt der von ihm initiierten und mitgestalteten literarisch-musikalischen Collage an Klaus Manns Todestag 2014 in Freiburg im Breisgau. Fredric Kroll ist in Personalunion Komponist des Werkes: „Die Zuhörer in Freiburg waren zum Glück lauter Kenner, die meine Verschmelzung von Platen, Wagner und Tschaikowsky (und latent im Hintergrund Thomas Mann) in ihren Einzelheiten nachvollziehen konnten der Erfolg lässt sich buchstäblich hören! Allerdings konnte niemand wissen, dass die Musik der abschließenden Takte von mir selbst ist aus meiner noch unvollendeten zweiten Oper ‚Eine Nacht an der Newa‘ nach Dostojewskijs Novelle ‚Weiße Nächte‘.“ Der an dem Abend eingespielte Mitschnitt bot die Vertonung des Gedichtes „Tristan“ von August Graf von Platen. Es sang die Sopranistin Caroline Schori, begleitet vom Pianisten Neil Beardmore von der Musikhochschule Freiburg im Breisgau (Anmerkung: Der Titel ist im zweiten Teil des Mitschnitts aus urheberrechtlichen Gründen nicht enthalten).

August Graf von Platen: „Tristan“ (Aus „Tristan und Isolde“)

„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen
Ist dem Tode schon anheimgegeben
Wird für keinen Dienst auf Erden taugen
Und doch wird er vor dem Tode beben
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen.

Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe
Denn ein Thor nur kann auf Erden hoffen
Zu genügen einem solchen Triebe.
Wen der Pfeil des Schönen je getroffen,
Ewig währt für ihn der Schmerz der Liebe.

[…]

Ach, er möchte wie ein Quell versiechen,
Jedem Hauch der Luft ein Gift entsaugen
Und den Tod aus jeder Blume riechen.
Wer die Schönheit angeschaut mit Augen,
Ach, er möchte wie ein Quell versiechen.“

Clou der Veranstaltung war die Übernahme von „Figurenpatenschaften“: Valentina Savietto war „Pate“ von Spinell, Frank Träger von Anton Klöterjahn und Steffen Marciniak von Gabriele Klöterjahn. Die wohl interessanteste „Patenschaft“ übernahm Tim Lörke die für den Erzähler, an dem sich alle anderen reiben konnten.

Natürlich war auch das Publikum gefordert: Inmitten der angeregten Diskussion des Quartetts warf Frank Träger den Ball in Gestalt einer Frage ins Publikum: „Wer sind denn nun wirklich ,die Guten‘?“ Einen unerwarteten Verlauf nahm der Abend, als Steffen Marciniak sich kurz vor dem geplanten Ende der Veranstaltung mit der Frage ans Publikum wandte: „Wer gewinnt? Was heißt hier ,gewinnen‘?“. Die etwas provokante Antwort eines Gastes in der „Nachspielzeit“ führte zu der drängenden Forderung einer anderen Teilnehmerin, den Abend nicht zu beenden, bevor man dies ausdiskutiert hätte. Aber hören Sie selbst:

Text: Frank Träger

Nächste Veranstaltung

„Bürger gegen Künstler: Thomas Manns TRISTAN“
Lektüreabend / Offenes Literarisches Quartett

10.06.2016, 20:00 Uhr
Literaturhaus Berlin

Erste gemeinsame Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e. V. mit dem Thomas-Mann-Kreis e. V.

Eintritt 5 / 3 Euro

Der Eintritt dient ausschließlich zur Deckung der Mietkosten. Für Mitglieder beider Gesellschaften ist der Eintritt frei.

Akteure:
Dr. Tim Lörke, Berlin
Valentina Savietto, Verona
Steffen Marciniak, Berlin
Frank Träger, Herzberg (Elster)

Wir bitten Sie um die Vorablektüre des Werkes. Aber auch Gäste, die im Vorfeld keine Gelegenheit zum Lesen der Novelle hatten, werden die Veranstaltung mit Gewinn erleben.

Zudem bitten wir ausdrücklich um Ihre Anmeldung per E-Mail. Platzreservierungen sind bis zehn Minuten vor Veranstaltungsbeginn möglich.
E-Mail: KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Foto: André Köhler, 2011. [c] Literaturhaus Berlin

Eine frohe Botschaft: Die Ausstellung „The Literary Mann Twins“ findet statt

Nach dem Scheitern unserer Crowdfunding-Aktion – nur 11 Prozent des Funding-Ziels wurden erreicht – tritt nun „Plan B“ in Kraft. Der Kurator der Ausstellung, Wolfgang Theis, bedauert dKlaus-and-Erika-1927as Scheitern und würdigt aber das Engagement der Initiative. Die Ausstellung zu Erika und Klaus Mann wird nun aus den Mitteln des Schwulen Museums* Berlin finanziert und läuft damit in alleiniger Verantwortung des Museums. Allerdings wird Wolfgang Theis deutlich machen, dass der Anstoß von der Klaus Mann Initiative kam.

Das geplante Rahmenprogramm bleibt davon unberührt. Die Klaus Mann Initiative hat ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt. Während der Zeit der Ausstellung wird es Veranstaltungen mit Frau Prof. Irmela von der Lühe, Frau Prof. Renate Berger und Dr. Fredric Kroll geben. Der Clou wird die Aufführung der Bühnenfassung von Klaus Manns Biografie „Der Wendepunkt“ sein.

Das Stück unter der Regie von Maria Trautmann wird am 110. Geburtstag in der Kreuzberger „Lettrétage“ aufgeführt. Auch im Schwulen Museum* selbst wird es eine Veranstaltung der Klaus Mann Initiative geben. Frank Träger und Konstantin Rau wiederholen ihr fiktives Gespräch zwischen Thomas und Klaus Mann in Sachen Homosexualität.

Die Ausstellung wird wahrscheinlich am 27. Oktober 2016 eröffnet und läuft bis zum Januar 2017. Bitte informieren Sie sich zeitnah, auch was das Rahmenprogramm angeht. Das Schwule Museum* wird Führungen durch die Ausstellung anbieten.

Informationen zu allen Veranstaltungen der Klaus Mann Initiative finden Sie hier.

Bildnachweis: Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Monacensia München

Nachlese: Junge Poeten

Junge Poeten – Ich bin, also schreibe ich. Poesie als Nahrung

Eine Dichterlesung von Florian Wolf-Roskosch und Rico Kullik
am 17.02.2016 in der Lettrétage Kreuzberg:

 

Aus der Annotation: Wir leben in unsicheren Zeiten. Wer heutzutage Gedichte schreibt, gilt als Sonderling. Doch rufen nicht gerade die Krisen und Abgründe das Schreiben auf den Plan? Der Schriftsteller Klaus Mann verdichtete zeitlebens seine Hoffnungen und Träume in Romanen und Erzählungen. Breiten Raum nahmen dabei auch die Schattenseiten der Seele ein. Der Problematik von ,,Kunst und Leben“ wollen zwei junge Autoren, Florian Wolf-Roskosch und Rico Kullik, in ihren eigenen Dichtungen nachspüren.

„Ich bin, also schreibe ich. Poesie als Nahrung“ fragt nach der Notwendigkeit des Schreibens, nach dem nahezu körperlichen Bedürfnis nach Tagtraum, Flucht und Melancholie. Dabei könnte es sein, dass der Grundkonflikt zwischen Dionysos und Apollon in den Versen an die Oberfläche durchbricht…

Eine Veranstaltung der Klaus Mann Initiative Berlin e.V.
Wir sind Institutionelles Mitglied des Vereins Lettrétage e.V.

Nachlese: Im Strudel der Promiskuität II

Premiere: Zum ersten Mal führte die KMIB eine Veranstaltung in einer kirchlichen Einrichtung durch. Wir waren zu Gast beim „Gesprächskreis Homosexualität“ in der Evangelischen Advent-Zachäus-Kirchengemeinde (Danziger Straße 201/203, Prenzlauer Berg), und zwar mit dem fiktiven Gespräch „Im Strudel der Promiskuität“:
zu Gast beim Gesprächskreis
Bild: Peter Rausch

Nachlese: Im Strudel der Promiskuität

„Im Strudel der Promiskuität – ein fiktives Gespräch zwischen Thomas Mann und Klaus Mann in Sachen Homosexualität“ am 17.11.2015 in der Lettrétage Kreuzberg (die Location beherbergte übrigens bis 2013 das Schwule Museum Berlin).

Hier einige visuelle Eindrücke des Abends:



Unsere nächste Veranstaltung:

IM STRUDEL DER PROMISKUITÄT
Fiktives Gespräch Thomas Mann vs. Klaus Mann in Sachen Homosexualität

Ludwig_von_Hofmann_Die_Quelle_1913Zum Bild:
Ludwig von Hofmann: Die Quelle (ca. 1913);
Bildnachweis: Thomas-Mann-Archiv der ETH Züric; Link: hier und hier;
mit freundlicher Genehmigung der Ludwig-von-Hofmann-Gesellschaft Potsdam e.V.; nach Angabe der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst Bonn ab 2015 lizenzfrei

Zur Veranstaltung:
Am 21. Mai 1949 starb Klaus Mann „von eigener Hand“ in Cannes. Eine vielschichtige Gemengelage aus persönlichen und gesellschaftlichen Gründen hat zu dieser verhängnisvollen Entwicklung geführt. Schon seit mindestens fünfzehn Jahren plagten Klaus Mann Stimmungsschwankungen. Das Experimentieren mit Drogen – nachhaltig beschrieben in seinem Roman „Treffpunkt im Unendlichen“ – führte zu Abhängigkeit und Sucht. Die Jahre der Emigration waren von rastloser Arbeit geprägt: Kraftquell in diesen Jahren waren sein Wirken als verantwortungsvoller Intellektueller und die unstillbare Hoffnung, mit der „Macht des Wortes“ etwas bewegen zu können. Misserfolge bei der Sammlung antifaschistischer Kräfte nährten Zweifel und verschärften seine Depressionen. Als Konsequenz schloss sich der ehemalige Dandy der US-Army an und wurde ein Teil einer militärischen Maschinerie. Der bittere „Lohn“ nach der Niederringung des NS-Regimes war der Kalte Krieg, der alle Hoffnungen Klaus Manns auf einen Neuanfang in Deutschland, Europa und der Welt zerstörte. Das „Prinzip Hoffnung“ hatte für ihn ausgedient.

Sein Vater Thomas Mann wertete den Freitod seines Sohnes wie folgt: „Er starb gewiss auf eigene Hand und nicht, um als Opfer der Zeit zu posieren. Aber er war es in hohem Grade.“

Das von Mitgliedern der Klaus Mann Initiative Berlin erarbeitete fiktive Gespräch zwischen Vater und Sohn orientiert sich an literarischen Werken beider Autoren und am aktuellen Stand der Forschung. Auf spekulative Elemente wurde bewusst verzichtet. „Fiktiv“ ist, dass der Sohn, der Anfang 1949 die Absicht geäußert hatte, dieses Jahr nicht überleben zu wollen, vor seinem Freitod das Gespräch mit dem Vater sucht. Zu ihm hatte Klaus ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits stand er von Anfang an im Licht des Literatur-Nobelpreisträgers, andererseits grämte er sich in dessen Schatten und schöpfte seine Identität aus dem Status, ein Gegenentwurf zum berühmten Vater zu sein. Und so wurde eine Gemeinsamkeit zu einem Konfliktfeld: Vater und Sohn gingen höchst unterschiedlich mit ihrer Homosexualität um. Es ist kein Austausch zwischen Vater und Sohn in dieser Frage nachweisbar. Das fiktive Gespräch konfrontiert diesbezügliche Zitate aus Leben und Werk Thomas und Klaus Manns ohne der Versuchung zu erliegen, beideKlaus Mann Collage über gelb auf das Thema „Homosexualität“ zu reduzieren.

IM STRUDEL DER PROMISKUITÄT – Fiktives Gespräch Thomas Mann vs. Klaus Mann in Sachen Homosexualität / Szenische Lesung

Wer: Frank Träger und Konstantin Rau, KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V.
Wann: Dienstag, 17. November 2015, 20:00 Uhr
Wo: Lettrétage – das junge Literaturhaus in Kreuzberg, Mehringdamm 61, 10961 Berlin

Beiderseits unverbindliche Anmeldung: hier!

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. ist institutionelles Mitglied des Vereins Lettrétage e.V.; der Veranstaltungsort des Literaturhauses Lettrétage in Kreuzberg war bis 2013 Heimstatt des Schwulen Museums Berlin.

Text: Frank Träger

Der Nihilist und der Antifaschist

Ein Abend zum Verhältnis von Gottfried Benn und Klaus Mann vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus

Literaturhaus Berlin, 15.09.2015

Das Kaminzimmer des Literaturhauses Berlin platzte aus allen Nähten. Achtzig Gäste waren gekommen,um der Veranstaltung der Klaus Mann Initiative Berlin e.V. (KMI) beizuwohnen, die das spannungsreiche Verhältnis von Klaus Mann und Gottfried Benn vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus thematisierte. Im Publikum vertreten war auch die Gottfried Benn-Gesellschaft, deren Teilnahme der Klaus Mann Initiative Berlin ein großes Anliegen war.

Auf dem Podium vertreten waren Frank Träger, Lehrer für Politik und Ethik sowie Vorsitzender der KMI, Florian Wolf-Roskosch, Historiker und Vize der KMI, sowie Dr. Holger Hof, freier Autor und Verfasser der Biographie ,,Gottfried Benn. Der Mann ohne Gedächtnis“ (2011). Während der folgenden zwei Stunden folgte eine tour d`horizon durch die Jahre 1930-50, welche die prägendsten für die gegenseitige Wahrnehmung der beiden Schriftsteller waren. Dabei lag ein Schwerpunkt auf ihren geschichts- und kunsttheoretischen Einstellungen, die stellvertretend für zwei unterschiedliche Wege von Intellektuellen stehen, ihre jeweilige Weltsicht im Angesicht von Faschismus und Krieg zu rechtfertigen. Dr. Hof wertete das Zerwürfnis als ,,Gesinnungsstreit“.

Die drei Diskutanten förderten Folgendes zutage: Gottfried Benn, Arzt und Dichter, und Klaus Mann, Schriftsteller und Exilant, bewahrten sich zeitlebens – trotz aller gegenseitigen Enttäuschungen und Anfeindungen – eine respektvolle Haltung füreinander. Ihre spürbare Sympathie konnte trotz ihrer weltanschaulichen Distanznahme während der NS-Diktatur nicht ausgelöscht werden. Während Klaus Mann im Ausland seine Positionen in Zeitschriften und Exil-Organen vertrat, zog sich Benn ab 1934 von öffentlichen Stellungnahmen zurück und artikulierte seine Sicht der Dinge vorwiegend in Briefen und Notizen, ehe er 1949 sein literarisches Comeback in der Bundesrepublik erlebte und 1951 den Georg-Büchner-Preis erhielt.

Klaus Manns linksliberal gefärbter Pazifismus und Humanismus, der sich im Exil zu einem kämpferischen Antifaschismus entwickelte, ließ sich mit Gottfried Benns elitärer Kunstauffassung und nihilistischem Weltbild nicht versöhnen. Klaus Mann sprach der Literatur eine politisch-aufklärerische Rolle zu, die Benn als Dichter auf den Spuren Nietzsches ablehnte. Benns Sichtweise war eher anthropologisch orientiert. Doch dies tat der menschlichen Hochschätzung des zwanzig Jahre Jüngeren durch Benn ebenso wenig Abbruch wie der literarischen Verehrung des Dichters ,,früh geliebter Zaubersprüche“ (Klaus Mann) durch den ältesten Sohn Thomas Manns.

Im Zentrum des Abends stand der offen vollzogene Bruch Gottfried Benns mit den literarischen Emigranten anno 1933, der ein kurzes Engagement Benns an der von den Nazis gleichgeschalteten Akademie der Künste in Berlin einläutete, sowie die unterschiedlichen Kunstauffassungen beider Schriftsteller, welche auch bei der anschließenden Diskussion durch die Gäste reflektiert wurden. Rolf Hochhuth verwies dabei auf Benns Nähe zu Oswald Spengler, demzufolge die Geschichte keine hegelianische Aufwärtsbewegung sei (Benn: ,,Die Geschichte verfährt nicht demokratisch.“). Weitere Wortmeldungen kreisten um die Bewertung von Benns ,,innerer Emigration“, der seit 1938 mit Schreibverbot belegt war und im Zweiten Weltkrieg als Arzt im Heer Verwendung fand. Klaus Manns früher Selbstmord 1949 und Benns Beitrag zu dessen Nachruf markierten abschließend die Verzweiflung des Idealisten Klaus Mann im Angesicht des heraufziehenden Ost-West-Konflikts und des fortgesetzten Kampfes der Ideologien. Dessen Tod nahm Benn zum Anlass, seinen Irrtum nach der nationalsozialistischen Machtübernahme einzugestehen, als er kurzzeitig hoffte, dass eine Versöhnung von Kunst und Macht, Dichtung und Gesellschaft möglich sei. Lebenslang blieb er bei der Ansicht, Kunst sei die ,,letzte metaphysische Tätigkeit“ des Menschen.

Der Abend war ein großer Erfolg und aufgrund der vielfältigen positiven Reaktionen des Publikums fühlt sich die Klaus Mann Initiative Berlin beflügelt, ihre weiteren Projekte anzugehen – alles im Zeichen des 110. Geburtstages Klaus Manns im Jahr 2016. Wir danken allen Teilnehmern und Gästen für die gelungene Veranstaltung und dem Literaturhaus Berlin für die erwiesene Gastfreundschaft!

Text: Florian Wolf-Roskosch

Nächste Veranstaltung:

Der Nihilist und der Antifaschist – Das Verhältnis von Gottfried Benn und
Klau
LH-Berlin_1s Mann vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus

Dienstag, 15. September 2015, 20:00 Uhr
Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23

Beide Autoren, einander durch das künstlerische Milieu der Reichshauptstadt Berlin verbunden, haben sich zeitlebens als dichterische Größen wahrgenommen. Für den jungen Klaus Mann war Benn ein Dichter ,,früh geliebter Zaubersprüche“. Die Entfremdung, die mit dem Jahr 1933 einsetzte, Benns folgenre1a Klaus Manniche ,,Antwort an die literarischen Emigranten“ sowie die anschließende Expressionismus-Debatte in den 30er-Jahren wollen wir an unserem Literaturabend thematisieren. Dabei schwebt uns vor, den komplexen Werdegang der Beziehung beider Schriftsteller auch vor dem Hintergrund von Klaus Manns Exil und Benns innerer Emigration – mit Zitaten und historischen Hintergründen zu beleuchten. Die Verbundenheit Benns zu dem ältesten Sohn Thomas Manns zeigt sich dabei nicht zuletzt in dessen Würdigung in seiner Autobiographie ,,Doppelleben“ (1950) sowie in dem Nachruf von Dichterkollegen (,,Klaus Mann zum Gedächtnis“) auf Klaus Manns Selbstmord im Jahre 1949.

„Benn ist ein großer Poet: Einige seiner dunkel suggestiven, tragisch1a Benn kühnen Verse haben sich mir für immer eingeprägt, ihr Rhythmus bleibt mir im Blut wie das Echo früh gehörter, früh geliebter Zaubersprüche.“

„Der nietzschetrunkene Dermatologe war angenehm berührt von dem antihumanistischen, antichristlichen Radikalismus, der irrationalen Vehemenz der Hitlerbewegung. Mit dem ‚Irrationalen‘ hatte er es überhaupt. Auch ich war einst verliebt gewesen in diesen Terminus….“
(Klaus Mann: Der Wendepunkt, 1999, S. 346-348)

Akteure:
Dr. Holger Hof, Autor von „Gottfried Benn – der Mann ohne Gedächtnis“
Florian Wolf-Roskosch, M.A. an der Humboldt-Universität
Frank Träger, Lehrer für Politik und Ethik am Friedrich-Gymnasium
(Vize und Vorsitzender der Klaus Mann Initiative e.V.)

Eine gemeinsame Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V. und des Literaturhauses Berlin

Hinweis:
Die Veranstaltung ist vom Landesschulamt Brandenburg a.d. Havel als Fortbildung anerkannt. Melden Sie sich bitte im Vorfeld über das Fortbildungsnetz an! Veranstaltungsnummer: 15B400501
Melden Sie sich bitte nach der Veranstaltung beim Vorsitzenden, Frank Träger. Auf Wunsch erhalten auch Berliner Lehrer eine Teilnahmebestätigung.

Bildnachweise:
hier und hier
André Köhler, 2011. [c] Literaturhaus Berlin

Julia da Silva-Bruhns – die starke Brasilianerin hinter der berühmten Schriftstellerfamilie

Dass die Mutter Thomas und Heinrich Manns Brasilianerin war und 1851 mitten im Urwald bei Rio de Janeiro geboreJulia Mannn wurde, wissen selbst manche Germanisten nicht.

Ihr Weg führte vom „Glück in den Tropen“ in das – für Thomas Mann – „mittelalterliche Lübeck“ und die Ehe mit dem Finanzsenator Mann und endete nach dem frühen Tod des Senators 1891 mit ih4. Boa Vista 2 (1)rer Befreiung in die Bohèmestadt München. Ein Leben zwischen den Kulturen, das für das spätere Exil und Weltbürgertum ihrer Schriftstellersöhne Heinrich und Thomas sowie für dessen Künstlerkinder prägend war.

Neben einer Darstellung der drei Lebensetappen Julia Manns in Brasilien, Lübeck und München wird ihr Einfluss auf das literarische Werk ihrer Söhne Thomas und Heinrich sowie ihres Urenkels Frido, des Lieblingsenkels von Thomas Mann, besprochen, der im „Doktor Faustus“ einen frühen literarischen Tod erleidet.

Dr. Dieter Strauss, ehemaliger Leiter der Goethe-Institute von Santiago de Chile und Sao Paulo, erzählt die Lebensgeschichte der Julia Mann. Dabei geht es natürlich auch um ihren Einfluss auf das literarische Werk der Familie

08. Juni 2015, 20:00 Uhr                                                                                          Büchergilde Gutenberg Buchhandlung am Wittenbergplatz, Kleiststr. 19 – 21, Berlin

Eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN e.V.

Dem Vortrag liegen folgende Bücher des Referenten28. Blick auf Paraty (1) zu Grunde: „Julia Mann – Lebensstationen der Mutter von Heinrich und Thomas Mann“ (Verlag Dräger-Druck Lübeck 1999), „Diesseits von Goethe – deutsche Kulturbotschafter im Aus- und Inland“ (Adatia Verlag 2009) und „Oh Mann, oh Manns – Exilerfahrungen einer berühmten deutschen Schriftstellerfamilie“ (Peter Lang Verlag Frankfurt 2011).

Bildnachweise:
Archiv Badische Zeitung, URL: http://www.badische-zeitung.de/offenburg/stadtnotizen-xawwjo3yx–43846312.html // Fotos Dr. Dieter Strauss: Das Elternhaus Julias in Paraty und der Ort Paraty. Die beiden Fotos beziehen sich auf Julias Geburt im Urwald und auf ihre Kindheit.

Fredric Kroll – Ein Leben für Klaus Mann

Hinweise auf Veranstaltungen des Verlages Männerschwarm Hamburg und des Buchladens Eisenherz Berlin:

Unser Ehrenmitglied und Nestor der Klaus-Mann-Forschung ist am 07.02.2015 70 Jahre alt geworden. Nachdem unseren umfänglichen Bemühungen, zusammen mit der US-Botschaft eine Veranstaltung zu gestalten, kein Glück beschieden war, führen nun der Männerschwarm Verlag Hamburg und die Buchhandlung Eisenherz Berlin jeweils eine Veranstaltung in Hamburg (21.Mai 2015 und Todestag von Klaus Mann) und Berlin (22.05.2015) durch. Geplant sind ein Gespräch mit Fredric Kroll und eine Lesung zu „The Last Day“. In Hamburg wird zudem ein kultureller Beitrag auch an Fredrics Schaffen als Komponist erinnern. Weiterlesen

Erstes Arbeitstreffen zum Doppel-Projekt zu Klaus Manns Roman „Symphonie Pathétique“

Neben dem literarisch-musikalischen Abend am 17.03.2015 wird es am 14.04.2015 einen weiteren Lektüreabend geben. Das neue „Literarische Quartett“ tagte eine Stunde vor dem Neujahrsempfang unserer Initiative in der „Schwartzschen Villa“ in Steglitz. Das Zusammenspiel aus Bewährtem und Neuem zeigt sich auch personell: Florian Wolf-Roskosch (Vize) und Frank Träger (Vorsitzender) waren schon beim Lektüreabend zu Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ (Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße) und Klaus Manns „Treffpunkt im Unendlichen“ (Literaturhaus Lettrétage, Kreuzberg) mit von der Partie. Neu in der Runde sind Renata Koprivova und Markus Reiniger. Renata ist erst seit wenigen Monaten Mitglied. Die junge Pragerin hat ihre Magisterarbeit über Klaus Mann an der Karlsuniversität geschrieben. Markus ist ehemaliger Student am Peter Szondi-Institut der FU Berlin und einer der Gründer der Klaus Mann Initiative.

Die junge italienische Literaturwissenschaftlerin Valentina Savietto, die an den ersten beiden Lektüreabenden aktiv teilnahm, kann aus Termingründen leider nicht aus Verona anreisen. Aber sie hat der Initiative via Facebook zwei den Roman betreffende Arbeiten von sich geschickt. Zudem hat sie einen Vorschlag zur Schwerpunktsetzung geliefert, der vom Quartett einhellig befürwortet wurde.

(v. l.: Renata Koprivova, Florian Wolf-Roskosch, Frank Träger & Markus Reiniger)

(v. l.: Renata Koprivova, Florian Wolf-Roskosch, Frank Träger & Markus Reiniger)

Mal sehen, ob es uns gelingt, Steglitz und Zehlendorf zu erobern!

Lieber Fredric Kroll, alles erdenklich Gute zum 70. Geburtstag!

„Ich halte es für besser, erst einmal Großes zu entwerfen…“

von Frank Träger, Gründer der Klaus Mann Initiative Berlin e.V.

Eigentlich bin ich Fredric Kroll erst zweimal im Leben begegnet. Da dieses Zusammensein alles andere als flüchtiger Natur war, erlaube ich mir dennoch gleich zu Beginn ein Urteil: Fredric Kroll ist ein Segen für unsere Initiative. Und er ist es für unsere jüngere Generation. Eigentlich ist es ein Treppenwitz der Geschichte, eine ‚Ironie des Schicksals‘: Unsere junge Literaturgesellschaft hat ihre Wurzeln nicht im Universitären. Und das, was auch die schwulen Altachtundsechziger im Westen Berlins nicht auf die Reihe bekommen haben, blieb mir – einem des Bedarfs wegen aus der ostdeutschen Provinz nach Berlin versetzten Studienrats – und zwei meiner ehemaligen Schüler, Konstantin Rau und Markus Reiniger, überlassen: die erste Literaturgesellschaft zu Klaus Mann auf den Weg zu bringen. Die Vorurteile des etablierten Berliner Literaturbetriebes – und nicht nur des Berliners – waren immens: Unsere Initiative wurde teilweise wie ein „im Weinberg der Literaturwissenschaft wütender Eber“ behandelt. Ob da berechtigte Vorbehalte oder vorurteilsbeladene Standesdünkel eine Rolle spielten, sei dahin gestellt. Eines steht fest: Die Manns haben nicht für Literaturwissenschaftler geschrieben.

Was die Vorurteilsbeladenen betrifft: Fredric Kroll, der Nestor der Klaus-Mann-Forschung, gehörte und gehört jedenfalls nicht dazu! Noch bevor ich mich damals schriftlich an Fredric wenden konnte, erreichte mich seine Mail. Er hatte durch Detlef Grumbach von uns erfahren und sich daraufhin unsere Homepage angeschaut. Wohl gemerkt: ER hat sich an UNS gewandt!

Die Tatsache, dass Fredric Kroll ein Segen für uns ist, heißt nicht, dass es sich hier um ein harmonisches Verhältnis handelt. Es war und ist ein hartes Ringen um das Verständnis des anderen und um Maßstäbe.

Ein Beispiel: Mitten in den Vorbereitungen zur Aufführung seiner Oper „Der scharlachrote Buchstabe“ in Hamburg wandte sich Fredric Kroll an mich. Er mache sich Gedanken über die „Zeit nach der Oper“. Er wolle, so Kroll wörtlich, „nicht in Musik ertrinken“, sondern sich wieder mal „mit einer Prise Klaus Mann erfrischen“. Gegenstand seines Interesses war die Übersetzung bzw. Bearbeitung von Klaus Manns „letztem wirklich vollständigen dichterischen Text – The Chaplain“. Seine Arbeit wollte er exklusiv unserer KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN zur Verfügung stellen, die mit der „Dramatischen Lesung“ eine hervorragende Möglichkeit hätte, den 108. Geburtstag des Autors würdig zu begehen. Nach dem erfolgreichen Abschluss seines Hamburger Opernprojektes forcierte er die Arbeit an der Übersetzung, der Ausarbeitung des Vortrages und der Lesung. Als alles fertig war, wandte er sich im Frühsommer 2014 damit und mit konkreten Vorstellungen über die Realisierung der „Dramatischen Lesung“ an unsere Initiative. Die Darstellungen Fredric Krolls lösten bei Vorstandsmitgliedern gemischte Gefühle aus. Neben Dankesbekundungen gab es auch ein eher vernichtendes Urteil eines älteren – mit Fredric bekannten – Vorstandsmitgliedes: Kroll würden Rosinen im Kopf wachsen, die Initiative wäre mit dem Projekt finanziell und organisatorisch überfordert. Die unmissverständliche Forderung an mich als Vorsitzenden lautete: „Sag‘ ihm ab!“

Was Fredric Kroll – mit dieser Auffassung konfrontiert – antwortete, könnte als das Cedo seines jahrzehntelangen Wirkens gelten: Er hielt sich nicht lange mit der Kritik an diesem an sich widersinnigen Bild auf (Rosinen sind getrocknete Weinbeeren und können gar nicht wachsen), sondern formulierte:

„Als ich 1969 über Klaus Mann promovieren wollte, hielten das meine Professoren in Rochester ebenfalls für eine Rosine. Hätte ich diese Rosine aus meinem Kopf gebannt, hättet Ihr mich nie kennengelernt, und die Klaus-Mann-Forschung hätte ohne mich auskommen müssen (was sie vermutlich auch geschafft hätte). In der heutigen Zeit eine Oper im Stil von Puccini zu komponieren, galt bis vor Kurzem ebenfalls als Rosine. Und warum nicht auch gleich Rosinenbrötchen? Ich halte es für besser, erst einmal Großes zu entwerfen und es nach und nach den Notwendigkeiten anzupassen, als sich von vornherein unnötiger Weise einzuschränken und weniger zu erreichen, als vielleicht doch noch machbar gewesen wäre. Das erst einmal grundsätzlich“ (Fredric Kroll an Frank Träger, 26.06.2014).

Als Außenstehender dürfte man ehrfürchtig erstaunen, wenn man diese „Agenda“ liest. Anders verhält es sich, wenn man – wie ich – in die Rolle seines Mitstreiters gerät. Da kann der Grundsatz „erst einmal Großes zu entwerfen“ auch schon mal zur schweren Belastung werden. Um am Beispiel „The Chaplain“ zu bleiben:

Fredric Krolls Vorstellungen über die Ideal-Besetzung der Rollen ging sehr stringent „vom Entwurf des Großen“ aus. Dies völlig losgelöst von „profanen“ Erwägungen, allen voran den Kosten. Entsprechend wuchs sich der Streit in dieser Sachfrage zu einem ernsthaften Beziehungskonflikt aus.

Es gehört zur Größe Fredric Krolls, dass er weiß, wann Schluss ist. Inmitten der Krise rief er mich an und alles konnte binnen kurzer Zeit auf ein handhabbares Level gebracht werden. Die Rollen wurden neben Fredric von Mitgliedern unserer Initiative gelesen. Der Vortrag und die „Dramatische Lesung“ in der Berlin-Friedenauer Buchhandlung „Der Zauberberg“ an Klaus Manns 108. Geburtstag waren dann auch ein Riesenerfolg. Abgesehen davon: Die im Kompromiss gefundene Lösung erlaubte es Fredric, zu einem wirklichen Miteinander mit der Berliner Initiative zu gelangen.

Vor allem mit der Jugend! Ich muss etwas aushohlen: Es gehört zum Credo unserer Initiative, dass wir Klaus Mann beim Wort nehmen. Unsere Intention: Wir lesen seine Werke und bringen sie unter die Leute. Vorbild waren und sind die Lektüreabende des fast zeitgleich in der Stadt gegründeten Thomas-Mann-Kreises Berlin. Der Haken: Von Anfang an zeichnete sich ab, dass sich selbst im Klaus-Krolli und FloMann-Lager nur wenige finden, die Klaus Mann wirklich im Vorfeld lesen und sich in einer Gemeinschaft darüber austauschen würden. Ein Lektüreabend zu einem Roman Klaus Manns? Ein gewagtes Unternehmen! Es bestand die reale Gefahr, dass der Abend in Peinlichkeit enden würde, wenn er überhaupt zustande käme. Der Einfall: Zu Beginn der Veranstaltung stimmt eine Art „Literarisches Quartett“ auf den Abend ein, setzt den Schwerpunkt und legt die Grundlage für eine Diskussion. Und für den Fall der Unbelesenheit des Publikums gibt es einen „Plan B“: die Weiterführung des „Quartetts“. Reich-Ranicki & Co. kamen doch auch ohne Beteiligung des Publikums aus. Allerdings war ein Gast von Anfang an gesetzt: Dr. Fredric Kroll, der deutsch-amerikanische Komponist und Nestor der Klaus-Mann-Forschung!

Dem Aufruf, ein zu behandelndes Werk zu benennen, folgte ausschließlich die jüngere Generation. „Treffpunkt im Unendlichen“ wurde schnell zum gemeinsamen Nenner. Die passende „Bühne“ fanden wir in Kreuzberg am historischen Ort: das junge Literaturhaus „Lettrétage“ in den ehemaligen Räumen des Schwulen Museums Berlin. Die Vorbereitungen machten richtig Spaß, obwohl es nur selten möglich war, alle vier Akteure an einen Tisch zu bekommen. Dies galt vor allem für die junge italienische Doktorandin Valentina Savietto aus Verona. „Verhandelt“ wurde zumeist per Facebook oder per E-Mail. Und die Erwartungen? In Bezug auf das Publikum gar keine! So konnten wir nicht enttäuscht werden. Aber wie würde sich der „Nestor“ verhalten? Würde er den Verhaltensmustern eines „alten Sackes“ folgen und – einmal das Wort an sich gerissen – davon nicht mehr loslassen? Würde er sich in Ignoranz üben oder sich in Rechthaberei und Arroganz ergießen?

Fredrics Auftreten war grandios. Bevor er das Wort ergriff, drehte er seinen Stuhl um 90°, damit er die ganze Szenerie im Blick hatte. Und diese ihn. Was er in ruhiger Rede sagte, hatte Gewicht. Und: Er fasste sich kurz, um anderen nicht den Raum zu nehmen. Die ganze Zeit hörte er wie gebannt zu und gab uns – sichtlich gerührt – zum Abschluss ein Feedback: „Ich bin sehr dankbar, denn ich habe heute Abend viele neue Sichtweisen auf den Text erfahren.“ Es klang nicht wie eine Höflichkeitsfloskel.

Und so urteilen unsere jugendlichen Mitglied  er. Stellvertretend drei Stimmen:

Markus Reiniger (25), Student Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: „Fredric Kroll saß in der Lettrétage gewissermaßen zwischen den Stühlen: Er war ein Akteur, obwohl er augenscheinlich zum Publikum gehörte. Seine Anwesenheit und seine Expertise bereicherten den Abend ungemein!“

Konstantin Rau (24), Student an der Freien Universität Berlin: „Es war schlichtweg großartig mitzuerleben, wie Fredric Kroll in der Materie Klaus Mann aufgehen kann. Er vermag es, sein unfassbares biografisches, literarisches und historisches Wissen derart humorvoll aus dem Hut zu zaubern, dass man meinen könnte, er sei selbst dabei gewesen.“

Last, but not least unser Jüngster: Eric Weigert (24), Student an der Humboldt-Universität Berlin: „Neben seiner außerordentlichen Fachkompetenz, beeindruckte mich, als jüngstes Mitglied der Klaus Mann Initiative, seine Vitalität, sein jung gebliebener Geist, seine große Leidenschaft für die Literatur.“

Anmerkung: Der Text wurde exklusiv für den Band „Treffpunkt im Unendlichen. Fredric Kroll – ein Leben für Klaus Mann“ (Verlag Männerschwarm Hamburg, 2015; Siehe unten!) geschrieben. Um die Aufnahme des Textes in den Band entbrannte ein Streit zwischen dem Autor Frank Träger und dem Herausgeber Detlef Grumbach, der nicht beigelegt werden konnte. Unabhängig davon sei der Erwerb des Bandes an dieser Stelle ausdrücklich empfohlen!

Berlin in der Nacht – Lyriklesung und Gespräch

Drei junge Dichter im Gespräch über Berlin

17. Februar 2015, 20:00 Uhr
Eintritt: 5 € / 4 €
Lettrétage Berlin

Akteure:
Florian Wolf-Roskosch, Rico Kullik und Daniel Noël Fleischmann

Nach einer Lesung von Gedichten der Autoren werden sich die Lyriker folgenden Fragen stellen: Wie entstehen Gedichte? Was bedeutet Berlin für das eigene Schreiben? Ist diese Stadt Projektion, Traumsphäre – oder Ort eiskalter Realitäten? Wo liegen Licht und Schatten? Sind Gedichte Abbild, Verwandlung, Flucht?Florian Wolf-Roskosch

Florian Wolf-Roskosch wurde 1983 in Berlin geboren. Er studierte Geschichte und Sozialwissenschaften und ist Autor von Gedichten, Prosa und Theaterszenen sowie Vorstandsmitglied unserer Initiative. Er lebt in Berlin.

Rico KulliRico Kullikk wurde 1984 in Berlin geboren. Er studierte Betriebswissenschaften, Literatur und Philosophie. Derzeit ist er Head of Finance & Controling in einem IT-Startup und lebt in Berlin. Er verfasst Gedichte, Kurzgeschichten und Essays. Zurzeit arbeitet er an einem RomanprojektDaniel Noel Fleischmann.

Daniel Noël Fleischmann wurde 1993 in Nürnberg geboren. Zurzeit studiert er an der Schauspielschule „Die Etage Berlin e. V.“. Im Jahr 2012 gewann er den ersten Preis der Kategorie Roman des Schreibwettbewerbs „federleicht“. Sein erster Gedichtband „Und die Mauern riefen sich“ erschien 2014 im Berliner Wolff-Verlag .(Quelle: Bild und Text: Wolff-Verlag, Berlin)

Eine Veranstaltung des Vereins Lettrétage e.V. in Zusammenarbeit mit der Klaus Mann Initiative Berlin. Wir danken dem Lettrétage-Mitarbeiter Moritz Malsch für seine Unterstützung.

Klaus Mann im Doppelpack

Musikalisch-literarischer Abend und dritter Lektüreabend der Klaus Mann Initiative Berlin zu Klaus Manns Roman „Symphonie Pathétique“

I. Musikali3. Scott Curry 17.03.2015sch-literarischer Abend
17. März 2015, 20:00 Uhr
Eintritt: 10 / 8 € (ausnahmsweise auch für Mitglieder)
Schwartzsche Villa Berlin

Klaus Manns liebevoller literarischer Blick auf das sehnsuchtsvolle Leben des Peter Tschaikowsky.

2. Paul Sonderegger 17.03.2015Scott Curry (oberes Bild) spielt Klaviermusik von Peter Tschaikowsky, Paul Sonderegger (unteres Bild) liest aus Klaus Manns Roman Symphonie Pathétique.

Einführende Worte:
Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin


II. Dritter Lektüreabend
14. April 2015, 20:00 Uhr
Eintritt: 5 / 3 €
Schwartzsche Villa Berlin

mit:
Renata Kopřivová, Magistra Karls-Universität Prag (Tschechien)
Valentina Savietto, Doktorandin Universität Verona (Italien; angefragt)
Markus Reiniger, Student Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Florian Wolf-Roskosch, Doktorand Humboldt-Universität
sowie
Frank Träger, Lehrer am Friedrich-Gymnasium

Beide Veranstaltungen stehen in einem Zusammenhang. Sie haben jedoch auch ihren Eigenwert. Die genaue Lektüre des Romans im Vorfeld des Lektüeabends wäre sehr sinnvoll, ist aber nicht die Bedingung für die ertragreiche Teilnahme.

Wir freuen uns auf Sie!

3 Tage, 4 Veranstaltungen & 100 Gäste

Unser kleiner Klaus-Mann-Veranstaltungsmarathon, der uns in den vergangenen Tagen in das Schloss Grochwitz, das Romanische Café und die Lettrétage geführt hat, ist heute Abend im Zauberberg zu Ende gegangen. Wir möchten uns bei allen Akteuren und Besuchern herzlich bedanken und verabschieden uns mit ein paar visuellen Eindrücken von den verschiedenen Veranstaltungsorten und natürlich mit einem Erfahrungsbericht vom großen Finale.

TAG 1. Die Martinée zu KLAUS MANNS BERLIN im Schloss Grochwitz (Herzberg). Den Vortrag hielten Konstantin Rau (l.) und Frank Träger.

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TAG 2. Ein Bild von unserer Jahreshauptversammlung im Romanischen Café des Hotels Waldorf Astoria in Berlin. Links (von vorne nach hinten): Eric Weigert (Vize), Florian Wolf-Roskosch (Neuwahl Vize), Valentina Savietto (Beirat); rechts: Stefan M. Weber (Beirat), Dagmar Schwindt, Dr. Fredric Kroll (Ehrenmitglied, Nestor der Klaus-Mann-Forschung), Frank Träger (Vorsitzender), Konstantin Rau (Vize) und Markus Reiniger (Admin).

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TAG 2 (etwas später). Das „Literarische Quartett“ beim Lektüreabend in der Lettrétage zu Klaus Manns Roman „Treffpunkt im Unendlichen“; v. l.: Frank Träger, Valentina Savietto, Eric Weigert und Florian Wolf-Roskosch.

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TAG 3. Im Vorfeld gab es Zweifel, ob die Lesung „Der Kaplan“ in der literarischen Buchhandlung „Der Zauberberg“ vom Publikum angenommen wird. Und es gab Zweifel, ob die Länge des Vortrages (1 Stunde) und der Dramatischen Lesung (20 Minuten) angemessen sind. Als der Vorsitzende Frank Träger gegen 18 Uhr zu letzten Absprachen im „Zauberberg“ eintraf, schockierte ihn der Mitarbeiter Harald Loch mit der Zahl der Anmeldungen: Null! Und die 13 Facebook-Anmeldungen galten als extrem unsicher. Als Träger – selbst Akteur – kurz vor 20 Uhr erneut zum Veranstaltungsort zurückkehrte, hatte er Mühe, noch einen Platz zu bekommen – so gut gefüllt war die Buchhandlung. Selbst nach 20 Uhr trafen noch Gäste ein.

IMG_0835Der Vortrag von Dr. Fredric Kroll über die Umstände der Mitarbeit Klaus Manns an Roberto Rossellinis Episodenfilm „Paisà“ (1946) wurde vom Auditorium jedenfalls mit großer Konzentration aufgenomIMG_0846men. Die nachfolgende Dramatische Lesung „Der Kaplan“ – der Text wurde von Fredric Kroll exklusiv für diesen Abend übersetzt – rührte das Publikum und wurde ein unglaublicher Erfolg. Vor allem der Akzent der italienischen Doktorandin Valentina Savietto und des in New York geborenen Fredric Kroll gaben dem Ganzen – bei aller Tragik des Inhalts – einen kosmopolitischen Glanz: Es gab ein wohlwollendes Raunen im Publikum, als Valentina Savietto die ersten Worte von Ernestos Mutter Signora Silotti sprach. Konstantin Rau und Frank Träger erhielten im Anschluss mehrmals das Feedback: „Das hätten wir euch gar nicht zugetraut.“ Ein begeisterter und lang anhaltender Beifall war der Lohn.
Beim anschließenden Empfang herrschte eine ausgelassene und heitere Stimmung wie selten zuvor. Und die Akteure der Klaus Mann Initiative Berlin waren stolz und erleichtert über den erfolgreichen Abschluss des dreitägigen Veranstaltungsmarathons. Ein schönes Geschenk zu Klaus Manns 108. Geburtstag!

Empfang in der Residenz des US-Botschafters in Berlin-Dahlem

Die Vorstände der Klaus Mann Initiative Berlin folgten am 15. Oktober 2014 einer Einladung des US-Botschafters John B. Emerson anlässlich eines Empfangs zu Ehren des US-amerikanischen Porträtkünstlers Don Bachardy und in Gedenken an dessen langjährigen Partner, den Schriftsteller Christopher Isherwood. Der Empfang fand in der Residenz des Botschafters in Berlin-Dahlem statt.

1  (v.l.: Konstantin Rau, Don Bachardy und Frank Träger)

Der in Großbritannien geborene Isherwood kam, angezogen von der liberalen Sexualmoral Berlins, in die deutsche Hauptstadt (6 Jahre nachdem Klaus Mann die Stadt zum ersten Mal besuchte) und verlebte hier die Zeit bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933. Die Romane „Mr. Norris steigt um“ (1935) und „Leb wohl, Berlin“ (1939) greifen seine Erlebnisse dieser Zeit auf und prägten im angelsächsischen Raum das Berlinbild der frühen 30er-Jahre. 

1939 emigrierte Isherwood in die USA. Sieben Jahre später 7nahm er die amerikanische Staatsbürgerschaft an und lernte 1953 den jungen Don Bachardy kennen, mit dem er bis zu seinem Tod 1986 zusammenlebte. Isherwood ermutigte Bachardy, eine Karriere als Porträtmaler zu verfolgen. In den folgenden Jahren lebt und arbeitet das Paar gemeinsam. Bachardy porträtiert namhafte Persönlichkeiten wie Tennessee Williams, Igor Strawinsky oder Greta Garbo. Isherwood veröffentlicht 1964 den Roman „A Single Man“, der dem Modedesigner Tom Ford für seinen gleichnamigen Film aus dem Jahr 2009 als Vorlage diente.

Bachardy und Isherwood engagierten sich in den folgenden Jahren in der Lesben- und Schwulenbewegung der Vereinigten Staaten und gelten bis heute aufgrund ihres Lebens und Wirkens als Vorbilder in der LGBT-Community.

Am Rande des Empfangs für Don Bachardy in der Residenz des US-Botschafters in Berlin-Dahlem kam es zu ein3aer Reihe von Gesprächen. Botschafter John B. Emerson zeigte sich im Gespräch mit unseren Vorständen überrascht vom Dienst des ältesten Sohns des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann in der US-Army und vom Schicksal Klaus Manns nach dem II. Weltkrieg.

Neben Frank Träger (Vorsitzender) und Konstantin Rau (Vize) folgten, wenn auch in anderer Funktion, zudem unsere Mitglieder Stefan M. Weber und Peter Hedenström der Einladung des US-Botschafters.

Text: Konstantin Rau, Klaus Mann Initiative Berlin
[c] U.S. Embassy Berlin (Genehmigt von Oktay Ay, Referent der Kulturattachée)

Jahreshauptversammlung 2014 mit Neuwahl des Vorstandes

Liebe Mitglieder und Sympathisanten,

wir laden Sie herzlich zu unserer Jahreshauptversammlung ein:

Wann: Montag, 17. November 2014, um 17:00 bis 18:30 Uhr
Wo:     Romanisches Café im Hotel Waldorf Astoria Berlin (Hardenbergstraße 28)

RCZum Veranstaltungsort:

Das Romanische Café nahe der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das wohl angesagteste Künstlerlokal der deutschen Hauptstadt: Es zog Schriftsteller, Journalisten, Kritiker, Regisseure und Maler magisch an. Es war aber auch das Revier der jungen Generation, die die VIPs zu kontaktieren suchten. Ein schwieriges Unterfangen, gab es doch im Cafè eine gewisse „Kleiderordnung“: Die gestandenen Künstler belegten einen Nebenraum, das „Bassin für Schwimmer“. Der Hauptraum für die anderen galt als das „Bassin für Nichtschwimmer“. Der Zulauf war definitiv nicht der Raumgestaltung des Cafés geschuldet – nicht wenige Gäste beklagten sich über die Schwere und Düsternis des neoromantischen Inneren.

Das nur wenige hundert Meter vom historischen Standort entfernte neue Romanische Café hat genauso mit Vorbehalten bezüglich seiner Innengestaltung zu kämpfen. Allerdings werden nicht Schwere und Düsternis beklagt, sondern die Abwesenheit des Besonderen. Wir freuen uns trotzdem, unsere Vorstandswahl an diesem lichten Ort durchführen zu können. Es macht ganz einfach Spaß zuzusehen, wie sich der „alte Westen“ gerade neu erfindet. Schließlich war er auch das Revier Klaus Manns.

Die offizielle Einladung mit dem Entwurf der Tagesordnung finden Sie hier als PDF.

Bitte melden Sie sich verbindlich an: KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Frank Träger,
Vorsitzender

(Bildnachweis: Waldorf Astoria Berlin)

„Der Kaplan“

Vortrag und Dramatische Lesung zu Klaus Manns
„letztem wirklich vollständigen dichterischen Text“

Vortrag: Dr. Fredric Kroll, Freiburg im Breisgau
Dramatische Lesung: Dr. Fredric Kroll, Valentina Savietto, Frank Träger, Konstantin Rau

Termin: Dienstag, 18. November 2014, 20:00 Uhr
Ort: Buchhandlung „Der Zauberberg“, Berlin

Am 28. September 1945 wurde Klaus Mann in Ehren aus der US-Army entlassen. In der Mitarbeit an Roberto Rossellinis eigenwilligem Antikriegsfilm „Paisá“ sah er einerseits die Möglichkeit, seine eigenen Kriegserlebnisse in Italien zu verarbeiten, anderersPaisa_German_kinoarteits die Chance, erneut in der literarischen Welt Fuß zu fassen. Es kam anders: Er überwarf sich mit dem Regisseur, sein Beitrag wurde bis zur Unkenntlichkeit verändert. Fredric Kroll, der Nestor der Klaus-Mann-Forschung, übersetzte und bearbeitete den Text exklusiv zum 108. Geburtstag des Autors für eine Veranstaltung der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN.

Wir bitten um Ihre Anmeldung unter:
KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de oder info@der-zauberberg.eu

Bildnachweis: https://mubi.com/notebook/posts/movie-poster-of-the-week-20000-years-in-sing-sing-and-title-centric-posters-through-the-ages

„Treffpunkt im Unendlichen“

Zweiter Lektüreabend zu Klaus Manns letztem Roman vor dem Exil
Podiumstalk und Diskussion

Termin: Montag, 17. November 2014, 20:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Lettrétage in Berlin-Kreuzberg

Waldbühne 17.08.2012

Der Roman zeichnet ein faszinierendes Bild der „Verlorenen Generation“ in Deutschland kurz vor Hitlers Machtergreifung. Er schildert das Leben junger Menschen zwischen Sehnsucht und Verzweiflung, politischer Rebellion und der Flucht aus dem Alltag. Er umfasst drei Hauptstränge, die aus der Erfahrungswelt des Autors stammen: Drogen, Suizid und Liebe.

Da wir in Sachen Lektüreabend Neuland betreten, wird der Einstieg in die Diskussion zunächst als eine Art „Literarisches Quartett“ gestaltet:

Valentia Savietto, Doktorandin Uni Verona (Italien)
Frank Träger, Lehrer für Politik und Ethik am Friedrich-Gymnasium (Vorsitzender)
Eric Weigert, Student an der Freien Universität (Vize)
Florian Wolf-Roskosch, Promotionsstudent an der Humboldt-Universität

Sie können auf zweierlei Art an diesem Abend teilnehmen: Als Kenner des Romans, was dessen vorherige Lektüre voraussetzt, oder als Interessierter, der sich mit dem faszinierenden Leben und Werk Klaus Manns vertraut machen will. Wir bitten Sie um

Ihre Anmeldung vorab unter:
KLAUS-MANN-INITIATIVE-BERLIN@t-online.de

Eine Veranstaltung der
KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN
Institutionelles Mitglied von „Lettrétage e. V.“

Nachweise
Bild: Frank Träger, Berliner Waldbühne, 17.08.2012
Text (zweiter Absatz): Rowohlt Taschenbuch Verlag

Matinée im Schloss Grochwitz

„Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“
KLAUS MANNS BERLIN

Matinée

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Termin: Sonntag, 16. November 2014, 11:00 Uhr
Ort: Schloss Grochwitz in 04916 Herzberg (Elster)

Frank Träger und Konstantin Rau,
Klaus Mann Initiative Berlin

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte den Schriftsteller Klaus Mann einen „dreifach Geschlagenen – er war homosexuell, er war süchtig, er war der Sohn Thomas Manns“. Und dennoch: Klaus Mann stellte sich dem Zeitgeist mit unglaublicher Souveränität und lebte sehr stringent nach dem ungeschriebenen Motto „Freiheit verteidigen, Freiheit genießen“. Und er tat beides. Ausgiebig.

Mit 17 flüchtete er erstmals für kurze Zeit nach Berlin. „Ich war im siebenten Himmel. In Berlin zu sein bedeutete an sich schon ein erregendes Abenteuer! … Die Stadt erschien zugleich erbarmungswürdig und verführerisch: grau, schäbig, verkommen, aber doch vibrierend von nervöser Vitalität, gleißend glitzernd, hektisch animiert, voll Spannung und Versprechen …Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“ (Klaus Mann in: „Der Wendepunkt“)

Eine Veranstaltung der
KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN

in memoriam Philli’s Paper reloaded
Schülerzeitung des Philipp-Melanchthon-
Gymnasiums Herzberg a.d. Elster

„Was gebe ich von mir preis?“

Der erste Lektüreabend der Klaus Mann Initiative warf existentielle Fragen auf

Es  erscheint grotesk, wenn im Literaturhaus der deutschen Hauptstadt Vertreter von Erster Lektüreabend Bild 1gleich zwei Literaturgesellschaften darüber streiten, ob der Mittagsschlaf des im Fokus stehenden Autors eher der dionysischen oder der apollinischen Lebensart zuzuordnen sei.  Und genauso grotesk erscheint es, in diesem Ambiente eine Novelle zu besprechen, die von einem vorzeitig alternden Schriftsteller handelt, der sich während einer Urlaubsreise in einen zuckersüßen 14-jährigen Teenager verknallt, sich darüber ohne Sinn und Verstand einer tödlichen Gefahr aussetzt, der er mühelos hätte entkommen können, und folgerichtig daran zu Grunde geht.

Grotesk?  Wie gesagt – es erscheint nur so.

Denn dass es Thomas Manns Novelle „Der Tod in Venedig“ ein Jahrhundert nach seinem Erscheinen vermag, deutsche Feuilletonseiten zu füllen und Theateraufführungen, Ausstellungen und Kongresse zu initiieren, muss einen Grund haben. Ganz offensichtlich den, dass das Werk die elementarste Wirkung zeigt, die Kunst überhaupt erzielen kann: Menschen finden sich in ihr wieder.

Das mit der Vorbereitung befasste „Literarische Quartett“ hatte es sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, den Lektüreabend nicht auf das Räsonieren über Formfragen zu beschränken, sondern das Anliegen des Werkes in den Mittelpunkt zu stellen: Der Mensch im Spannungsfeld von Dionysos und Apollon – ein existentielles Problem. Das erlesene Auditorium, eine gute Mischung aus reiferen und jugendlichen Lesern, aus bekannten und neuen Gesichtern. Erstere, sonst sehr diskutierfreudig, taten sich anfänglich schwer, in die Diskussion einzusteigen.

Erster Lektüreabend Bild 2Das mag einerseits an dem für einen Lektüreabend eher ungewöhnlichen Einstieg mit einem „Literarischen Quartett“ gelegen haben. Die wirkliche Ursache für die anfängliche Scheu war wohl eine ganz andere: Während man bei ähnlichen Gelegenheiten vergnüglich über Stilmittel, antizipierende Momente, sprachliche Raffinessen räsonieren und sich – angesichts der eigenen Belesenheit – so ganz nebenbei in der Kunst der Selbstdarstellung üben kann, musste an diesem Abend jeder Einzelne, bevor er sich zu diesem Thema äußerte, zunächst – ganz für sich – eine entscheidende Frage klären:

WAS GEBE ICH VON MIR PREIS?

Vor einiger Zeit forderte einer unserer studentischen Gründungsmitglieder, dass die Arbeit der Klaus Mann Initiative Berlin nicht im Organisatorischen und im folgenlosen Räsonieren stecken bleiben dürfe: Wenn es die Zeit hergibt, wird einer der Akteure einen Bericht über die an diesem spannungsgeladenen Abend gewonnenen Erkenntnisse erstellen und an dieser Stelle veröffentlichen.

Erster Lektüreabend Bild 3

Die Akteure v.l.n.r.: Konstantin Rau (Student, Vizevorsitzender), Frank Träger (Lehrer, Vorsitzender), Florian Wolf-Roskosch (Promotions-student), Valentina Savietto (italienische Doktorandin, Vorstands-mitglied) und als Gast Dr. Tim Lörke (Literaturwissenschaftler, Vorstand Deutsche Thomas Mann Gesell-schaft)

Erster Lektüreabend der Klaus Mann Initiative Berlin

Dionysos vs. Apollon: Thomas Manns „Der Tod in Venedig“ –
Wissen, wie der Vater „tickt“

Nachdem wir in 2013 eher die politische Seite Klaus Manns (z.B. „Ethos und Diktatur“) im Blick hatten, wenden wir uns in diesem Jahr der sinnlich-erotischen, sprich der Homosexualität des Autors, zu. An unserem ersten Lektüreabend wird es darum gehen, wie der Vater diesbezüglich aufgestellt war. Dies schon deshalb, weil sich Klaus Mann auch in dieser Hinsicht als eine Art „Gegenentwurf“ zu seinem Vater verstand: Beide hatten eine höchst unterschiedliche Art, sich im Spannungsfeld zwischen Dionysos und Apollon zu bewegen. Es gibt wohl keinen besseren Text, als dies anhand der weltkannten Novelle Thomas Manns zu tun, die man – auch über das gesetzte Thema hinaus – immer wieder mit großem Gewinn lesen kann.

Konst HX TM KM

Wir möchten Sie im Vorfeld um die Lektüre der Novelle bitten. Zudem bitten wir Sie um Ihre Anmeldung (Siehe unten!). Die Plätze werden bis 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn in der Nähe des Podiums für Sie reserviert.

Da wir in Sachen Lektüreabend Neuland betreten, wird der Einstieg in die Diskussion zunächst als eine Art „Literarisches Quartett“ gestaltet. Neben drei unserer Mitglieder (Konstantin Rau, Frank Träger und Florian Wolf-Roskosch) wird auch Dr. Tim Lörke mit von der Partie sein.

Wir vier Akteure freuen uns auf den gemeinsamen Abend und viele Literaturbegeisterte werden es uns ganz sicher gleich tun! Keiner von uns bekommt ein Honorar, wir bitten Sie aber der Miete wegen um einen Obolus von 5/3€.

Termin:  Montag, 28. April 2014, 20:00 Uhr
Ort: Kaminzimmer Literaturhaus Berlin-Charlottenburg, Fasanenstraße 23

Akteure:
Dr. Tim Lörke
, Freie Universität Berlin, Vorstandsmitglied der Deutschen Thomas Mann Gesellschaft und Vizevorsitzender des Thomas Mann Kreises Berlin
Frank Träger, Lehrer für Politik und Ethik am Friedrich-Gymnasium
Konstantin Rau, Politikstudent an der Freien Universität Berlin
Florian Wolf-Roskosch M.A., Promotionsstudent und Lehrbeauftragter an der Humboldt-Universität Berlin

Postkarte Hotel des Bains

Das Grand Hotel des Bains (erbaut 1900) am Lido di Venezia, dargestellt auf einer etwas idealisierten Postkarte um 1913. Der Aufenthalt Thomas Manns im Jahr 1911 inspirierte diesen zu der Novelle „Der Tod in Venedig“. Sechzig Jahre später drehte Luchino Visconti seinen gleichnamigen Film in diesem Hotel. Übrigens: Im Mai 1932 stiegen Erika und Klaus Mann gemeinsam mit ihrer Freundin Annemarie Schwarzenbach im „Des Bains“ ab. Seit 2010 ist das Hotel, in dem einst viele Stars der Internationalen Filmfestspiele von Venedig residierten, geschlossen und harrt einer ungewissen Zukunft.

Hinweis: Auf unserer Facebook-Seite gibt es – aus Anlass des Lektüreabends – bald ein Fotoalbum mit ernüchternden Schnappschüssen, die Frank Träger am Himmelfahrttag (09. Mai 2013) auf dem Lido di Venezia machte.

Bildnachweise:
Florian Weber: digitalkontakte teil 2 (Verwendung mit freundlicher Genehmigung des Autors vom 06.06.2013)
Ansichtskarte Venezia, Lido, Grand Hotel des Bains, um 1913, Eigentum der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN, erworben am 30.12.2013 bei Bartko-Reher OHG, Berlin (Transaktion 310825886073)

Der Bestand des Grabes von Klaus Mann in Cannes ist gesichert!

Am 20. Januar 2014 wandte sich das Deutsche Generalkonsulat in Marseille mit einem Hilferuf an die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN. Das Konsulat habe seinerseits eine Information der Stadt Cannes erhalten: Die Konzession für das Grab Klaus Manns auf dem Cimetière du Grand Jas sei bereits seit dem Jahr 2011 abgelaufen und die Friedhofsverwaltung stehe vor dem Problem, das Grab von Amts wegen laut Satzung „zurücknehmen“, das heißt, es einebnen zu müssen.

Der Vorsitzende Frank Träger begann in allen Richtungen zu recherchieren, wer für das Grab verantwortlich ist. Grundgedanke war, dass sich die Initiative keinerlei Anmaßung gegenüber den wirklichen Verantwortungsträgern schuldig machen will. Zweite Prämisse war es sicherzustellen, dass – selbst wenn unsere Initiative für den vollen Betrag aufkäme – die volle Verantwortung für das Grab unmöglich auf den Schultern einer in Aufbau befindlichen Literaturgesellschaft, deren langjährige Existenz nicht gesichert ist, liegen könne. Eine Nachhaltigkeit sei nur in Verantwortung der Familie Mann gesichert.

Tatsache ist, dass Thomas Mann die Konzession für die Grabstelle seines Sohnes finanzierte, ehe sie 1981 nachweislich von Klaus Manns Bruder Golo erneuert wurde. Nach unseren Informationen riss der Kontakt der Familie Mann nach dem Tode Golo Manns 1994 ab, bis es im Januar dieses Jahres zu der eingangs beschriebenen an uns gerichteten Anfrage kam.

Die Recherchen und Verhandlungen gestalteten sich sehr schwierig und arbeitsintensiv und durchliefen zwischenzeitlich eine kritische Phase. Es liegt in der Natur der Sache, dass Details hier nicht wiedergegeben werden.

Im Ergebnis können wir feststellen, dass die schwierige Aufgabe der Erhaltung des Grabes eines der wichtigsten deutschen Exilschriftsteller im Zusammenspiel mit der Stadtverwaltung Cannes, dem Deutschen Generalkonsulat in Marseille, der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN und – last but not least – der Familie Mann, allem voran Frido Mann, gelöst wurde. Prof. Frido Mann, sicherte die Zahlung der vollen Summe, die den Bestand des Grabes für weitere 30 Jahre sichert, zu, bat aber unsere Initiative um Vermittlung bei der Bewerkstelligung der Überweisung. Dies konnte mit Hilfe der oben genannten Institutionen innerhalb weniger Stunden gelöst werden.

Vor diesem Hintergrund hat unsere Initiative der Familie Mann die Übernahme der Kosten für 15 Jahre (216€), also knapp die Hälfte der gesamten Summe, angeboten. Es ist uns eine Ehre, zum Erhalt des Grabes in Cannes beizutragen! Mittlerweile werden die Kosten von zwei Vorstandsmitgliedern, Stefan M. Weber (150€) und Frank Träger (restliche 63€) übernommen, sodass die Vereinskasse der jungen Literaturgesellschaft nicht belastet wird. Die restlichen 226€ trägt die Familie Mann, die damit auch die Verantwortung für das Grab übernimmt.

Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN bedankt sich bei allen, die eine Spende zugesagt haben bzw. mit Rat und Tat beiseite standen. Dank gilt unserem Vizevorsitzenden Eric Weigert, der die Übersetzung der Kommunikation mit der Friedhofsverwaltung Cannes übernahm.

Besonderer Dank gilt der Konsulin Frau Marion Hinsberger (Deutsches Generalkonsulat Marseille) für ihre engagierte und unerschrockene Mitarbeit. Gleiches gilt für die Mitarbeiterinnen der Stadtverwaltung in Cannes, Frau Christiane Lavigne und Frau Fanny Pavie. Wir werden uns diesen Mitstreiterinnen erkenntlich zeigen!

Wir alle haben Grund zur Freude: Wir haben das Grabmal eines Aufrechten bewahren können!

Frank Träger, Vorsitzender (11. Februar 2014)

Grab Klaus Manns  auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, 19.02.2014 Stefan M. Weber

Klaus Manns Grab auf dem Cimetière du Grand Jas in Cannes, aktuelle Situation 19. Februar 2014, wenige Tage nach der erfolgreichen Rettungsaktion für das Grab. Unser Mitglied Stefan M. Weber besuchte am Rande einer privaten Rundreise das Grab und die Friedhofsverwaltung. Er bedankte sich im Namen der Initiative persönlich bei den Mitarbeiterinnen Christiane Lavigne und Fanny Pavie: Hätten diese beiden Frauen „Dienst nach Vorschrift“ gemacht, würde das Grab des Autors heute nicht mehr existieren.

„Von der Schwierigkeit, Wollust zu genießen“

„Es geht nicht um die Anbetung der Asche, sondern um das Schüren der Flamme!“

Konstantin Rau, der 22-jährige Vizevorsitzende der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN, erläuterte am Konstantin Rau18. Juni 2013 bei der Eröffnung der Veranstaltung „Ethos und Diktatur – Klaus Mann vs. Gustaf Gründgens“ im Großen Saal des Literaturhauses Berlin das Credo unserer in mehrfacher Hinsicht jungen Literaturgesellschaft: „Es geht uns nicht um die ‚Anbetung der Asche‘, sondern – wie Gustav Mahler Jean Jaures zitiert – um das ‚Schüren der Flamme‘: Die Fragen, die Klaus Mann sich und seiner Zeit stellte, sind – unserer Meinung nach – brennend aktuell. Die Bandbreite dieser Fragestellungen reicht vom Ausleben des eigenen Soseins bis hin zur Frage nach der persönlichen Verantwortung für das Funktionieren oder die Verhinderung und Bekämpfung von Gewaltherrschaft.“

Nachdem wir in 2013, also im ersten Jahr unserer Initiative, vor allem das politische Verantwortungsbewusstsein Klaus Manns thematisierten, wird in 2014 der sinnliche Aspekt dominieren: Klaus Mann betrachtete seine Homosexualität als ein Fundament seines Nonkonformismus, als Adelszeichen seiner Identität. Zu seinem Vater Thomas Mann hatte Klaus ein ambivalentes Verhältnis: Einerseits stand er von Anfang an im Licht des Literatur-Nobelpreisträgers, andererseits grämte er sich in dessen Schatten und schöpfte seine Identität aus dem Anspruch, ein Gegenentwurf zum berühmten Vater zu sein. Und so wurde eine Gemeinsamkeit zu einem Konfliktfeld: Vater und Sohn gingen höchst unterschiedlich mit ihrer Homosexualität um…

Es stellt sich die Frage nach dem Umgang mit der Wollust. Ähnlich wie Julien Offray de La Mettrie („Die Kunst, Wollust zu empfinden“) oder Johann Ludwig Julius Dedekind („Die Kunst Wollust zu genießen…“) wollen wir nicht nur den hedonistischen Aspekt, sondern auch das höchst Problematische der Wollust thematisieren: Das Versagen des Menschen im Umgang mit der „Todsünde“ kann unsagbares Leid über ihn selbst und seine Nächsten bringen. Darum soll 2014 unter dem Motto „Von der Schwierigkeit, Wollust zu genießen“ stehen.

Natürlich sind Denken und Handeln von Klaus Mann und die Reaktionen seiner Umwelt darauf teilweise dem damaligen Zeitgeist geschuldet. Aber der Umgang mit unseren Trieben ist ein Thema, das so lange aktuell ist, wie es uns Menschen gibt.

Wir haben vor, das Thema in einer Art Trilogie zu bearbeiten:

I. »Wir wurden in ein Landerziehungsheim geschickt …«

Klaus Mann und seine Geschwister in Internatsschulen.

„Als Erika und Klaus Mann zusammen mit anderen Jugendlichen eine „Bande“ bildeten und „schweren Unfug“ verübten, sahen ihre Eltern Thomas und Katia Mann das gesellschaftliche Ansehen der Familie gefährdet. Es schien ihnen, so Klaus Mann, „eine drastische Lektion“ geboten. Die beiden Mann-Kinder wurden in reformpädagogische Landerziehungsheime gegeben; bald darauf auch Golo und Monika.

Dieser Vortrag beleuchtet die in vielerlei Hinsicht prekäre familiäre Situation im Haus der Manns, analysiert die Überlegungen Thomas Manns zur Erziehung, zur Psychoanalyse und Reformpädagogik und schildert ausführlich die Erfahrungen von Klaus Mann und seinen Geschwistern Erika, Golo und Monika in der Odenwaldschule, der Bergschule Hochwaldhausen und im Landerziehungsheim Schloss Salem.“ (Quelle: Nikolai-Verlag)

Dazu konnten wir einen hochkompetenten Referenten gewinnen: Manfred Kappeler lehrte von 1989 bis 2005 als Professor für Erziehungswissenschaft/ Sozialpädagogik an der TU Berlin. Er war u. a. Mitglied der Expertenkommission zur sexuellen Gewalt in pädagogischen Einrichtungen und Sachverständiger im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Aufklärung der Geschichte der Heimerziehung der 40er- bis 70er-Jahre in der Bundesrepublik.

Details zur Lesung lesen Sie im Veranstaltungskalender.

Die beiden folgenden Veranstaltungen sind in Arbeit. Sie erfahren rechtzeitig Datum, Ort und Zeit.

II. Lektüreabend Thomas Manns „Der Tod in Venedig“

Wir beschäftigen uns mit Thomas Mann und dessen Verhältnis zur Wollust vor allem, um Klaus Mann besser verstehen zu können. Es ist der erste Lektüreabend unserer Gesellschaft.

III. „Geh, damit ich von dir träumen kann“
Fiktives Gespräch Thomas vs. Klaus Mann in Sachen Homosexualität.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

VORSCHAU AUF DAS PROGRAMM 2014

Frank Träger und Konstantin Rau präsentieren erneut ihren gemeinsamen  Vortrag:

„Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“
KLAUS MANNS BERLIN

Wann:  Montag, 27. Januar 2014, 18:30 Uhr
Wo: Schwules Museum* Berlin (Lützowstraße 73, 10785 Berlin-Tiergarten)
Der Eintritt ist frei!

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki nannte den Schriftsteller Klaus Mann einen „dreifach Geschlagenen – er war homosexuell, er war süchtig, er war der Sohn Thomas Manns“. Und dennoch: Klaus Mann stellte sich dem Zeitgeist mit unglaublicher Souveränität und lebte sehr stringent nach dem ungeschriebenen Motto „Freiheit verteidigen, Freiheit genießen“. Und er tat beides. Ausgiebig. Mit 17 flüchtete er erstmals für kurze Zeit nach Berlin. „Ich war im siebenten Himmel. In Berlin zu sein bedeutete an sich schon ein erregendes Abenteuer! … Die Stadt erschien zugleich erbarmungswürdig und verführerisch: grau, schäbig, verkommen, aber doch vibrierend von nervöser Vitalität, gleißend glitzernd, hektisch animiert, voll Spannung und Versprechen …Berlin war meine Stadt! Ich wollte bleiben. Aber wie?“
Klaus Mann Schwules Museum

AUßERDEM:

Wir freuen uns, eine Veranstaltung anzukündigen, die wir in Zusammenarbeit mit dem Nicolai-Verlag Berlin und dem Buchladen Eisenherz ausrichten:

Wir wurden in ein Landerziehungsheim geschickt…
Klaus Mann und seine Geschwister in Internatsschulen

Ein Vortrag von Manfred Kappeler.

Wann: Dienstag, 8. April 2014, 20:30 Uhr
Wo: Buchladen Eisenherz, Berlin Motzstrasse 23, 10777 Berlin

Eine Einführung des Verlages: Als Erika und Klaus Mann zusammen mit anderen Jugendlichen eine „Bande“ bildeten und „schweren Unfug“ verübten, sahen ihre Eltern Thomas und Katia Mann das gesellschaftliche Ansehen der Familie gefährdet. Es schien ihnen, so Klaus Mann, „eine drastische Lektion“ geboten. Die beiden Mann-Kinder wurden in reformpädagogischeManfred Kappeler Landerziehungsheime gegeben; bald darauf auch Golo und Monika.

Dieses Buch beleuchtet die in vielerlei Hinsicht prekäre familiäre Situation im Haus der Manns, analysiert die Überlegungen Thomas Manns zur Erziehung, zur Psychoanalyse und Reformpädagogik und schildert ausführlich die Erfahrungen von Klaus Mann und seinen Geschwistern Erika, Golo und Monika in der Odenwaldschule, der Bergschule Hochwaldhausen und im Landerziehungsheim Schloss Salem.

Damit legt der Autor nicht nur eine informationsreiche biografische Studie zur Familie Mann vor, sondern liefert auch einen wichtigen Beitrag zur aktuellen Debatte um die Reformpädagogik und die Erziehung in Internatsschulen.

Manfred Kappeler lehrte von 1989 bis 2005 als Professor für Erziehungswissenschaft/ Sozialpädagogik an der TU Berlin. Er war u. a. Mitglied der Expertenkommission zur sexuellen Gewalt in pädagogischen Einrichtungen und Sachverständiger im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zur Aufklärung der Geschichte der Heimerziehung der 40er- bis 70er-Jahre in der Bundesrepublik.

Erweiterter Vorstand

Erweiterter Vorstand

Mit der Wahl von Eric Weigert und Stefan M. Weber hat sich der Vorstand der KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN auch inhaltlich erweitert: Eric studiert an der FU Berlin französische Philologie und Stefan kann Erfahrungen als Buchhändler einbringen. Die Wahl erfolgte am 19. November 2013 während der Mitgliederversammlung im griechischen Restaurant „Medusa“ in Berlin-Friedenau.

Frank Träger (2.v.l.; Vorsitz), Konstantin Rau (1.v.l.; Vize), Eric Weigert (2.v.r.; Vize), Valentina Savietto (3.v.r.; Beirat), Stefan M. Weber (4.v.r.; Beirat). Mit auf dem Bild: Unsere Gründungsmitglieder Dr. Wilfried Opitz (3.v.l.; Vorsitzender des Thomas-Mann-Kreises Berlin), Dagmar Schwindt (5.v.r.) und Christian Däubler (1.v.r.).

 

Arbeitstreffen im Schwulen Museum* Berlin

Am 25. September 2013 trafen sich Frank Träger (Vorsitzender) und Konstantin Rau (Vize) mit der neuen Geschäftsführerin des Schwulen Museums Berlin, Andrea Wellbrock-Thumeyer. Es ist der erste „offizielle“ Kontakt mit der neuen Leitung am neuen Standort im Bezirk Tiergarten. Die Nachfolgerin von Karl-Heinz Steinle ist erst seit Sommer im Amt.

Das unglaublich produktive Gespräch zeitigte Folgen: Frank Träger und Konstantin Rau werden ihren Vortrag „Klaus Manns Berlin“ Ende Januar 2014 in den Räumlichkeiten des Schwulen Museums halten. Großes Interesse besteht an dem Projekt „Fiktives Gespräch Thomas Mann vs. Klaus Mann“ in Sachen Homosexualität. Zudem entstand im Gespräch die Idee, im Jahre 2016 eine Ausstellung zum 110. Geburtstag von Klaus Mann zu gestalten. Die KLAUS MANN INITIATIVE BERLIN wird sich diesbezüglich an den Kurator der Ausstellungen, Wolfgang Theis, wenden. Theis verantwortete bereits u.a. die Ausstellungen zu Thomas und Golo Mann sowie zu Hans Mayer. Frank Träger resümierte, diese Ausstellungen hätten – schon aufgrund der minimalistischen Gestaltung – einen betörenden Charme gehabt. Zudem seien die Macher nicht der Versuchung erlegen, die Schriftsteller auf ihr Schwulsein zu reduzieren. Andrea Wellbrock-Thumeyer wird die drei Projekte dem Vorstand des Museums vorstellen. Wir halten Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden.